Tucholsky nannte Soldaten Mörder: Können traumatisierte Soldaten familienfreundlich sein? 

Kurt Tucholsky nannte Soldaten schlicht Mörder.

Spätestens seit die Bundeswehr wieder in Kriege verwiickelt ist, steigt  jedenfalls die Zahl der psychisch traumatisierten Soldaten stark an.

Offensichtlich empfinden sich demnach auch viele Soldaten selber als Teil einer unmoralischen und Unrecht verübenden Kriegseinrichtung, die ihr Tun mit humanen Wertvorstellungen immer weniger in Einklang bringen können und die Soldaten selber in Identitätsprobleme hineinmanövriert. 

 

Eine neuere Studie belegt, dass fast jeder vierte Bundeswehrsoldat in Afghanistan traumatisiert aus dem Kriegsfeldzug zurückkehrt. Oftmals bleibe das psychische Leiden unerkannt.

 

Die sogenannte Dunkelzifferstudie ergibt: Mehr Bundeswehrsoldaten als bekannt kehren traumatisiert aus Auslandseinsätzen zurück. Doch nur jeder Fünfte sucht sich professionelle Hilfe.

Höchstens 20 Prozent der psychischen Erkrankungen wie der posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) würden defenitiv erkannt und behandelt, heißt es in der Studie. 80 bis 90 Prozent der Betroffenen würden nicht rechtzeitig behandelt, jeder zweite überhaupt nicht. Obwohl PTBS – die sich mit Alpträumen oder Panikattacken bemerkbar macht – durch diverse Medienberichte inzwischen sehr bekannt ist, scheinen sich immer noch viele betroffene Soldaten davor zu fürchten, als Weichei abgestempelt zu werden.
 
 
Spätestens seit 2007, seit die Bundeswehr in Afghanistan regelmäßig Ziel von Anschlägen und in Gefechte verwickelt war, werden zunehmend Soldaten wegen PTBS behandelt. Offiziell haben sich mit der Diagnose in diesem Jahr bisher 1100 Soldaten behandeln lassen (Stand: Ende September). 126 waren laut Bundeswehr-Sanitätsdienst neu erkrankt, die übrigen zum wiederholten Mal in Behandlung.
 
 
Für den ersten Teil der Dunkelzifferstudie, bei der die TU Dresden mit dem Psychotraumazentrum der Bundeswehr kooperierte, befragten die Forscher im Jahr 2009 rund 1500 Soldaten, die in Afghanistan waren, und weitere 900 Kameraden, die zur gleichen Zeit in Deutschland dienten. Etwa jeder Vierte gab an, dass er im Einsatz mindestens ein traumatisches Erlebnis hatte, zum Beispiel Beschuss oder den Anblick von zerstörten Häusern, verwundeten Kameraden, toten Menschen.
 
Für den zweiten Teil der Dunkelzifferstudie wurden 2011/12 erneut Soldaten befragt, einmal kurz vor dem Afghanistan-Einsatz und dann ein Jahr später wieder. Wieder zeigte sich, dass seelische Vorbelastungen eine herausragende Rolle spielen.
 
"Kehrt ein Soldat mit PTBS aus dem Auslandseinsatz zurück, ist es ist fast nie ein Ereignis allein, das zu der Krankheit geführt hat", sagte Wittchen. "Es liegt immer an der Häufung, an der Summe der Erlebnisse." Der Psychologe vergleicht die Entstehung der Krankheit mit einem Glas Wasser, bei dem der letzte Tropfen zum Überlaufen führt. "Letztlich kann dann auch ein scheinbar gar nicht so dramatisches Ereignis eine PTBS auslösen." Weiter zurückliegende traumatische Ereignisse hätten dabei einen sehr hohen Einfluss.
 

Diese Leiden wirken  sich natürlich auf die ganze Familie aus.

Jetzt will die neue Kriegsministerin Ursula von der Leyen ausgerechnet diese neue Bundeswehr der traumatisierten Freiwilligen familienfreundlich machen.

Können aber tötende und traumatisierte Soldaten überhaupt ihren offensichtlich oft unmenschlichen und barbarischne Job überhaupt familienfreuindlich gestalten und so auf die Famile einwirken?

Zynisch im Sinne von Tucholsky stellt sich zugespitzt die Frage, ob potenzielle Mörder überhaupt familienfreundlich sein können ? Ein menschenverachtender  Beruf kann Mitarbeiter nicht zu familienfreundlichen Humanisten machen. Dafür müsste die Nato  erstmal Angriffskriege ohne oder  mit abgelaufenem Mandat endlich mal einstellen und das Völkerrecht respektieren .

Jemand der das Recht und das Wohl der Völker nicht respektiert, wird auch  das Wohl der Familien der Soldaten kaum im Blickfeld haben .

Aber auch hierzulande steigt die Belastung der Soldaten, die nach einer jetzt bekannt gewordenen internen Studie 48,2 Stunden im Schnitt arbeiten.

Sie leiden unter hoher Arbeitsbelastung und wünschen sich flexiblere Arbeitszeiten. Das ergibt eine umfangreiche Studie der Unternehmensberatung KPMG für das Bundesverteidigungsministerium.

Dem Ministerium liegt die Studie nach Informationen der„Bild“-Zeitungbereits seit Juni vor - ohne dass sie veröffentlicht worden wäre. 

Bevor man über familienfreundliche Rahmenbedingungen und über Teizeitarbeit bei der Bundeswehr nachdenkt, sollte man die Beteiligung der Bundeswehr an traumatisierten Auslandseinsätzen der Armee im Rahmen von Angriffskriegen der Nato  grundsätzlich verzichten und dieses aggressiv-perverse Kriegsbündnis unter US Vorherrschaft endlich verlassen.

 

  

 

  

   

 

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