Rassisten der AfD werden stärkste Kraft in Brandenburg

Die neoliberal aufgestellten  Sozialdemokraten, die mit Linken zusammen Brandenburg regieren müssen Federn lassen, die Grünen sind  relativ stark und die  rechtspopulistische AfD holt mehr als doppelt so viel Stimmanteile wie vor fünf Jahren - nach der Europawahl steht Brandenburgs Parteienlandschaft Kopf.

Die einzige Dominanz der Linkspartei, die hier an der Regierung beteiligt ist, geht zunehmend verloren. Die Linkspartei wird als Wurmfortsatz einer systemisch-neoliberalen SPD wahrgenommen und nicht mehr als SED Nachfolger ( das wurde hier eher positiv bewertet)  und  Kümmerer- sowie Protestpartei des Ostens.  

Bei der Europawahl hat die AfD in Brandenburg  folglich als die neue Protestpartei im abgehängten Osten das beste Ergebnis erzielt: 19,9 Prozent. Eine deutliche Verbesserung gegenüber der Europawahl 2014 (+11,4 Prozentpunkte). Lange Zeit schien am Sonntagabend sogar ein Ergebnis von mehr als 20 Prozent möglich.

Die CDU kommt laut Landeswahlleiter  hingegen nur auf 18,0 Prozent, ein Absturz um 7,0 Prozentpunkte.

Die neoliberal aufgestellte Brandenburger SPD ist besser als im Bundesdurchschnitt. Mit 17,2 Prozent der Stimmen (-9,7 Prozentpunkte) erlebten sie dennoch einen schwarzen Tag.

Die Grünen gehören auch in Brandenburg zu den Gewinnern, sie verdoppeln sich und landen bei 12,3 Prozent (+6,2).

Auch die Linken erhalten 12,3 Prozent, müssen aber einen Verlust von 7,4 Prozentpunkten verkraften.

Die Satirepartei Die Partei erhielt 2,4 Prozent der Stimmen, die Freien Wähler 2,2 Prozent.

Vorläufiges Endergebnis in Brandenburg (Quelle: Landeswahlleiter)

|Die Wahlbeteiligung lag in Brandenburg bei 59,4 Prozent. Bereits am Nachmittag zeichnete ab, dass mehr Menschen ihre Stimme abgeben würden als noch vor fünf Jahren (46,7 Prozent).

Grüne und AfD gewinnen überall

Der Zuspruch zur AfD fiel regional sehr verschieden aus in Brandenburg: Im Landkreis Spree-Neiße erhielt die Partei 30,9 Prozent der Stimmen, in Potsdam 10,9 Prozent - der niedrigste Wert in Brandenburg.

In Die Grünen erzielten in der Landeshauptstadt ihr mit Abstand bestes Ergebnis (23,2 Prozent), im Landkreis Oberspreewald-Lausitz waren 5,7 Prozent das schwächste Ergebnis für die Grünen.

In jeder kreisfreien Stadt und jedem Landkreis legten Grüne und AfD zu. In jeder kreisfreien Stadt und jedem Landkreis verloren SPD, CDU und Linke Stimmen.

Die Ergebnisse in den Landkreisen und kreisfreien Städten:

 

BERLIN

  • Meistgewählte Partein in Berlin (Quelle: Landeswahlleiter)
    Landeswahlleiter

    Grünen-Landesvorsitzender Clemens Rostock zeigte sich angesichts des guten Abschneidens seiner Partei erfreut über das "historisch starke Ergebnis". Für ihn sei das Thema Klimaschutz, sowie der "Kampf für ein soziales und demokratisches Europa" entscheidend gewesen. "Das hat offensichtlich die Menschen überzeugt. Wir hoffen nun, dass die Blockade der europäischen Politik aufgelöst wird und die Zukunftsfragen konstruktiv und effektiv angegangen werden", so Rostock.

  • Auch in Thüringen verliert die Linkspartei trotz  linker Ramelow-Regierung  mit 9 % massisv Die CDU hier knapp vor der AfD. Bei der Europawahl in Thüringen hat die CDU am Sonntagabend knapp vor der AfD gewonnen. Die Christdemokraten lagen nach der Auszählung aller 3.027 Wahlbezirke bei 24,7 Prozent der abgegebenen Stimmen. Knapp dahinter lag die AfD mit 22,5 Prozent. Sie konnte damit ihr Wahlergebnis von 2014 mehr als verdoppeln.

    Mit deutlichem Abstand folgten die weiteren Parteien. Die Linke wurde mit knapp 13,8 Prozent drittstärkste Partei im Freistaat, gefolgt von der SPD mit elf Prozent. Die Bündnisgrünen kamen auf 8,6 Prozent, die FDP auf 4,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung bei der Europawahl lag in Thüringen mit 61,6 Prozent deutlich über der von 2014 (51,6 %).

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