Skripal-Nervengift A 234 könnte aus britischen Labor-Beständen stammen

Russische Botschaft: Britisches Labor gibt Entwicklung neuer Giftstoffe faktisch zu

Großbritannien hält immer noch wichtige Details zu der Skripal-Vergiftung zurück und gibt keine Einblicke in die Ergebnisse seiner Untersuchung. Laut der russischen Botschaft in London hat allerdings der Leiter des britischen Militärlabors in Porton Down mit seinen letzten Äußerungen faktisch zugegeben, dass dort neue Giftstoffe entwickelt werden.

Der Pressesprecher der russischen Botschaft verwies darauf, dass der Leiter des Zentrums der britischen Chemie- und Biowaffenforschung in Porton Down, Gary Aitkenhead, durch seine Äußerungen faktisch zugegeben habe, dass das Land neuartige Giftsubstanzen entwickeln würde. das Labor liegt nur wenige Kilometer vom Tatort in Salisbury entfernt. 

Aitkenhead hatte erklärt, dass die Sicherheitsvorkehrungen in Porton Down nicht zulassen würden, dass "etwas nach außen (durch die) vier Wände der (Forschungs-)Einrichtung durchsickern" könnte.

"Wir haben auch auf die Worte des Laborleiters geachtet. Auf diese Weise hat die britische Seite faktisch zugegeben, dass diese geheime Einrichtung neue Komponente chemischer Kampfstoffe entwickelt und untersucht.

Bemerkenswert ist auch, dass Aitkenhead den Besitz von Chemiewaffen-Lagerbeständen, darunter auch die Substanz A234, nicht abgestritten hat, welche nach offiziellen Angaben der britischen Seite dazu genutzt wurde, die Familie von Skripal (…) zu vergiften", sagte der Botschaftssprecher.

Dies sei dabei nicht der erste Versprecher solcher Art. Bereits am 19. März habe der britische Außenminister Boris Johnson in einem Interview für die Deutsche Welle mit zweideutigen Äußerungen zu verstehen gegeben, dass Großbritannien über solche Substanzen verfüge.

Die Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien haben sich im Zusammenhang mit dem Zwischenfall in Salisbury zugespitzt, wo der Ex-Mitarbeiter der militärischen Aufklärung Russlands Sergej Skripal zusammen mit seiner Tochter Julia bewusstlos aufgefunden worden waren.

In Großbritannien erhielten der Doppelagent britischer Geheimdienste und seine Familienmitglieder Asyl, nachdem er 2010 gegen enttarnte russische Spione ausgetauscht worden war. Nach der Einlieferung Skripals und seiner Tochter in ein Krankenhaus stellten die Ärzte fest, dass die Beiden Opfer eines Nervengiftes seien. Sie sollen sich zurzeit im Koma befinden.

London wirft Moskau vor, in das Attentat verwickelt zu sein, weil der Giftstoff nach Angaben von Experten sowjetischer Herkunft war. Russland weist die Vorwürfe entschieden zurück.

Tatsächlich verfügen auch USA und GB seit 1999 über das Nervengas "Nowitschok", dass in Usbekistan mit westlicher Hilfe evakuiert worden war.  

Das Militärlabor in Porton Down ist nicht weit von der Stadt Salisbury entfernt.

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