MacronLeaks: Verschwörungstheoretiker-Medien wie BILD, ZDF, RTL, NTV wittern völlig beleglos russischen Hackerangriff

Ähnlich wie am Ende des US Präsidentschaftswahlkampf zwischen Donald Trump und Hillary Clinton spielen im Wahlkampf in Frankreich zwischen Macron und Le Pen veröffentlichte E Mails eine wichtige Rolle. 

Obwohl die E-Mails von vielen Seiten gehackt worden sein können,  ist der Tenor deutscher Konzern- und Staatsmedien, dass die russische Regierung hier eine Kampagne stricken könnte. 

Dafür gibt es natürlich nicht den geringsten Beweis. Doch Verschwörungstheoretiker bei ARD bis ZDF  und von BILD bis RTL lassen sich von Fakten kaum leiten. Sie lassen sich von russophoben Emmotionen steuern.

Dabei kommen ganz private Hacker genauso in Frage wie Thinktanks der Neocons oder Aktivisten von Front National in Frankreich. Auch der konservative DNC Thinktank in den USA ist eine mögliche Hacker-Gruppe. Aber auch Macron selber kann hinter diesem Hacking stecken . So kann er  sich als Opfer darstellen  - dafür spricht, dass keinerlei Inhalte dieser angeblichen Leaks medial bekannt wurden. 

Angeblich wurden E Mails von Macron im Gigabyte-Bereich veröffentlicht. 

Die On Marche- Bewegung in Frankreich hat die Existenz dieser Leaks bestätigt.

French presidential hopeful Emmanuelle Macron’s team confirmed that it suffered a massive hacking attack after a trove of internal documents was released online just a day before the final round of elections.

On Friday evening, a profile called EMLEAKS posted a nine-gigabyte leak to Pastebin, a web application where users can store plain text.

WikiLeaks posted a link to Pastebin on Twitter, saying that the release in question “contains many tens of thousands of emails, photos, attachments up to April 24, 2017.”

However, the group denied being involved in the leak, saying only that it is verifying the information. RT

Der User "EMLEAKS" hatte auf der  Daten-Plattform "Pastebin" Mails von Macron veröffentlicht, die 9 Gigabyte an Daten umfassen.

Zunächst erschienen Links zu dem etwa neun Gigabyte großen Datensatz im Forum 4Chan, schnell verbreiteten sich die Dokumente in anderen Internetforen.

Wikileaks ist nicht der Veröffentlichende. Die Plattform berichtet aber, dass es sich dabei um zehntausende Mails handelt.

Macron’s political movement, En Marche!, has released a statement confirming that the candidate and his campaign team were hacked.

“The En Marche movement has been a victim of a massive and coordinated hacking attack leading to the spreading this evening on social media of internal information of a diverse nature (emails, documents, contracts),” the statement said.

According to the team, “those circulating these documents are adding many false documents to authentic documents in order to sow doubt and disinformation.”

The release came “in the last hour of the official campaign” and this hack is “clearly a matter of democratic destabilization,” the statement added.

Auch das Medium ("Intercept" geht  beispielsweise davon aus, dass es diese Leaks in besagter Form nicht  gibt.)  RT

Der Leak enthält Gesprächsverläufe zwischen Macron-Mitarbeitern, einen mutmaßlichen Vertrag Macrons mit der Versicherung Allianz, aber auch E-Mails von Personen, von denen nicht bekannt ist, dass sie in Verbindung zum Präsidentschaftskandidaten stehen.

Beispielsweise Nachrichten vom französisch-libanesischen Geschäftsmann Ziad Takieddine sind unter den Dokumenten. Takieddine ist für umstrittene Waffengeschäfte berüchtigt.

Das ist ein Hinweis auf eine mögliche Verstrickung von Macron in Waffengeschäfte des Militärisch-Industriellen Komplexes in der EU.  

Wie diese Daten bei einem Hackerangriff auf Macron erbeutet worden sein sollen, ist bislang ebenfalls unbekannt.

IT-Experten sind der Meinung, dass Teile des Materials authentisch sind, andere Dokumente in dem riesigen Datenpaket bewusst gefälscht wurden.    

"Der Macron-Leak ist voll von absichtlich irreführender Information. Handgefertigt, um Verwirrung zu stiften", zitiert die "Süddeutsche Zeitung“ einen IT-Sicherheitsfachmann. Im Vorwahlkampf hatte die rechtsradikale Le Pen angedeutet, dass Macron ein Offshore-Konto in der Karibik unterhalten könnte.   

Die Rechtspopulistin Le Pen bezog sich mit ihrer Aussage wohl auf einen Post im englischsprachigen Onlineforum "4chan", den ein anonymer Nutzer wenige Stunden zuvor veröffentlicht hatte.

Zwei angehängte Dokumente, eines davon angeblich von Macron unterzeichnet, sollten beweisen, dass der Präsidentschaftskandidat Steuern hinterziehe.

Ein Macron-Konto soll sich auf der Karibilk-Indel Nevis befinden, wo über 17 000 Banken sich an der illegalen Geldwäsche und Steuerhinterziehung beteiligen.  

Screenshot des "4chan"-Posts über Macron

Macron spricht von typischen Fake News

Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete mit Verweis auf Macrons Umfeld, die Unterschrift sei gefälscht. Am Donnerstag stellte dieser Strafanzeige gegen Unbekannt, unter anderem wegen "Fälschung" und "Verbreitung einer Falschnachricht". Im öffentlich-rechtlichen Hörfunk "Radio France" erklärte Macron, es seien typische Fake News: Le Pen lanciere Inhalte, die dann von ihren Truppen im Internet verbreitet würden. "Ich habe niemals ein Konto gehabt, in welchem Steuerparadies auch immer", sagte Macron im Interview.

Der Kommunikationswissenschaftler Nicolas Vanderbiest von der Katholischen Universität Löwen hat in einer Grafik dargestellt, wie sich der Hashtag #MacronGate und damit die unbestätigte Nachricht eines Offshore-Kontos Macrons auf Twitter verbreiteten. Die Kurve stieg ab 22 Uhr steil an und erreichte um Mitternacht, kurz nach Ende der Debatte, ihren Höhepunkt.

Laut den jüngsten Umfragen lag Macron noch 12 Prozentpunkte vor seiner Konkurrentin Le Pen. Viele Franzosen sind jedoch noch unentschieden, auch Macron wird insbesondere wegen seiner Vergangenheit als Investmentbanker in vielen Kreisen kritisch gesehen.

So ist davon auszugehen, dass die neuen Leaks bei einigen Franzosen das Gefühl verstärken, dass dieser Mann etwas zu verbergen hat. Natürlich aber ist die Faschistin Le Pen keine Alternative - aber auch Macron verkörpert das konzernfreundliche und gewaltbereite Establishment in der EU. 

 

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