Obama tötet noch mal 20 Zivilisten im syrischen Idlib  - Fassbomben bei Obamas moderate Rebellen in Aleppo gefunden

Syrien: US-Langstreckenbomber B-52 bombardiert Idlib und tötet 20 Zivilisten

Syrien: US-Langstreckenbomber B-52 bombardiert Idlib und tötet 20 Zivilisten
Russland sieht im jüngsten Luftangriff von US-Bombern auf Idlib einen weiteren Akt in einer Serie anhaltender Provokationen in Syrien.
Neben gefangen genommenen Kämpfern der von den USA selbst unterstützten FSA kamen auch 20 Zivilisten bei einem unangekündigten US-Luftangriff am 3. Januar in Idlib ums Leben. Experten sprechen von einem "Abschiedsgruß" der Regierung Obama.

Mehr als 20 Zivilisten wurden am 3. Januar bei einem Luftangriff eines US-amerikanischen strategischen Langstrecken-Bombers vom Typ B-52 in der syrischen Provinz Idlib getötet. Dies berichtet der russische Generalstabschef Waleri Gerasimow. 

Der oberste Militär Russlands kritisierte auch die US-geführte Koalition gegen den "Islamischen Staat", da diese "keine sinnvollen Ergebnisse" im Kampf gegen Terroristen erzielen würde. "Gleichzeitig wird eine beträchtliche Anzahl an Opfern unter der Zivilbevölkerung und bei Regierungskräften gemeldet", sagte Gerasimow.

Eine mögliche Annäherung zwischen Russland und den USA nach dem Amtsantritt Donald Trumps würde die Chancen erhöhen, auch auf regionaler und internationaler Ebene eine Einigung im Syrienkonflikt zu erzielen, so Assad.

Wie wir uns erinnern, flog die US-Luftwaffe bereits im September vergangenes Jahr einen Angriff in Deir Zor gegen Regierungskräfte. Nach diesem Angriff begann der 'Islamische Staat' eine Offensive", zitierte die Nachrichtenagentur RIA Novosti den General.

Das jüngste Beispiel vom 3. Januar, als ein Bomber vom Typ B-52 - ohne die russische Seite vorzuwarnen - in der Stadt Sarmada der Provinz Idlib einen Angriff ausführte, folge einem ähnlichen Muster. "Die Region wird vom Waffenstillstandsabkommen abgedeckt. Über 20 Zivilisten starben nach dem Luftangriff", äußerte Gerasimow.

Der renommierte russische Politikanalyst Maxim A. Suchkow, der regelmäßig zum Fachmagazin Al-Monitor und Publikationen des Russischen Rats für Internationale Angelegenheiten beiträgt, erklärte gegenüber RT Deutsch das russische Problem mit der US-amerikanischen Haltung in Syrien:

Die harte Reaktion des russischen Verteidigungsministeriums erklärt sich aus der Wahrnehmung, die Washington bei einer Reihe ähnlicher Vorfälle ausgelöst hat. Russland glaubt kaum, dass die Angriffe, die das US-Militär gegen russische Verbündete am Boden oder gegen Zivilisten startete, ein 'Irrtum' waren. Vielmehr ist Moskau davon überzeugt, dass man es mit einer gezielten, berechneten Provokation zu tun hat, um Moskaus Initiativen in Syrien entgleisen zu lassen.

Im Interview mit RT Deutsch kritisierte der Gründer der Hilfsorganisation Ashsham CARE, Oscar Bergamin, die Praktiken der USA:

RT Deutsch fragte nach, inwieweit es sich beim Angriff gegen mutmaßliche Mitglieder der dschihadistischen Dschabhat Fatah al-Scham und Zivilisten auch um eine politische Nachricht an Russland und die Türkei handeln würde, die einen Waffenstillstand in Syrien vermittelt hatten. Suchkow erklärte:

Der Sarmada-Vorfall wird wohl ein 'Abschiedsgruß' der Obama-Regierung an den Kreml gewesen sein. Ich erwarte keine großen politischen Auswirkungen, da Moskau vor langer Zeit praktisch seine Kooperation mit der jetzigen Regierung in irgendeiner Form aufgegeben hat. Russland schaut vorwärts und erwartet, dass es mit der neuen Trump-Regierung zusammenarbeiten kann.

Der FSA-Aktivist Christian Turner sagte am 3. Januar in einer Nachricht auf dem Micro-Bloggingdienst Twitter, dass "vier Präzisionsbomben auf ein Hauptquartier der Jabhat Fatah al-Scham-Organisation" abgeworfen wurden. Dabei wurden "25 gefangen genommene FSA-Kämpfer und Zivilisten" getötet.

Beim Luftschlag im September tötete die US-geführte Koalition über 62 Soldaten und verletzte weitere 100. Der Angriff fand in der Nähe des Flughafens von Deir Zor statt, einer lebenswichtigen Versorgungsverbindung der syrischen Armee.

Im November beschrieb das US-Zentralkommando den Vorfall als "unbeabsichtigten, bedauerlichen Fehler", der "primär auf menschlichen Faktoren beruhte".

Russland wurde über eine "Deeskalationshotline" kontaktiert, erhielt aber die falschen Zielkoordinaten, sagte der US-amerikanische Brigadegeneral Richard Coe vom Zentralkommando. Als russische Offiziere die Hotline anriefen, wurden sie für 27 Minuten in der Warteschleife gehalten, räumte Coe ein.

Während einer Sitzung am Dienstag sagte Gerasimow, dass die russischen Luftstreitkräfte die Entwicklung des syrischen Krieges" seit dem 30. September 2015 erfolgreich ändern konnten.

Russische Pioniere des Internationalen Minenräumungszentrums der russischen Streitkräfte säubern weiterhin das östliche Aleppo von Sprengsätzen der bewaffneten Regierungsgegner.
 
Ein Video zeigt eines der Hauptquartiere der Militanten. Neben Dutzenden sogenannter Fassbomben fanden die russischen Kräfte viele Pakete mit Etiketten, auf denen zu lesen ist: „Saudi-Arabien Königreich der Menschlichkeit, Not-Hilfe für die Bedürftigen.“ Darüber hinaus wurden Hunderte Geschosse in dem Quartier entdeckt.

Insgesamt lagerten in dem Gebäude der bewaffneten Extremisten Sprengsätze mit einer Sprengkraft von über 500 Kilogramm. Wie auch schon in anderen eingenommenen Quartieren wurden auch in diesem Unmengen an Medikamenten gehortet, die die Militanten den Bewohnern gestohlen hatten. Unzählige Aussagen von Anwohnern, die befreit worden, bestätigten die Tyrannei der Kämpfer. Laut ihnen hätten die Bewaffneten sämtliche Lebensmittel- und Medikamentenlager geplündert und anschließend für horrenden Preisen verkauft. Zudem sei jeglicher Widerstand mit Gewalt niedergeschlagen worden.

 

 

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