Rechte Schläger der Legida prügeln auf Gegner ein - 20 000 Gegendemonstranten in Leipzig 

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Böller und Flaschen gegen Journalisten und Polizisten 

In Leipzig demonstrieren lediglich 1500 Demonstranten. Teilweise ist von 15 000 Teilnehmern die Rede. Aber die erhofften 60 000 oder gar 100 000 Teilnehmer gab es definitiv nicht.

Allerdings beziffert die Polizei die Zahl der Teilnehmer der 19 Gegen-Demonstrationen auf ca. 20 000.

Legida ist noch weiter rechts als Pegida in Dresden aufgestellt, was für weitere Spannungen innerhalb der rechtspopulistischen Bewegung sorgt.  

Durch die vielen Gegendemonstranten kamen die Legida-Anhänger zunächst nicht auf den Augustusplatz. Die Auftaktkundgebung wurde daher nach hinten verschoben.

Es sind am Ende der Veranstaltung  Böller und Flaschen geflogen auf Journalisten und Polizisten geworfen worden .  Nach Angaben des Sanitätsdienstes der Gegendemos hatten die Hilfskräfte besonders zum Ende hin zu tun. Es soll vermehrt zu Angriffen von Legida-Demonstranten gekommen sein. In der Regel habe es sich um Schürfwunden, blaue Flecke und die Behandlung von Verletzungen durch Reizgas gehandelt.

Es kam zur Verhaftung mehrerer Legida-Randalierer. 

In einem Live-Ticker berichtete die "Leipziger Volkszeitung", 50 Angreifer aus dem Legida-Block hätten sich kollektiv und koordiniert auf die vor dem Demonstrationszug laufenden Medienvertreter gestürzt.

Ein Presse-Fotograf sei dabei zu Boden gerissen und getreten, seine Kamera-Ausrüstung zerstört worden. Laut dem Bericht haben die Polizisten diese Randalierer bewußt gewähren lassen.  Es seien weder Personalien der Angreifer festgestellt, noch Spuren gesichert worden. Warum will man diese Fakten verschleiern undunterdrücken und so Vergehen dieser rechtsradikalen Bewegung decken? 

Nach dem Rücktritt des Pegida-Führers Bachmann liegen die Nerven offensichtlich blank. Er war auch wegen eines Hitler-Selfie-Posings auf Facebook zurückgetreten. Dabei hatte er in einem Kommentar Ausländer auch pauschal als "Dreckspack" bezeichnet. 

 

 

 

 

BILD-Auflage sinkt von 4 Mio.auf bald unter 2 Mio.Auflage - Minus 9 % p.a.

Man kann darüber streiten, ob der Begriff "Lügenpresse" für große Teile der Mainstreammedien angemessen ist. Tatsächlich wenden sich aber viele Menschen von diesen bisherigen Leitmedien ab und alternativen Medien - vor allem im Internet - zu. Die Akzeptanz dieser Medien scheint stark  zu schwinden.  

2003 hatte das rechtspopulistische Massenmedium noch über 4 Mio. Auflage täglich- Jetzt sinkt es bald unter 2 Mio. Auflage. Das ist mehr als eine Halbierung der Auflage in 12 Jahren.  

Bild verlor in einem Jahr 9 % seiner Leser und die "Welt" sogar 11 % im gleichen Zeitraum. Der Trend geht eindeutig weg von den Tageszeitungen und in Richtung Internet und Information aus verschiedenen und auch konzernunabhängigen Alternativ-Medien. 

Aber auch die seriösen überregionalen und gedruckten Tageszeitungen brechen ein.  Die Süddeutsche Zeitung verlor 4,7% ihrer Verkäufe, die F.A.Z. 7,4% und das Duo Welt und Welt kompakt 9,8%. Nur das Handelsblatt seigert seine Auflage um 2,3%.  

Das Minus der Welt steigt hier sogar auf dramatische 11,1%, selbst die 100.000er-Marke ist nicht mehr weit unddas ist gut so. Laut den rechtspopulistischen Springer-Oligarchen  hat der Rückgang insbesondere im Einzelverkauf damit zu tun, dass “stumme Verkäufer”, also Zeitungs-Verkaufs-Kästen abgebaut werden. Das Minus der Süddeutschen liegt hier über dem der F.A.Z.

Überregionale Tageszeitungen im 4. Quartal 2014
    verkaufte Auflage 2014-IV vs. 2013-IV
Platz Titel 2014-IV absolut in %
1 Bild 2.099.909 -213.468 -9,2
2 Süddeutsche Zeitung 381.844 -18.803 -4,7
3 Frankfurter Allgemeine 305.257 -24.448 -7,4
4 Die Welt Gesamt (Die Welt + Welt Kompakt) 200.854 -21.868 -9,8
5 Handelsblatt 118.034 2.689 2,3
6 taz.die tageszeitung 53.812 -4.309 -7,4
7 Neues Deutschland 30.409 -1.681 -5,2
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

 

Pegida-Führer Bachmann tritt zurück - Nur 1500 statt angekündigte 60 000 bei Legida heute in Leipzig 

Wegen einer angeblichen Terrorwarnung und Mord-Drohung gegen den Initiator Bachman  wurde die Pegida-Demonstration am letzten Montag in der Hochburg Dresden abgesagt. 

Die stattgefundenen Pegida-Demos und deren Ableger waren bundesweit nur von relativ geringer Resonanz. 

Es kam bundesweit zu keinen größeren islamfeindlichen Pegida-Veranstaltungen.

So kamen laut Agenturmeldungen in Magdeburg zuletzt nur ca. 600 Magida-Demonstranten zusammen, in Bielefeld 1200 Bagida-Fans, in Berlin 400 und in Braunschweig beispielsweise 250 Protagonisten.

Die Gegendemonstrationen für en tolerantes und weltoffenes Deutschland waren hingegen überall deutlich in der Überzahl. 

So kamen in  München 12 000, in Magdeburg 6000, in Mannheim 12 000, in Flensburg 2500, in Braunschweig 5 000 und in Bielefeld beispielsweise  10 000  zu den Anti-Pegida-Demos zusammen. 

Trotz des medialen Bedauerns der Absage der letzten Pegida- Demo in Leipzig ist nicht zu übersehen, dass ansonsten überall auch weiterhin  die Größenordnung der Teilnehmer an den Veranstaltungen bundeweit fast überall abnimmt oder überschaubar bleibt. Die Gegendemonstranten sind auch weiterhin fast überall mehr als die Pro-Demonstranten.

So hat heute die Legida in Leipzig  auch deutlich weniger Teilnehmer als erwartet.Es kamen keine 60 000 oder 40 000 Demonstranten wie von den Veranstaltern angekündigt.

Auch keine  10 000 wie NTV und dpa berichtet und  auch keine 5000 wie die ARD- Tagesschau erwartete. Ein eher kläglicher islamophober Haufen von vielleicht  geschätzten 1500  Demonstranten kamen wohl  lediglich nur zusammen.

Die Zahl der Gegen-Demonstranten war auch hier deutlich höher.  

In Leipzig kam es zu 19 Gegendemonstrationen und Mahnwachen und einen der größten Polizeieinsätze seit der Wende. Die Stadt ging anfangs zusammen von insgesamt bis zu 100.000 Legida-Anhängern und Gegendemonstranten aus.

Linke Antifa-Gruppen riefen zu Protesten  gegen Legida auf und wollten die islamkritische Bewegung vollständig blockieren und isolieren. Oberbürgermeiser Burkhard Jung (SPD) sprach von einem "Ausnahmezustand". Er appellierte  sogar persönlich an die Demonstranten, gewaltfrei und friedlich auf die Straße zu gehen.

Im Internet war zuletzt auf Facebook ein Bild von dem Pegida-Führer Lutz Bachman aufgetaucht, in dem er sich wie Hitler verkleidet hatte bzw. entsprechend mit gestutzem Schnauzbart posierte. Das brache den Kopf der Bewegung weiter in Bedrängnis. Vorher waren schon Spekulationen über mögliche Verbindungen des Mannes zu Geheimdiensten laut geworden.

Jetzt ist der Pegida-Führer zurückgetreten und bringt die islamfeindliche Bewegung somit an den Rand  einer Existenzkrise.

 Inzwischen veröffentlichte Bachmann laut Agenturmeldungen folgende Erklärung:

"Ich entschuldige mich aufrichtig bei allen Bürgern, die sich von meinen Postings angegriffen fühlen. Es waren unüberlegte Äußerungen, die ich so heute nicht mehr tätigen würde. Es tut mir leid, dass ich damit den Interessen unserer Bewegung geschadet haben (sic!), und ziehe daraus die Konsequenzen."

Das bezog sich offensichtlich auf Bachmanns Äußerungen bei Facebook. Dort hatte er laut Springer-Berichten Ausländer als "Viehzeug" und "Dreckspack" beschimpft.

Gegen Bachmann ermittelt inzwischen wegen des Hitler-Selfies die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Volksverhetzung. 

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow äußerte sich auch zum Rücktritt des Pegida-Chefs. "Da zeigt sich nur ein bekanntes Problem im grellen Licht, aber daraus entsteht noch keine Lösung". Auch Grünen-Chef Özdemir sieht darin noch keine Lösung des Problems. 

 

FAZ käuflich? Poroschenko publiziert Propaganda-Artikel in der FAZ


Prominent platziert durfte sich in der Montagsausgabe der FAZ , der ukrainische Präsident Petro Poroschenko auf einer guten halben Seite gegen den „russischen Aggressor und seinen Hybridkrieg“, einen angeblichen „Ethnozids“ an den Krimtataren, die euro-atlantische Integration und die Unbesiegbarkeit der Ukraine auslassen. Das Ganze pünktlich zum Beginn der neuen Militäroffensive Kiews und ohne irgendeine Kontextualisierung oder Erklärung von Seiten der FAZ-Redaktion. Hat sich Poroschenko in die FAZ eingekauft?

Quelle: Ruptly
Quelle: Ruptly

Unter dem Titel „Europas Werte stehen nicht zum Verkauf“ wird auf den Autor verwiesen „Von Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine“. Doch mehr Informationen gibt es für den geneigten Leser nicht seitens der FAZ, wieso Poroschenko eine halbe Seite in der FAZ bekommt. So als wäre es etablierte Praxis, dass sich jeden Montag das Staatsoberhaupt eines Landes auf der FAZ in dieser Ausführlichkeit zu Wort melden kann.

Die ganze Aufmachung und der Sprachduktus wirken fast so, als hätte es keine Form des Lektorats seitens der FAZ gegeben und der Verdacht erhärtet sich, dass Poroschenko sich diesen halbe FAZ-Seite einfach als Werbemaßnahme eingekauft hat. Als einer der reichsten Männer der Ukraine hätte er dafür auf jeden Fall das nötige Kleingeld.

Dafür spricht auch die Tatsache, dass der Artikel zwar in der Print-Ausgabe zu finden war, jedoch nicht im Online-Angebot der FAZ. Auch fehlt jeglicher Hinweis dazu, wer den Artikel aus dem Ukrainischen übersetzt hat.

Inhaltlich ist der Artikel so hanebüchen, dass man sich fragt, ob Poroschenko diesen Artikel, ganz gegen sonstige Gepflogenheiten, vielleicht tatsächlich selbst geschrieben hat.

Da stehen laut Poroschenko „7,6 Prozent unseres Territoriums unter der Kontrolle regulärer russischer Truppen“, sind die Krimtataren von einem „Ethnozid“ durch Russland bedroht und bezüglich der noch laufenden Untersuchungen zu MH17 oder dem Beschuss eines Buses in Wolnowacha am 13. Januar macht das Staatsoberhaupt klar, dass die eigentlich unnötig sind, denn er wisse schon wer die Schuld dafür trägt, der [russische] Aggressor und ostukrainische Terroristen.

Darüber hinaus schafft er es innerhalb eines Satz von Kennedys „Ich bin ein Berliner“ über „Je suis Charlie“ alle Europäer dazu aufzurufen, die Ukraine mit „Ich bin ein Ukrainer“ zu unterstützen. Denn „wir sind Europa, und zusammen sind wir unbesiegbar [und käuflich?].“

Eine Erläuterung von Seiten der FAZ unter welchen Umständen es zu der Veröffentlichung des Poroschenko-Artikels kam, würde die journalistische Transparenzverpflichtung gebieten. Falls es keinen kommerziellen Hintergrund gab, wäre es dann in Folge nur konsequent, auch dem Präsidenten der Russischen Föderation denselben Platz in der FAZ einzuräumen. Die Spannung steigt.

21.01.2015 / Titel / Seite 1Inhalt

Granaten auf Wohnhäuser

Kiew verschärft Angriffe gegen Ostukraine. Bis zu 100.000 Männer sollen neu rekrutiert werden. Straßenkämpfe in Donezker Vorstädten

Von Reinhard Lauterbach
Beisetzung eines Vierjährigen, der während der Kämpfe in Donezk
Beisetzung eines Vierjährigen, der während der Kämpfe in Donezk getötet worden war

Bei den Kämpfen um den – ehemaligen – Flughafen von Donezk scheinen beide Seiten eine militärische Entscheidung erzwingen zu wollen. Der ukrainische Generalstabschef, General Wiktor Muzenko, verzichtete sogar auf einen geplanten Besuch bei der NATO in Brüssel, um die »Antiterroroperation« im Donbass persönlich zu leiten. Die ukrainische Seite behauptete, das neue Terminal des Flughafens von den Aufständischen zurückerobert zu haben. Sollte dies trotz des Dementis von Seiten der Volksrepublik Donezk zutreffen, konnte sich die ukrainische Seite ihres Besitzes nicht lange freuen. Am Montag stürzte der ganze erste Stock des Gebäudes nach zahllosen Granattreffern ein.

Inzwischen hat sich der Schwerpunkt der Kämpfe auf die westlich und nördlich des Flughafens gelegenen Ortschaften Peski und Awdejewka verlagert. Beide waren am Dienstag Schauplatz von Straßen- und Häuserkämpfen. Jede Seite berichtete über schwere Verluste des jeweiligen Gegners. Die Eroberung von Awdejewka ist für die Aufständischen auch wichtig, weil der Ort nahe der Straße in die 300.000-Einwohner-Stadt Gorlowka liegt, das zweitwichtigste Zentrum des Aufstandsgebietes. Gorlowka lag ebenso wie Donezk und etliche kleinere Ortschaften der Region weiter unter heftigem ukrainischem Artilleriebeschuss. Die Behörden der Volksrepublik Donezk berichteten von acht Toten und etwa 30 Verletzten unter der Zivilbevölkerung. Im Süden starteten Aufständische nach eigenen Angaben Angriffe im Umkreis der Hafenstadt Mariupol, um die dort eingesetzten Einheiten der Ukraine vor Ort zu binden.

In der Ukraine begann am Dienstag die inzwischen vierte Einberufungskampagne seit Beginn des Krieges. Die Militärführung will  bis zu 100.000 Männer mobilisieren, angeblich im wesentlichen mit dem Ziel, eine Ablösung der an der Front kämpfenden Einheiten zu ermöglichen. Das Ausbleiben solcher Ablösungen sorgt unter den ukrainischen Truppen seit Monaten für Unmut. Die Motivation zwangsmobilisierter Männer ist jedoch auch unter ukrainischen Militärs umstritten. Im Internet tauchten zuletzt Berichte darüber auf, dass ukrainische Soldaten die Granaten ihrer Geschütze entschärften, weil sie nicht am Tod von Zivilisten mitschuldig sein wollten. Bestätigt sind solche Vorfälle aber nicht.

Kiew will das Problem einer nur teilweise kampfwilligen Armee mit einer Doppelstrategie lösen. Einerseits wurde vor einigen Tagen ein Gesetz verabschiedet, das Offizieren erlaubt, Soldaten auch mit vorgehaltener Waffe zum Kämpfen zu zwingen. Noch in der Beratung ist ein weiteres Gesetz, das es offiziell erlauben würde, sich vom Wehrdienst freizukaufen. Die Tarife sollen allerdings wesentlich höher liegen als die bisher gezahlten Schmiergelder von 800 bis 3.000 US-Dollar. Wenn das Gesetz verabschiedet werden sollte, würden nur noch Freiwillige in der Armee kämpfen. Als wollten sie diese Entwicklung vorwegnehmen, mehren sich in den letzten Tagen in den Medien der Aufständischen Meinungsbeiträge mit Hinweisen, man müsse unterscheiden zwischen den ukrainischen Arbeitern und Bauern, die zum Dienst gezwungen seien, und den Oligarchen und Faschisten, die hinter dem Krieg stünden.

Quelle: https://www.jungewelt.de/2015/01-21/050.php