Lügenmedien verschweigen: Weissrussland hatte OSZE Wahlbeobachter eingeladen

Lukaschenko feiert sich mit 80 % als Wahlsieger in Weissrussland

Die Aluhüte von ARD bis ZDF, von NTV bis BILD und von CDU bis SPD haben ein neues anti weiss-russisches Ablenkungsthema gefunden  - obwohl in diesen Tagen sogar ein Donald Trump Wahlfälschungen in den  USA  beispielsweise über Briefwahlen einräumt.  

In den deutschen „Qualitätsmedien“ erfahren wir derzeit täglich, dass die OSZE die Wahlen in Weißrussland nicht beobachtet hat und es wird so dargestellt, als sei eine Wahlbeobachtung durch die OSZE von Minsk nicht zugelassen worden. Das ist nicht wahr, wie Pressemeldungen der OSZE zeigen.

Das habe auch ich nicht gewusst und wahrscheinlich auch kaum jemand sonst. Es ist keineswegs so, dass Weißrussland gegen eine Beobachtung der Präsidentschaftswahlen gewesen wäre, im Gegenteil: Weißrussland hat die OSZE zur Wahlbeobachtung eingeladen, aber die OSZE hat abgelehnt. Die „Qualitätsmedien“ und die europäischen Politiker stellen es aber so dar, als hätte Weißrussland die OSZE-Beobachter nicht zugelassen und daher könne man das Wahlergebnis nicht anerkennen, denn es sei gefälscht worden.

Auch ich habe Zweifel an dem Wahlergebnis - wie an jedem Wahlergebnis weltweit -( davon abgesehen steuern Massenmedien als 4. Gewalt das Wahlverhalten der Mehrheitsbürger) aber es gibt keine Beweise für eine Fälschung. Hätte die OSZE die Einladung Weißrusslands angenommen und die Wahl beobachtet, dann hätte man heute die Berichte der OSZE zur Einschätzung der Wahl. Das aber wurde durch die Ablehnung der OSZE verhindert.

Und das ist tatsächlich wahr, denn am 15. Juli hat die OSZE in einer Pressemeldung mitgeteilt, sie habe dem weißrussischen Außenminister mitgeteilt, sie könne die Wahl nicht beobachten, weil sie nicht rechtzeitig eingeladen worden sei. Das Problem dabei ist aber, dass es keinerlei Bestimmungen oder Regeln bei der OSZE gibt, wann eine Einladung erfolgen muss.

Dass sie selbst die Beobachtung der Wahl abgelehnt hat, hat die OSZE am 10. August noch einmal bestätigt, als sie in einer Pressemeldung, in der sie ihre Besorgnis über die Vorgänge in Weißrussland zum Ausdruck gebracht hat, schrieb:

„Das ODIHR bedauert, dass es nicht in der Lage war, die gestrigen Präsidentschaftswahlen zu beobachten, nachdem die weißrussische Regierung keine rechtzeitige Einladung an das ODIHR geschickt hat, um die kritischen Elemente des Wahlprozesses zu beobachten.“

Da es bei der OSZE jedoch keinerlei Regeln gibt, wie viele Wahlbeobachter zu einer Wahl geschickt werden oder innerhalb welcher Fristen Einladungen zur Wahlbeobachtung ausgesprochen werden müssen, ist das offensichtlich eine Ausrede. Das ODIHR führt an, dass zu dem Zeitpunkt (15. Juli) die Registrierung der Präsidentschaftskandidaten schon abgeschlossen war, weshalb eine Wahlbeobachtung unmöglich sei.

Das überzeugt jedoch keineswegs, denn die Wahl und vor allem die Auszählung der Stimmen hätten trotzdem beobachtet und überwacht werden können. Und die nach Ansicht des ODIHR zu späte Einladung hätte sie in dem Beobachterbericht ausführlich thematisieren und kritisieren können. Allein: Das wäre auch nicht möglich gewesen, weil es ja keine Richtlinien gibt, bis wann eine solche Einladung ausgesprochen werden muss. Solche klaren Regelungen haben Russland und andere Nachfolgestaaten der Sowjetunion seit vielen Jahren gefordert, sie sind mit diesen Forderungen aber bei der Mehrheit der OSZE-Mitgliedstaaten abgeblitzt.

Diese Mehrheit der OSZE-Mitgliedstaaten wird von den Nato-Staaten gestellt. Ist der Verdacht abwegig, dass die Nato-Staaten einheitliche Regeln verweigern, um sich Vorwände zu schaffen, jede Wahl, die ihnen nicht passt, mit solchen vorgeschobenen Gründen, wie jetzt im Falle von Weißrussland, in Zweifel zu ziehen?

Ich schließe bei der Wahl eine Wahlfälschung ausdrücklich nicht aus, aber da es keine Wahlbeobachter der OSZE gegeben hat, werden wir wohl nie erfahren, ob und in welchem Umfang die Wahl manipuliert worden ist.

Deutsche Klassenjustiz stellt "Containern" weiterhin unter Strafe

Wegwerfgesellschaft-Mentalität wird juristisch gestützt

Obwohl Supermärkte bis zu 50 % der Lebensmittel einfach wegwerfen - statt sie zu verschenken oder spottbillig abzugeben - werden sie lieber systematisch weggeworfen und vernichtet. Damit will man einen schleichenden Preisverfall der Lebensmittel verhindern.

Weggeworfene Sachen werden ideologisch als weiterhin real existierendes Eigentum umgebogen!

Gleichzeitig wird  der Hungertod von 36 000 Menschen täglich weltweit billigend in Kauf genommen.

So funktioniert der doch angeblich so effiziente Kapitalismus - Von den Müllbergen der Wegwerfgesellschaft garnicht zu reden.

Der Profit der Konzerne ist der deutschen Justiz  wie ja auch der etablierten politische Klasse wichtiger als die kostengünstige Versorgung der Bevölkerung mit bezahlbaren oder gar kostenlosen Lebensmitteln. 

Der linke Bremer Arbeitsrechtler Rolf Geffken meint dazu: 

Die Rechtsprechung zu #Containern und #Bagatellkündigung i s t #Klassenjustiz !
 
Das #BVerfG hat in seiner bemerkenswerten Entscheidung vom 5.8.2020, 2 BvR 1985/19 ein Musterbeispiel von KLASSENJUSTIZ abgegeben. Als Klassenjustiz bezeichnet man seit Karl Liebknecht eine Rechtsprechung, die bestehende Klassenverhältnisse absichert und die Klassenherrschaft für unantastbar erklärt. Bereits die arbeitsgerichtliche Rechtsprechung zu sog. Bagatellkündigungen hatte die Gleise gelegt für eine solche Klassenjustiz des übersteigerten Eigentumsschutzes der Unternehmer. Die "Entwendung" von Gegenständen geringsten Wertes (!) soll den Arbeitgeber zur Kündigung selbst dann berechtigen, wenn er - wie beim Sperrmüll - erkennbar das Eigentum an diesen Gegenständen bereits aufgegeben hat. Nun wird vom BVerfG das Verbot des Containerns und seine Qualifizierung als "Diebstahl" , also das Verbot der "Entwendung" zur Entsorgung freigegebener Lebensmittel als verhältnismäßig und daher als "verfassungsgemäß" bezeichnet. Mit der Entsorgung von Lebensmitteln in Containern gäben die Unternehmer das "Eigentum" an den Lebensmitteln nicht auf... Diebstahl setzt Eigentum voraus. Und das Eigentum scheint danach "ewig" zu gelten. Von der Sozialbindung des Eigentums keine Rede. Von der zutiefst unmoralischen und nur dem Profit geschuldeten Lebensmittelvernichtung ebenfalls nicht. Auf diese Weise wird das Eigentum w e i t über seine praktische Bedeutung für die Kapitalisten als Herrschaftsverhältnis abgesichert und für sacrosankt erklärt. Ein zutiefst peinliches weil n u r dem Kapitalinteresse verpflichtetes Urteil ! BVerfG quo vadis ?

12 US Oligarchen sahnen wegen Corona so richtig ab

Zerfall des Monopolkapitalismus

Trotz Corona-Krise: Die zwölf reichsten US-Amerikaner besitzen nun mehr als eine Billion Dollar

Sie zerstören das Volk, das immer mehr verarmt - inklusive dem Mittelstand und beispielsweise veröden dank Amazon die deutschen und  europäischen Innenstädte.

Die wirtschaftliche Ungleichheit in den USA erreicht einen neuen Meilenstein: Die zwölf reichsten US-Amerikaner knacken zusammen die Eine-Billion-Dollar-Marke. Zu den größten Profiteuren der Krise zählen Tesla-Chef Elon Musk und Amazon-Gründer Jeff Bezos.

Die Wirtschaft der USA liegt weiterhin am Boden. Millionen von Amerikanern haben ihre Jobs verloren und sind von der Obdachlosigkeit bedroht, aber zumindest auf eine Sache kann man sich verlassen: Die extrem Reichen werden langfristig immer reicher.

Die zwölf reichsten US-Milliardäre besitzen zusammen nun mehr als eine Billion Dollar. Das geht aus einer Studie hervor, die am Montag vom Institute for Policy Studies (IPS) veröffentlicht wurde. Der Zahlenname Billion steht im internationalen Sprachgebrauch für die Zahl 1000 Milliarden oder 1.000.000.000.000 = 1012, im Dezimalsystem also für eine Eins mit 12 Nullen.

Andererseits erreichte die  ohnehin geschönte Arbeitslosenquote  zwischenzeitlich fast  15 %. Damit waren über 40 Millionen US Bürger arbeitslos . 7,5 Millionen Arbeitslose tauchen in der Statistik garnicht auf , so dass man eher von 20 % Arbeitslosenquote ausgeht.

Mehr als 160.000 Menschen haben ihr Leben durch das Virus bereits verloren, mehr als im Vietnamkrieg oder Irakkrieg.

40 Millionen galten schon als arm, als Trump noch mit den Kursrekorden prahlte. 87 Millionen Amerikaner haben keine Krankenversicherung oder sind unterversichert.

 

 Das Vermögen des Amazon-Gründers Jeff Bezos stieg in nur zwei Monaten um rund 30 Prozent an.

IPS-Experte Chuck Collins sieht die Demokratie durch diese extreme Ungleichverteilung des Wohlstandes in Gefahr.

In den Händen dieser zwölf Leute liegt einfach zu viel ökonomische und politische Macht. Aus Sicht einer demokratischen, selbstbestimmten Gesellschaft kann man diese Leute schon als 'Die 12 Oligarchen' oder 'Das despotische Dutzend' bezeichnen.

Unter den größten Profiteuren der Corona-Krise befinden sich bekannte Namen wie Tesla-Chef Elon Musk, Amazon-Gründer Jeff Bezos und Facebook-CEO Mark Zuckerberg. Im März wurde die Ausbreitung von COVID-19 von der WHO zur Pandemie erklärt und fortan konnten die Superreichen ihren Wohlstand um fast 40 Prozent – oder 283 Milliarden Euro – steigern.

Wie die IPS-Forscher in ihrer Studie zeigen, reduzierte sich ihr Vermögen im ersten Quartal des Jahres 2020 zunächst. Seit der weltweiten Ausbreitung des SARS-CoV-2-Erregers stieg dieses dann jedoch wieder stark an. Zu den größten Nutznießern der Krise zählt Elon Musk, der noch am 6. März auf Twitter die Coronavirus-Panik als dumm bezeichnete.

Sein Vermögen konnte er vom 18. März bis zum 13. August nahezu verdreifachen – und zwar auf 48,5 Milliarden Dollar. Auch Amazon-Gründer Bezos konnte sein Vermögen um 68 Prozent beziehungsweise 76 Milliarden Dollar steigern, genauso wie Mark Zuckerberg, dessen Reichtum um 75 Prozent oder 40,8 Milliarden Dollar wuchs.

Einzige Ausnahme unter den zwölf reichsten US-Amerikanern ist Großinvestor Warren Buffett, der seit der Corona-Krise tatsächlich zwei Milliarden verloren hat, aber immerhin noch 80 Milliarden Dollar besitzt.

Die Corona-Epedemie hat also ohnehin im Spätkapitalismus stattfindende Akkumulations- und Konzentrationsprozesse, die ohnehin stattgefunden hätten, nur weiter beschleunigt.

Nicht der Corona Virus hat die Krise im Kern ausgelöst sondern der zerfallende oligopole Spät-Kapitalismus selber.  

Groko-Nawalny-Verschwörungstheorie (VT) platzt - Kein Gift gefunden

CDU-SPD-Medien-Aluhüte in Erklärungsnot

Der russische Oppositionelle Alexej Nawalny liegt nach einer mutmaßlichen Vergiftung im Krankenhaus. Zur Behandlung sollte er nach Berlin gebracht werden, aber die Ärzte untersagen die Reise – und wollen auch ihre Diagnose nicht veröffentlichen.

Die Klinik im sibirischen Omsk hat nach Angaben eines Arztes keine Spuren von Gift in dem schwer kranken russischen Regierungskritiker Alexej Nawalny gefunden. Blut und Urin seien getestet worden, sagte der stellvertretende Chefarzt des Omsker Krankenhauses, Anatoli Kalinitschenko, am Freitag vor Journalisten. Die Diagnose stehe vollständig fest, sie könne aber noch nicht bekanntgegeben werden. Die Mediziner kämpften weiter um das Leben des 44-Jährigen.

Die Ärzte wollen daher den Transport Nawalnys nach Deutschland nicht zulassen. Sein Gesundheitszustand sei zu „instabil“. Das teilte seine Sprecherin Kira Jarmysch am Freitag auf Twitter mit. Sie kritisierte, die Entscheidung der Ärzte sei eine „Bedrohung für sein Leben“. Es sei für ihn tödlich, in dem Krankenhaus „ohne Ausrüstung oder Diagnose“ im sibirischen Omsk zu bleiben.

Die von Göbbels, Hitler und den Nazis erfundene anti-russische Propaganda, die insbesondere von erzkonservativen CDU Ideologen aber auch von verkappten, neoliberalen  Sozialdemokraten wie Heiko Maas  seit 1945 weitergehührt wird, wird wieder einmal als eine auf Lügen und wilden Verschwörungstheorien  des Mainstream basierende Märchen-Geschichte entlarvt.  

https://www.wsws.org/de/articles/2018/01/10/nava-j10.html

Hintergrund zu Nawalny - Wer ist der Mann? 

Mitte der 1990er Jahre errichteten seine Eltern eine Korbwarenfabrik südwestlich von Moskau. Nawalny wechselte nach kurzer Zeit von der Justiz- in die Finanzbranche und begann eine Karriere als Banker.

Die gleiche Hyperinflation, die einigen wenigen Kriminellen ihre Profite garantierte, stürzte gleichzeitig am unteren Ende der Gesellschaft Millionen Menschen in extreme Armut. Arbeiter erhielten oft monatelang keinen Lohn. Vor dem Hintergrund dieser katastrophalen Umgestaltung der Gesellschaft entwickelte der junge Nawalny einen faschistischen, sozialdarwinistischen Hass auf die Arbeiterklasse. Später erklärte er in einem Interview: „Ich wollte eine Marktwirtschaft der übelsten Art: nur die Stärksten überleben, der Rest ist ganz einfach überflüssig (Ne Nuschni).“

Er begann an der Börse und in einem Immobilienunternehmen zu arbeiten, doch der Durchbruch blieb ihm verwehrt. Später erinnerte er sich: „Marktfundamentalisten wie ich glaubten, sie würden allesamt Millionäre werden. Jeder dachte, wenn wir schlau sind, werden wir bald reich werden... Aber dann wurde es offensichtlich, dass die Reichen diejenigen sind, die irgendwie Kontakte zur Regierung haben.“

Diese Erkenntnis war für ihn vermutlich der Anlass, in die Politik zu gehen. Während er noch immer an der Börse arbeitete, näherte er sich der marktliberalen Partei Jabloko (Apfel) an. Mehrere Vorsitzende dieser Partei waren berüchtigt für ihre langjährigen Beziehungen zum US-Außenministerium und der CIA. Die bekanntesten davon waren Boris Nemzow und Garri Kasparow.

Nawalnys Beziehungen zur extremen Rechten in Russland

Nawalny fiel schon früh als aggressiver Befürworter eines Bündnisses zwischen den Liberalen und den Rechtsextremen innerhalb der russischen Opposition auf. Im Herbst 2005 nahm er erstmals am „Russischen Marsch“ in Moskau teil. Hierbei handelt es sich um jährliche Demonstrationen am 4. November, an denen zahlreiche monarchistische, faschistische, antisemitische und immigrantenfeindliche Organisationen teilnehmen. Im Jahr 2007 wurde er wegen seiner Sympathien für die extreme Rechte aus Jabloko ausgeschlossen.

Nachtrag:

Nach Auskunft russischer Ärzte gab es ein Blutzucker-Problem bei Nawalny.  Jährlich sterben allein in Deutschland 100 000 Menschen an Diabetis Typ 2. 

Der russische Corona Impfstoff ist da 

Funktionsweise 

Das Besondere ist, dass es sich um eine leicht veränderte Version zweier früher in Russland entwickelter Impfstoffe handelt: ein Impfstoff gegen das Ebolavirus, der (in Russland, Anm. d. Red.) schon zugelassen ist und den dasselbe Institut vor sechs Jahren entwickelt hat; das andere ein Impfstoff gegen das Mers-Virus (Middle East Respiratory Syndrom, ebenfalls ein Coronavirus, Anm. d. Red.) von vor zwei Jahren.

Der russische Gesundheitsminister meint: 

Diese beiden Impfstoffe wurden in groß angelegten klinischen Studien auf Sicherheit und Effektivität getestet. Und damit hat Russland einen Vorteil, den manche im Westen gerne übersehen: Wir nutzen eine schon bekannte Plattform für unseren Impfstoff. Deshalb habe ich mich damit impfen lassen und es meinen 74 Jahre alten Eltern auch empfohlen.

Der Impfstoff basiert auf zwei sogenannten Vektoren, modifizierten Viren, die das Genmaterial des Coronavirus in die menschliche Zelle bringen.

In diesem Fall sind das Adenoviren, die eine sehr leichte Form der Grippe auslösen. Sehr vereinfacht ausgedrückt, funktionieren die Vektoren wie ein Zug, der Genmaterial des Coronavirus-Stachels in die Zelle transportiert.

Der Körper fängt dann an, diesen Stachel zu bekämpfen, und bildet Antikörper.

Aber er beginnt auch den Zug, also den Vektor, zu bekämpfen. Die Forscher in Oxford (die Universität von Oxford in Zusammenarbeit mit dem Pharmakonzern Astra Zeneca, Anm. d. Red.) benutzen für ihren Impfstoff nur einen Zug oder Adenovirus-Vektor.

Wenn sie ihn bei einer Folgeimpfung noch einmal losschicken, wird er angegriffen.

Wir impfen nach 21 Tagen zum zweiten Mal, aber mit einem anderen Vektor. Und wir haben diesen Zugang, der zu einer viel stärkeren Immunität führt, schon patentiert. Wir glauben, dass der russische Zwei-Vektoren-Ansatz im Moment der effizienteste ist. Die wirkung soll 2 Jahre lang anhalten. 

Wir werden noch im August die Ergebnisse der ersten beiden Testphasen veröffentlichen. Auf Basis dessen werden die Länder sich entscheiden. Wir werden auch den in Oxford entwickelten Impfstoff von einer unserer Firmen produzieren lassen. Denn wir glauben, je mehr Impfstoffe es geben wird, desto besser.

Wissenschaftler auf der ganzen Welt arbeiten mit bislang unbekannter Geschwindigkeit an einem Impfstoff gegen das SARS-Coronavirus-2. Der »Coronavirus Vaccine Tracker« der »New York Times« listet 175 (+) Impfstoffprojekte auf. Auf der Seite der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind 167 Kandidaten gelistet, von denen sich 28 in einer der drei klinischen Prüfphasen befinden. Sechs dieser Impfstoffkandidaten werden bereits in der Phase III getestet.

  1. Der Impfstoffkandidat der University of Oxford/Astra-Zeneca
  2. Der Impfstoffkandidat der Firma Sinovac
  3. Der Impfstoffkandidat des Wuhan Institute of Biological Products/Sinopharm
  4. Der Impfstoffkandidat des Beijing Institute of Biological Products/Sinopharm
  5. Der Impfstoffkandidat der Firma Moderna/NIAID
  6. Der Impfstoffkandidat des Konsortiums von BioNTech/Fosun Pharma/Pfizer
Drei verschiedene Impfstofftypen sind unter diesen sechs Kandidaten vertreten: Nicht replizierende virale Vektoren (1), inaktiviertes Virus (2, 3, 4) und mRNA (5, 6). Unter diesen taucht ein Kandidat nicht auf, der – bislang wenig beachtet – im Wettlauf um die erste Zulassung gerade das Zielband gerissen hat.

»Sputnik V« als erster Coronavirus-Impfstoff zugelassen

»Sputnik V« heißt die Vakzine, die am Dienstag als erster Corona-Impfstoff weltweit zugelassen wurde. Wie ist sie aufgebaut?

Der russische Impfstoff, der zunächst die Bezeichnung »Gam-COVID-Vac Lyo« erhielt, enthält eine nicht replikationsfähige Adenovirus-Variante, also ein nicht vermehrungsfähiges harmloses Schnupfenvirus. Es handelt sich somit um einen Vektorimpfstoff. Dieser Impfstofftyp basiert auf Viren als Träger (»Vektor«), die die Erbinformation für ein Protein des Zielerregers (hier SARS-CoV-2) in den Körper des Geimpften transportieren, wo sie  abgelesen werden und das Impfantigen gebildet wird. In das Genom dieser Vektorviren hat man die Erbinformation für das Spike-Protein des neuen Coronavirus eingefügt und sie dann so verändert, dass sie sich nicht mehr vermehren können.

Auch andere Konsortien entwickeln Vektorimpfstoffe auf Basis von menschlichen oder Affen-Adenoviren. Zu den bekanntesten Vertretern gehören der Corona-Impfstoffkandidat Ad26.COV2.S der Firma Johnson & Johnson sowie die Kandidaten Ad5-nCoV von CanSino Biologics und AZD1222 der Kooperation der University of Oxford mit Astra-Zeneca. Mit Letzterem wurde bereits im Juni eine Phase-III-Studie begonnen. 

Entwickelt wurde der russische Impfstoff Gam-COVID-Vac Lyo vom staatlichen Gamaleya-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau. Er besteht aus zwei Komponenten:

  • Zum einen eine rAd26-Komponente, die einen rekombinanten Adenovirus-Vektor auf der Basis des menschlichen Adenovirus Typ 26 enthält, in den das SARS-CoV-2- S-Protein-Gen integriert wurde.
  • Zum anderen eine rAd5-Komponente, die analog einen rekombinanten Adenovirus-Vektor auf der Basis des menschlichen Adenovirus Typ 5 enthält, in den ebenfalls das SARS-CoV-2 S-Protein-Gen integriert wurde.

Die erste Impfkomponente dient als sogenannter »Primer«, der eine erste Immunantwort auslöst, wohingegen die zweite Impfkomponente als »Booster« eingesetzt wird, der die Immunantwort noch verstärken soll.

Zugelassen ist der Impfstoff laut Registrierungsbescheinigung des Gesundheitsministeriums der Russischen Föderation als diese klassische Prime-Boost-Immunisierung. Dabei wird am Tag 1 mit der ersten Komponente geimpft und am Tag 21 mit der zweiten Komponente. Die Besonderheit dieses Regimes besteht darin, dass durch eine Kombination unterschiedlicher Immunogene eine additive oder synergistische Wirkung auf das Immunsystem erzielt werden kann. Eine Prime-Boost-Strategie kann beim Einsatz von bestimmten Impfstoffen, darunter auch viralen Vektoren, sogar zum Teil erforderlich sein, da bereits nach der erstmaligen Anwendung der Vektoren das Immunsystem massiv auf das Trägervirus reagiert und bei einer zweiten Applikation des gleichen Impfantigens die Immunantwort auf den Vektor ebenfalls geboostert wird. Diese könnte dann die Immunantwort gegen das SARS-CoV-2-Protein quasi überdecken.

Die Entwickler des Sputnik-Impfstoffs hätten sehr bewusst auf eine zweistufige Impfung mit zwei unterschiedlichen viralen Vektoren gesetzt, berichtete der stellvertretende Direktor des Zentrums für wissenschaftliche Arbeit des Gamaleya-Zentrums, Denis Logunov, bereits Ende Juli in einem Interview gegenüber dem Internetportal »Meduza«. Der Grund hierfür seien Erfahrungen mit Vektorimpfstoffen gegen das MERS-Coronavirus und das Ebolavirus, die gezeigt hätten, dass eine einmalige Impfung in manchen Bevölkerungsgruppen für einen Immunschutz nicht ausreiche.

Was ist zur Sicherheit und Wirksamkeit des russischen Impfstoffs bereits bekannt? In der Clinical Trials Datenbank beim NIH sind zwei klinische Studien registriert, die unter den Kürzeln NCT04436471 und NCT04437875 zu finden sind. Jeweils 38 Probanden waren in die Studien eingeschlossen.

Vektorviren als Plattform 

 
 
Bei der Suche nach Pandemie-Impfstoffen gewinnen Plattformtechnologien an Bedeutung. Unter diesen sind Vektorimpfstoffe prominent vertreten. Die Basis bilden harmlose Viren, deren Genom zusätzlich die Bauanleitung für ein Coronavirus-Protein enthält. So wird das Impfantigen von den Zellen des Geimpften selbst produziert. Zwei Kandidaten nach diesem Prinzip sind schon in der klinischen Entwicklung.
 

Seit vielen Jahren verfolgen Forscher im Rahmen der Weiterentwicklung von Impfstoffkonzepten die Idee, den Körper Impfantigene selbst herstellen zu lassen. Eine dieser Strategien, die jüngst bei einem ersten zugelassenen Impfstoff zum Schutz vor Ebola realisiert wurde, ist das Konzept der Vektorimpfstoffe. Dieses Prinzip wird auch bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 verfolgt.

Bei Vektorimpfstoffen wird das Genmaterial für ein Impfantigen in ein infektionsfähiges, gut bekanntes Trägervirus eingebaut, das dann als Impfstoff injiziert wird. Dieser Vektor dient als eine Art Genfähre, die genetisches Material in die Körperzellen einschleust. Dort wird das zusätzliche Gen für das Impfantigen in dem Vektorvirus abgelesen und in ein virales Protein übersetzt, das dann im Geimpften die Produktion von Antikörpern und spezifischen T-Zellen gegen dieses Antigen provoziert.

Vektorimpfstoffe sind eine klassische Plattformtechnologie: Wenn einmal ein geeignetes Trägervirus eta­bliert ist, lässt sich auf dieser Basis (Plattform)  prinzipiell gegen jeden gewünschten Erreger eine Vakzine entwickeln. Wenn der Impfstoff gegen Ebola gerichtet sein soll, wird dem Vektorvirusgenom ein Ebola-Gen zu-gefügt, bei SARS-CoV-2-Impfstoffen entsprechend ein Gen des Coronavirus.

Wie bei den Ganzvirus-Impfstoffen gibt es auch bei den Vektorimpfstoffen replizierende Vektorviren und nicht replizierende Vektorviren. Dies können RNA-Viren sein, zum Beispiel das Vesikuläre Stomatitis-Virus (VSV) oder das Masernvirus, oder auch DNA-Viren, zum Beispiel das Pockenvirus oder verschiedene Adenoviren. Die Viren können eine Hülle besitzen, wie VSV oder das Pockenvirus, oder unbehüllt sein, zum Beispiel Adenoviren.

Replizierende virale Vektoren

Verschiedene Trägerviren kommen als replizierende virale Vektoren in Frage, darunter das Impfmasernvirus, das Pferdepockenvirus, ein attenuiertes Influenzavirus, VSV und das Schafpockenvirus (Orf-Virus). Ein zugelassener Impfstoff auf Basis dieser Plattform ist der Ebola-Impfstoff VSV-ZEBOV (Ervebo®), in dem das Glykoprotein G des VSV gegen das Ebola-Glykoprotein ausgetauscht wurde.

Eine wichtige Eigenschaft viraler Vektoren ist, dass sie unter anderem gut geeignet sind, virale Hüllproteine korrekt gefaltet und glykosyliert in vivo zu exprimieren, was die Induktion einer effizienten antiviralen Antikörperantwort begünstigt. Für bestimmte umhüllte Viren ist es außerdem möglich, das fremde Glykoprotein in die Membran des viralen Vektors einzubauen. Da die Antigene, deren genetische Information in das Vektorgenom integriert ist, von der infizierten Zelle exprimiert werden, induzieren virale Vektoren auch eine starke CD8+-T-Zell­-Antwort.

Virale Impfvektoren sind in der Regel so konstruiert, dass sie nicht ins Genom der Zielzelle integrieren, um das Risiko einer Insertionsmutagenese ( Bez. für Verfahren, bei denen Mutationen durch die zufällige Insertion eines DNA-Fragmentes innerhalb des Genoms erzeugt werden) zu minimieren. Vielfach wird dadurch das betroffene Gen in seiner Funktion ausgeschaltet.  durch die Impfung zu minimieren. Sie vermehren sich nur für eine begrenzte Zeit in der geimpften Person, bis sie durch das Immunsystem kontrolliert und eliminiert werden. Daher werden die Impfantigene nur vorübergehend exprimiert, was jedoch in der Regel ausreicht, um gute Immunreaktionen zu induzieren.

Derzeit listet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 16 Projekte auf, in denen auf Basis replizierender viraler Vektoren Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 entwickelt werden. Keiner dieser Impfstoffkandidaten wird bisher klinisch getestet.