Der russische Staatspräsident Wladimir Putin bezeichnete den Anschlag im Oktober 2022 als „internationalen Terrorismus“.[28] Im Februar 2023 forderte Russland im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine unabhängige UN-Untersuchung des Vorfalls. Dabei berief sich Russland auf einen Blog des US-Journalisten Seymour Hersh, der eine amerikanisch-norwegische Urheberschaft nannte. Hershs Blog war wegen Ungereimtheiten und unbestätigter Quellenangaben umstritten.[29][30][31] Der russische Resolutionsentwurf wurde nicht angenommen: Nur Russland, China und Brasilien stimmten dafür und die anderen zwölf Staaten enthielten sich.
Deutsche Behörden verfolgen seit Ende 2022 unter anderem Spuren von möglichen ukrainischen Tätern. Die Bundesanwaltschaft äußerte im März 2023 den Verdacht, dass auf der von einer polnischen Firma in Rostock gecharterten 15 m langen Bavaria C50 Segeljacht Andromeda Sprengstoff transportiert worden sei.[53] Später wurde bekannt, dass Oktogen-Spuren, DNA-Spuren und Fingerabdrücke gefunden wurden. Anfang Juni 2024[54] erwirkte die Bundesanwaltschaft gegen einen ukrainischen Tauchlehrer einen europäischen Haftbefehl. Der in Polen wohnhafte Verdächtige habe sich im August 2024 dem Zugriff der polnischen Strafverfolgungsbehörden durch eine Ausreise in die Ukraine entzogen und bestreite, an dem Anschlag beteiligt gewesen zu sein. Zwei weitere ukrainische Tauchlehrer seien der Tatbeteiligung verdächtig.[55][56][57][58] Nach Recherchen von ZDF frontal, Spiegel und dem dänischen Rundfunk (DR) soll sich der Verdächtige der Verhaftung durch Flucht in einem Fahrzeug mit ukrainischen Diplomatenkennzeichen entzogen haben.[59]
Im Februar 2024 stellten Schweden und Dänemark[60] die Ermittlungen ein. Schweden übergab deutschen Behörden etwaige Beweismittel.[61] Das nahm China am 26. April 2024 zum Anlass, die UN zur Einleitung einer internationalen Untersuchung der Explosionen aufzufordern,[62] was die Bundesregierung mit der Begründung ablehnte, sie vertraue den Ermittlungen der Generalbundesanwaltschaft.[63][64] Im Juli 2024 beantwortete die Bundesregierung eine Große Anfrage der AfD zum Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines. Sie lehnte eine Veröffentlichung von Zwischenergebnissen der Ermittlungen mit der Begründung ab, dass die Veröffentlichung „den Untersuchungszweck gefährden würde“.[65][66]
Laut Ermittlungen der Bundesanwaltschaft soll ein ukrainisches Team aus einem Skipper, vier Tauchern und einem Sprengstoffexperten, angeleitet von Serhij K., mindestens vier Sprengsätze von je 14 bis 27 kg aus einem Gemisch aus Hexogen und Oktogen an den Pipelines angebracht und zur Explosion gebracht haben.[67] Sie sollen dazu aus Taucherflaschen selbst gebaute Schneidladungen an den Verbindungsnähten zwischen den Röhren platziert haben, da die Ummantelung der Röhren dort weniger widerstandsfähig ist.[68] Der Generalbundesanwalt hat Haftbefehle gegen K. und fünf weitere Personen erwirkt. Der siebte Verdächtige ist vermutlich in der Landesverteidigung gegen Russland gefallen.[69][70][71]
Für deutsche Fake News wird hier beispielhaft das BILD-Blatt der Springer-Oligarchen zitiert. Das Medium versuchte krampfhaft eine russische Täterschaft zu suggerieren. https://www.bild.de/news/ausland/news-ausland/nord-stream-bericht-enthuellt-neue-details-russen-waren-vor-den-explosionen-am-t-83327220.bild.html
BILD bzw. ein zitierter Zeitgenosse folgert windig: Und so nennt der Bericht von „t-online“ die Theorie der pro-ukrainischen Gruppierung unter Berufung auf Experten eine „Operation unter falscher Flagge“. Im Klartext: Falsche Spuren wurden gelegt, um die eigentlichen Drahtzieher der Nord-Stream-Explosionen zu verschleiern und die Schuld der ominösen Ukrainer-Gruppe in die Schuhe zu schieben!
So geht Fake-News-Berichterstattung von Mainstreammedien heute.