D-Day und die Heuchelei der Westmächte 

Den größten Blutzoll im Krieg gegen den Hitlerfaschismus leistete die Sowjetunion mit mehr als 20 Mio. Opfern. 

Die Westmächte hatten schon 1936 der Machtausweitung der Hitlerfaschisten zugeschaut als Hitler den Putsch des Faschisten und Obristen General Franco gegen die spanische Republik mit der Legion Kondor militärisch zum Sieg verhalf und die Westmächte schauten nur zu .

Danach trieben sie es  in den dreissiger Jahren auf die Spitze als die Westmächte die Besetzung des tschechischen Sudetenlandes durch Hitler im Münchener Abkommen sogar noch vertraglich absicherten.

Erst als die Sowjetunion den Hitlerfaschismus in Stalingrad militärisch besiegte und in Richtung Berlin vorrückte, erwogen die Westmächte Mitte 1944 kurz vor Toresschluß eine zweite Westfront gegen Hitlerdeutschland zu eröffnen . Da waren schon weit mehr als 15 Mio. Russen im Krieg gegen Hitler ermordet und die Wende im Krieg eingeleitet worden.

Die Hauptlast an der Befreiung der Menschheit hatte glasklar die Sowjetunion geleistet und sie besiegte Hitlerdeutschland erstmals in offener Feldschlacht.

Entsprechend thematisiert das  auch Andreas Schlüter in seinem Blog "Wikipoli".

D-Day: Meilenstein in der Befreiung vom Faschismus und Instrument der Heuchelei

2

d-day

Heute, am 6. Juni, vor siebzig Jahren landeten die westlichen Allierten in der Normandie und es begann der letzte Akt der Befreiung Europas vom Nazi-Horror. Wahrlich ein Tag, der zum Gedenken auffordert!

Aber, man sollte sich der ganzen Geschichte erinnern: Ein Teil der US-Macht- und Wirtschaftselite hatte viel getan, um die Nazi-Bande an die Macht zu bringen und sogar durch den zweiten Weltkrieg hindurch mit den Nazi-Mördern kolaboriert (http://tinyurl.com/bqqdwmv). Diese waren ihnen nützlich dabei, die Sowjetunion nahezu in den Abgrund zu bomben und den Hauptkonkurrenten Großbritannien aus dem „globalen Spiel“ zu kicken. Ohne dass dies historische deutsche Schuld schmälert, klebt auch an diesen us-amerikanischen Kräften Mitschuld an sechs Millionen ermordeter europäischer Juden, an über zwanzig Millionen toter Zivilisten in der Sowjetunion, an Millionen von Opfern in anderen Ländern und Abermillionen toter Soldaten. Es wäre also eine naive Illusion, die USA als „Mutterland des Antifaschismus´“ zu sehen (http://tinyurl.com/6798tjr).

Verneigen muss man sich aber vor den vielen allierten Soldaten, die in der Normandie ins Feuer liefen, um dem Nazi-Spuk ein Ende zu bereiten, und dann mit der Roten Armee (die die „Hauptlast“ trug) den Nazis den Todesstoß versetzten. Ganz besonders muss man sich vor den Afroamerikanischen Soldaten verneigen, die in ihrem eigenen Land immer noch vielerorts mit einer Rassengesetzgebung konfrontiert waren, die einen Vergleich mit den Nürnberger Rassegesetzen „nicht zu scheuen brauchte“, auch, wenn es für sie keine Todeslager (von den Gefängnissen mit ihren „Chain-Gangs“ abgesehen), sondern nur den „Volkssport“ des Lynchens gab. Auch den westlichen Truppen aus den Kolonien ist von daher ihr Einsatz besonders hoch anzurechnen, da sie selbst mit Rassismus und Chauvinismus konfrontiert waren.

Ein neues „Festival der Heuchelei“?

Dass dieser Teil der Geschichte bei den Feierlichkeiten zum D-Day nicht zur Sprache kommt, ist Routine und nicht weiter bemerkenswert. Aber diese Veranstaltung droht zusätzlich vor Heuchelei „überzulaufen“, denn man sitzt ja nun über Putin „zu Gericht“, der die Frechheit besitzt, sich den dreisten Ausdehnungsversuchen der NATO an den „Pelz des russischen Bären“ zu widersetzen. Dass der Westen dabei keine Probleme hat, sich mit ukrainischen Faschisten gemein zu machen, kann zwar eigentlich nicht mehr verwundern, aber ist gerade an diesem Tag von besonderer Pikanterie. Nicht weniger pikant ist übrigens die olivgrüne Komplizenschaft in diesem Spiel (http://www.jungewelt.de/2014/06-06/034.php) sowie die opportunistische Haltung aus der Führung der LINKEn gegen Genossinnen, die dieses anprangern (http://tinyurl.com/qc7kchk ).

Wieder ist festzustellen: wer nicht aus der Geschichte lernen will, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen (http://tinyurl.com/lebr9uc)! Und die Europäer der EU begreifen in großer Zahl offenbar nicht, dass sie diesmal dabei sind, sich durch TTIP (Transatlantisches Freihandelsabkommenendgültig dem Faschismus, nämlich dem US Unternehmensfaschismus, auszuliefern!

Andreas Schlüter

http://wipokuli.wordpress.com/2014/06/06/d-day-meilenstein-in-der-befreiung-vom-faschismus-und-instrument-der-heuchelei/

Ken FM Jebsen interviewt den Organisator der Mahnwachen Lars Märholz - Montag kommt Diether Dehm (Linke)

Während die Linke offiziell einen Zickzackkurs zu den Mahnwachen fährt und selbige nicht mehr grundsätzlich verurteilt und vor allem zwischen einigen Mitorganisatoren und der linken und systemkritischen Basis differenziert, sollten alle Linken die Gelegenheit nutzen, um sich selber einen Eindruck vom etwas naiven Haupt-Organisator der Mahnwachen für den Frieden zu machen.   

Damit sich jeder ein eigenes Bild vom  Organisator der Mahnwachen in Berlin machen kann, führte Ken Jebsen ein einstündiges Interview mit Lars Märholz.

Am Montag wird sich der linke Bundestagsabgeordnete Diether Dehm  an der Mahnwache in Berlin vor dem Brandenburger Tor beteiligen.   

KenFM im Gespräch mit: Lars Mährholz

 

Veröffentlicht am 01.06.2014

Lars Mährholz ist ein Mensch, der sich für den Frieden einsetzt. Der bis dahin eher unpolitische 34-Jährige rief vor einigen Wochen die Montagsmahnwachen in Berlin ins Leben, ohne zu ahnen, welchen Gegenwind sein Engagement erfahren würde. Aus einer tiefen Besorgnis heraus meldete er im März die erste Demonstration am Brandenburger Tor an, nachdem er sich in den Monaten zuvor erstmals intensiver mit den großen Themen des Weltgeschehens auseinandergesetzt hatte: Macht, Geld, den jüngsten Ereignissen in Europa und den Auswirkungen der amerikanischen Politik auf die Weltereignisse. Was sich bei seinen Recherchen vor ihm auftat, trieb ihn also auf die Straße – um seine Mitbürger auf Dinge aufmerksam zu machen, von denen auch er vorher nie gehört hatte, über die er sich schlichtweg nie Gedanken gemacht hatte. Und um den Menschen, die sich Sorgen machen und denen die aktuellen Entwicklungen Bauchschmerzen bereiten, die Möglichkeit zu geben, sich zusammenzuschließen um gemeinsam aktiv zu werden.

In den ersten Wochen wurden die Mahnwachen von den Medien vollständig ignoriert, dann blies Mährholz der mediale Gegenwind frontal ins Gesicht. Die Welle der Diffamierungen, die diese Bewegung bis heute erfährt, ist das Letzte, mit dem Mährholz gerechnet hätte, als er die Mahnwachen initiierte. Diese Welle ist bis heute nicht abgeebbt, denn ausgewogene und objektive Berichterstattung bleibt weiterhin die Ausnahme. Das Bild, das in den letzten Wochen von der Bewegung und vor allem von Lars Mährholz entstand, ist bis zur Unkenntlichkeit verzerrt, und soll mit dieser Ausgabe von KenFM im Gespräch wieder einigermaßen zurecht gerückt werden.

Während sich vor allem Mainstreammedien und reformlinke Medien darauf festgenagelt haben, den Friedensaktivisten als einen (neu-)rechten Bürger darzustellen, der ihrer Meinung nach politisch zwischen NPD und REP zu verorten ist, konnten wir einen zutiefst pazifistischen Menschen erleben, der vielleicht etwas naiv davon ausgeht, dass alle Menschen dieser Welt an Frieden interessiert wären. Dem scheint nicht so zu sein. Anders als der Großteil der bisherigen Presse sprachen wir nicht über Lars Mährholz, wir sprachen mit ihm. Das Gespräch wurde am 7. Mai aufgezeichnet.

{youtube}UHvxulM1qPs{/youtube}

Mahnwache mit Pedram Shayar und Ken Jebsen in Köln 

http://maehrholz.net/

https://www.youtube.com/watch?v=JO2bLjEsAAE&list=PL7KDgVubf8lpoHg5SxxaOZQ-GP8PDVjRi&index=5   Kleine Redensammlung der  Mahnwachen 

Die Nazi Symbole der neuen Machthaber in Kiew 

Ukraine Kiew Regime ist noch nicht "offiziell" eine Neo-Nazi-Regierung  



Von Prof. Michel Chossudovsky

 

Wissen wir, wer sie sind? 

Es gibt nicht nur "ultra-Erz-Konservative" in der Regierung in Kiew, sondern "Nicht Neo-Nazis. laut Berichterstattung westlicher Mainstrreammedien.

" Laut der westlichen Leit-Medien,  ist alles russische Propaganda, die Symbole des 2. Weltkrieges bemühe. .

Die alternativen Medien, hat aber anerkannt, dass die Kiew-Regime ist "eine Rechts-Koalition", der  zwei Neonazi-Parteien (Svoboda und Rechts Sector) angehören .

Aber angeblich ist das keine Nazi-Regierung, obwohl diese Parteien Nazi- Symbole benutzen.  Sowohl Svoboda als auch Rechter Sektor nutzen Nazi-Abzeichen und Synbole. 

Wenn eine Regierung  Nazi-Symbole nutzt ist es auch eine Nazi-Regierung oder ?!

Wenn das Kiewer-Regime "offiziell"  Nazi-Symbole nutzt und ihre nationalen Sicherheitsorgane und Militäreinheiten ebenso, bezeichnet man objektiv als Nazi-Rergierung.

Unten ist die Nazi-Emblem der Nationalgarde  Національна гвардія України] , die als Reserve- Armee der ukrainischen Streitkräfte definiert und neu gegründet wurde.

 Sie arbeiten unter der Zuständigkeit des Innen-Ministeriums.

Die Nationalgarde ist Teil der so sogenannten "inneren Truppen in der Ukraine." Das Emblem ist ein stilisiertes Hakenkreuz (siehe unten). 

Stellen Sie sich vor, was passieren würde, wenn die US-Nationalgarde waren auf Hakenkreuz-ähnlichen Symbolen anzuzeigen.

Von Bedeutung ist auch dass die Nationalgarde der Ukraine direkt von der Obama-Regierung finanziert wird. 

Unbekannt ist  für die amerikanische Öffentlichkeit, dass die US-Regierung die Kanalisierung finanzielle Unterstützung, Waffen und Ausbildung zu einer Neo-Nazi-Einheit.

Niemand in Amerika weiß es, weil die Verwendung der Worte "Neo-Nazi" und "Faschist" in Bezug auf die Ukraine ein Tabu ist. Die haben aus dem Lexikon der investigative Berichterstattung ausgeschlossen. In Medienberichten ist stattdessen  von "Ultra-konservativen" "Extremen Rechten " und "Nationalisten die Rede.

Eine weitere Einheit-die Teil ist der ukrainischen Nationalgarde ist , ist das  Asowsche Battalion ( Батальйон Азов ). 

Die Asowschen Bataillon -nutzt ebenfalls das  Nazi-SS-Emblem (unten links). Es wird von dem Kiewer-Regime als "Freiwilliger Bataillon der Territorialverteidigung beschrieben ". 

Es ist ein Bataillon der Nationalgarde unter der Zuständigkeit des Ministeriums für Innere Angelegenheiten. Offiziell in Berdyank auf dem Asowschen Meer basiert, wurde sie von dem Regime gebildet, um den Aufstand der Opposition in Ost-und Süd-Ukraine zu bekämpfen. Es wird auch von der US-Regierung finanziert.

 

Diese Miliz mit dem Nazi-SS-Emblem von der Ukraine Innenministerium, das entspricht Amerikas Heimatschutzministerium gefördert.

Sie sind lässig als "Freiheitskämpfer" bezeichnet.

Sein alles für einen guten Zweck. "Die Demokratie ist das Endspiel."

In den Worten von der New York Times: " Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union haben die Revolution hier [Ukraine] als eine  Blüte der Demokratie unterstützt -  ein Schlag gegen angeblichen Autoritarismus und Kleptokratie im ehemaligen sowjetischen Raum. " ( NYTimes.com , März 1, 2014).

Es versteht sich von selbst, dass "Unterstützung" für die Bildung einer Regierung in der Ukraine mit "Neo-Nazi-Gesinnung" in keiner Weise assoziiert wird. Die Entwicklung von "faschistischen Tendenzen" im Weißen Haus, dem Außenministerium und dem US-Kongress wird offiziell nicht thematisiert.. .

Blättern Sie nach unten für ausgewählte Bilder von dem Asowschen -Bataillon "Freedom Fighters"
 

 

Quelle der Bilder: https://news.pn/en/public/104475

 

Michel Chossudovsky ist ein preisgekrönter Autor, Professor für Volkswirtschaftslehre (emeritiert) an der Universität von Ottawa, Gründer und Direktor des Centre for Research on Globalization (CRG), Montreal und Herausgeber der globalresearch.ca Website. Er ist der Autor von The Globalization of Poverty und The New World Order (2003) und Amerikas "Krieg gegen den Terrorismus" (2005). Die Gefahren des Atomkrieges (2011): Sein jüngstes Buch ist dem Weg zu einem Weltkrieg-Szenario zu. Er ist auch ein Faktor für die Encyclopaedia Britannica. Seine Schriften wurden in mehr als zwanzig Sprachen veröffentlicht.

http://www.informationclearinghouse.info/article38672.htm

CDU verfassungsfeindlich? - Asylrecht soll weiter eingeschränkt werden 

Eigentlich ist das Grundrecht auf Asyl ein Grundrecht mit Ewigkeitsgarantie. Eigentlich demontieren nur Verfassungsfeinde solche Grundrechte. 

Da stellt sich die Frage, ob die CDU verfassungsfeindlich ist? 

Trotzdem ist es der rechtspopulistischen CDU gelungen, dieses Grundrecht u. a. durch die Einführung der Drittstaatenregelung de facto auszuhöhlen. 

Im Bundestag steht am Freitag eine mögliche weitere Einschränkung des deutschen Asylrechts auf der Tagesordnung - Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina sollen als sichere Herkunftsländer eingestuft werden. Grünen-Politikerin Claudia Roth hat das Vorhaben scharf kritisiert. Die CDU hält dagegen.

Die Grünen-Politikerin Claudia Roth hat die von der Bundesregierung geplante Einschränkung des Asylrechts scharf kritisiert. Sie sprach am Freitag im ARD-"Morgenmagazin" von einem "schlimmen Anschlag auf die Reste unseres Asylrechts". Der Bundestag berät an diesem Freitag über das Vorhaben von Schwarz-Rot, die Balkanstaaten Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als sichere Herkunftsländer einzustufen.

Damit können Asylbewerber von dort schneller in die Heimat zurückgeschickt werden. Ihre Zahl ist in den vergangenen Monaten stark gestiegen- allerdings auf sehr niedrigem Niveau.

Die Anerkennungsquote ist zudem ohnehin sehr  niedrig. Betroffen sind vor allem Roma. Roth widersprach der Einschätzung, dass die drei Staaten für diese Volksgruppe sicher seien. Es gebe dort "riesengroße Lager", in denen die Menschen dahinvegetierten, diskriminiert werden und "pogromartiger Gewalt ausgesetzt sind".

Zuletzt hatte die rechtspopulistische CSU eine Hetzkampagne gegen Bulgaren und Rumänen angezettelt, die der Union wohl Wählerstimmen von Rechtspopulisten wie der AFD und von Neonazis bringen, die besonders stark auf dieser völkischen Welle reiten.    
 

Fortsetzung folgt

 

EZB beerdigt mit Minus-Zins-Politik klassischen Kapitalismus

Die EZB wird einen wichtigen Zins wahrscheinlich unter null Prozent senken. 

 "In Frankfurt hat Zentralbankpräsident Mario Draghi mit seiner spektakulären Minus-Zins-Politik den klassischen Kapitalismus beerdigt: Nicht nur wer Geld fälscht, wird künftig bestraft, sondern auch wer es bei der Zentralbank parkt. Diese Paradoxie entlarvt den modernen Kapitalismus. Er ist mit all seinen Sicherheiten am Ende angekommen. Die unsichtbare Hand des Markts ist nur deshalb unsichtbar, weil sie nicht existiert. Wir haben inzwischen gelernt: Der Markt klärt gar nichts. Nur Institutionen und Gesetze klären den Abgleich der Interessen. Das ist die Stunde Europas. Wer weniger Brüssel will, leugnet die Lehren der Bankenkrise", schreibt Jakob Augstein in einer Spiegel-Kolumne.

EZB-Ratssitzung -  Mario Draghi

Durch den Zinsschritt würden die Kreditkosten für mittelständische Unternehmen in Südeuropa sich kaum ändern. Dort schrumpft das Kreditvolumen seit längerem. Die Gründe dafür sind vielschichtig.

„Es sind eher überschuldete Unternehmen beziehungsweise hohe Kreditrisiken, die in den Peripherieländern eine Ausweitung der Kreditvergabe verhindern“, sagt Michael Kemmer, Chef des deutschen Bankenverbands BdB. In der EZB heißt es deshalb, der Kreditfluss und der Interbankenmarkt würden wohl erst dann wieder richtig in Gang kommen, wenn mit der Bankenprüfung alle faulen Kredite und Bilanzposten aufgedeckt und bereinigt worden seien.

 Vermutlich werden viele Banken wegen dem Minus-Zins ihre überschüssige Liquidität aus der Einlagenfazilität der EZB abziehen. Aktuell beträgt die Überschussliquidität noch gut 150 Milliarden Euro, im Monatsdurchschnitt waren es 110 Milliarden Euro. Würde die EZB darauf 0,1 Prozent Minus-Zins erheben, müssten die Banken im Jahr immerhin 110 Millionen Euro „Parkgebühr“ zahlen.

Aber die Banken werden wohl nicht untätig bleiben, sondern ihre Liquiditätspolster weiter verringern, um die Strafzinsen zu vermeiden, erwartet Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank. Denkbar ist auch, dass die Banken überschüssige Liquidität nicht mehr bei der EZB parken, sondern einfach Bargeld in ihren Tresoren halten. Allerdings stößt das an Grenzen. 

 Bundesbank-Chef Jens Weidmann hat sich vorsichtig dahingehend geäußert, dass der Negativzins den Interbankenmarkt und die Kreditvergabe belebt, aber er hat auch die Kehrseiten aufgezählt, etwa die Gefahr, dass die Kosten eines Negativzinses an Kunden weitergereicht werden. Sparer könnten so weiter enteignet werden. Das findet jetzt schon statt, wenn der Zinsertrag niedriger ist als die Inflationsrate- also da das Vermögen der Kleinsparer sich jetzt schon verringert.

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer bezweifelte den Nutzen der Zinssenkung. Der Strafzins führe nicht dazu, dass die Banken in den Krisenländern mehr Kredite an die Unternehmen ausreichten. „Denn die Banken leiden nicht unter vermeintlich zu hohen Notenbankzinsen, sondern unter dem hohen Bestand fauler Kredite, an dem Negativzinsen nichts ändern.“ Die wahren Nutznießer sind nach Ansicht Krämers die Finanzminister der hoch verschuldeten Krisenländer. „Schon im Vorfeld der EZB-Entscheidung sind die Renditen von Staatsanleihen deutlich gefallen. Italien muss für zehnjährige Anleihen nur noch drei Prozent Zinsen zahlen – so wenig wie noch nie seit Einführung des Euro.“

Verständnis für das Handeln der EZB äußerte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher: Die EZB-Maßnahmen könnten seiner Ansicht zwar die Bildung von Spekulationsblasen an den Finanzmärkten und das riskante Verhalten von Banken noch verstärken. „Allerdings wäre es noch riskanter und eine deutlich schlechtere Option, wenn die EZB nichts täte.“

Fachleute glauben nicht, dass die Banken unter dem Strich mehr und günstigere Kredite vergeben werden. Jaime Caruana, Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, des Dachinstituts der Zentralbanken, sagt: „Ich wäre mit diesem Instrument sehr vorsichtig.“ Die Folgen negativer Zinsen seien „alles andere als klar“.

Aber die entstehenden Kosten aus der EZB-Einlage können die Banken auf die Privatkunden an anderen Stellen überwälzen: Höhere Gebühren und Kreditkosten hält Stefan Winter, Vorsitzender des Verbandes der Auslandsbanken und Mitglied im deutschen Vorstand der Schweizer Bank UBS, für möglich. „Wir haben in Volkswirtschaften mit Negativzinsen immer wieder beobachten können, dass die Kreditkosten gestiegen sind“, sagt Winter. So war es zum Beispiel in Dänemark, wo die Zentralbank von Juli 2012 bis Frühjahr 2014 Negativzinsen ausprobierte, meint die Faz. 

Der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) scharf kritisiert. "Die Maßnahmen halte ich für sehr riskant", sagte Clemens Fuest dem "Mannheimer Morgen".

Die Krise in Südeuropa werde so nicht behoben. Die zusätzliche Liquidität werde die Immobilienpreise und die Aktienkurse weiter in die Höhe treiben. Faule Kredite müssten abgeschrieben und überschuldete Banken und Unternehmen saniert werden, forderte der Chef des Instituts mit Sitz in Mannheim.

Die Sparkassen im Land sehen die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) mit Sorge. "Die erhofften Chancen für die Problemländer und ihre Wirtschaft sind dabei bei weitem geringer als die negativen Auswirkungen auch auf uns als größte und stärkste Volkswirtschaft in Europa", sagte der Präsident des Sparkassenverbands, Peter Schneider, am Donnerstag in Stuttgart. Die Geldpolitik der EZB werde nichts gegen die wirtschaftlichen Probleme der südlichen Euroländer bewirken, sagte Schneider.

EZB Chef Draghi löst durch seine Niedrigzins-Politik allerdings eine Geldschwemme  bzw Anreize zur Kreditaufnahme aus. 

Bereits unmittelbar nach der Bekanntgabe der massiven Geldschwemme durch die EZB zeigten sich die Analysten irritiert: Es müsse schon sehr schlimm um die Eurozone stehen, wenn Mario Draghi zu derart drastischen Mitteln greift.

Auch die Analysten der HSH Nordbank kommen zu einem für Draghi nicht besonders günstigen Urteil. Unter dem Titel “Der deflationäre Effekt einer ultra-aggressiven Geldpolitik” kommt Cyrus de la Rubia zu einem ernüchternden Schluss: Die Politik Draghis bewirke exakt das Gegenteil dessen, was die EZB will:

“Es scheint zu einem Transmissionsmechanismus zu kommen, der in keinem Lehrbuch nachzulesen ist: Je aggressiver und je länger die Geldpolitik eine Lockerungspolitik durchführt, desto mehr befürchten die Investoren Instabilitäten durch die sich aufbauenden Assetpreisblasen. Das Ergebnis sind Unternehmer und Manager, die aus Angst vor zukünftigen Finanzmarktturbulenzen sparen, nur vorsichtige Lohnerhöhungen zulassen und Investitionspläne zurückstellen. Banken wiederum stoßen auf eine geringere Kreditnachfrage, halten sich ihrerseits aber auch mit der Kreditvergabe zurück, um ihr Eigenkapital für den Fall einer neuen Finanzkrise zu schonen. In diesem Umfeld können auch Konsumenten nicht befreit aufschlagen, trotz höher bewerteter Vermögenswerte. Es ergeben sich deflationäre Effekte.”

De la Rubia ist der Auffassung, dass die einzige Chance, aus der Krise zu kommen, darin besteht, sie Zinsen maßvoll zu erhöhen:
“Die Schlussfolgerung daraus ist offensichtlich, die Liquiditätszufuhr in die Finanzmärkte abzubauen bzw. zu stoppen. Fed-Mitglied Richard Fisher hat dies plastisch ausgedrückt: Graben ist das falsche Rezept, wenn man in eine Grube gefallen ist.”

Mario Draghi sieht das ganz anders: Für ihn ist die erneute Geldschwemme nur ein Zwischenschritt. Dirk Schumacher von Goldman Sachs vertritt in seiner Analyse die Auffassung, dass die EZB nicht mehr den Staaten Zeit kauft, um Reformen durchzuführen. So hatte Draghi noch vor zwei Jahren argumentiert. Nun, so Schumacher, “kauft sich die EZB selbst Zeit”.

Der Goldman-Analyst erwartet als nächstes den Einsatz von Asset Backed Securities (ABS).

Eine volles QE bleibt der EZB aus rechtlichen Gründen verwehrt – sie darf per Gesetz keine Staaten finanzieren.

Gut möglich, dass Draghi sich genau aus diesem Grund “Zeit kauft”: Um dieses Gesetz zu ändern, braucht Draghi eine Periode, in der in Deutschland nicht gewählt wird.

Es ist kein Zufall, dass die Ankündigung der EZB-Bazooka unmittelbar nach der EU-Wahl erfolgt ist.

Sie ist eine Aufforderung an Angela Merkel, ihren Widerstand aufzugeben und den Weg freizumachen zur eine umfassende Vergemeinschaftung der Staatsschulden in Europa.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist einer der Profiteure der Zinsentscheidung der EZB: Trotz eines Haushaltslochs in Milliardenhöhe bleibt die große Koalition auf ihrem eingeschlagenen Kurs zur Etat-Sanierung. Der Bundestags-Haushaltsausschuss billigte in der Nacht zum Freitag nach Angaben von Teilnehmern neue Kredite des Bundes von maximal 6,5 Milliarden Euro in diesem Jahr. Die Summe entspricht der ursprünglichen Planung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Damit wäre der Bundeshaushalt “strukturell” zwischen Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen – also ohne Berücksichtigung konjunktureller Effekte. Im kommenden Jahr will das schwarz-rote Regierungsbündnis dann erstmals seit 1969 ganz ohne neue Kredite zur Deckung der Bundes-Ausgaben auskommen.

So kann eine zunächst angedachte Erhöhung der Neuverschuldung des Bundes vermieden werden. Das ändert an dem bereits bestehenden gigantischen Schuldenberg von Bund, Ländern und Kommunen allerdings nur sehr marginal etwas.

Der Bundesteat beträgt ca 297 Mrd. €uro. “Wir haben uns als echte Haushälter erwiesen und konnten trotz erheblicher zusätzlicher Belastungen die Neuverschuldung in diesem Jahr auf 6,5 Milliarden Euro begrenzen”, erklärte der haushaltspolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Norbert Barthle: “Das Ziel, 2015 einen Haushalt ohne neue Schulden vorzulegen, ist damit weiterhin in greifbarer Nähe.” Dagegen kritisierte der Grünen-Haushaltsexperte Sven-Christian Kindler: “Die Große Koalition stellt willkürlich in der Bereinigungsnacht eine politische Steuerschätzung auf, um das Riesenloch zu verschleiern. Das ist extrem dreist und unseriös.”

Offensichtlich will Draghi die Geldflutung auch lenken und Banken  motivieren, Kredite vermehrt auch an kleine und mittelständische Unternehmen auszureichen und die Deflationsgefahr in Europa zu verringern. Nur kann jemand, der als Unternehmen ohnehin schon verschuldet ist,  auch durch Niedrigzins-Politik nicht zur Kreditaufnahme bewegt werden. Und auch die Kredite müssen zusätzlich zurückgezahlt werden - selbst bei Nullzins-Politik. 

Aber auch hier gilt wohl wieder die Weisheit von Goethe: " Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Der Kapitalismus hat endgültig seine Grenzen erreicht und er könnte diesmal komplett scheitern.