2004 traten die mehr als zwei Millionen Slowenen als erstes Land des ehemaligen Ostblockes der EU bei.

Da lag das Wirtschaftswachstum noch bei 3,6 Prozent und die Arbeitslosenquote unter EU-Durchschnitt.

Als erster der neuen EU-Staaten führte Slowenien 2007 den Euro ein, dem Land ging es gut, es wurde viel auf Pump gebaut.

 

Kredite waren leicht zu bekommen.

Vom Ausbruch der Finanzkrise im Herbst 2008 wurden die Slowenen kalt erwischt: 2009 gab die Wirtschaft um 8,1 Prozent nach. Die Exporte brachen um ein Fünftel ein, niemand investierte mehr, der Bauboom war zu Ende.

Übrig blieben faule Kredite und zwei geschwächte Banken, deren Hauptanteilseigner der Staat ist: die Nova Ljubljanska Banka (NLB) und die Nova Kreditna Banka Maribor.

Beide Geldhäuser sitzen auf faulen Baukrediten; bis zu 18 Prozent sollen ausfallgefährdet sein. Seitdem wachsen die Schulden. 2007, vor der Krise, lagen sie bei 22 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, nun schon bei fast 48 Prozent. Im Juni erschreckte der konservative Ministerpräsident Janez Janša die Öffentlichkeit: Slowenien müsse bald unter den EU-Rettungsschirm.

Der Angriff des Dollar-Raumes bzw. von US Ratingagenturen  auch Euroland geht weiter. US Spekulanten wittern hier jetzt eine neue Schwachstelle in der Euro-Architektur. 

Damit findet eine neue US-Attacke des Dollarraumes auf einen Peripherie-Staat in Euroland statt.  

 Die Kreditwürdigkeit sank von "A-" auf "BBB+".

Damit gelten die slowenischen Staatsanleihen nicht mehr als sichere Investition sondern nur noch als Anlage mit mittlerem Wert, die in den Ramschstatus abrutschen kann.

Grund seien die Risiken im slowenischen Bankensektor.

Weitere Herabstufungen seien deshalb möglich.

Fitch hat die Kreditwürdigkeit des Euro-Staates Slowenien somit deutlich herabgestuft.

Die Bonität werde nur noch mit "BBB+" bewertet von bisher "A-", teilte die Ratingagentur am Freitag mit und begründete diesen Schritt mit den Risiken, die vom Bankensektor ausgingen.

Sollten sich diese verschärfen, müsse sich Slowenien auf weitere Herabstufungen einstellen.

Der Ausblick für das Nachbarland Österreichs bleibe angesichts der hohen Kosten für die Rekapitalisierung der Finanzinstitute negativ.

"Wir denken über Rechtsmittel gegen Moody's nach, und ich persönlich neige dazu", sagte die slowenische Regierungschefin Alenka Bratusek der Zeitung "Vecer" in Maribor (Samstag-Ausgabe).

Slowenien will die Ratingagentur Moody's wahrscheinlich verklagen, weil sie Anfang Mai während der Ausgabe slowenischer Staatsbonds in den USA die Bonität des angeschlagenen Eurolandes auf Ramschniveau gesenkt hatte.

Am Ende konnte Slowenien doch die geplante Geldsumme einsammeln und hatte für zehnjährige Titel sechs Prozent Rendite zahlen müssen.

"Die haben sich somit ungerechtfertigt in die Ausgabe slowenischer Staatsbonds eingemischt, und so etwas sollte keine Ratingagentur dürfen", begründete sie ihren Standpunkt.

Das wirtschaftlich angeschlagene Slowenien hatte Anfang Mai Dollaranleihen im Wert von umgerechnet 2,7 Milliarden Euro aufgelegt.

Das Finanzministerium stoppte das Angebot vorübergehend, nachdem Moody's die Bonität Sloweniens am 1. Mai um zwei Stufen auf "Ramschniveau" (Note "Ba1") gesenkt hatte.

Slowenien wird als nächster Kandidat für den Rettungsschirm ESM gehandelt.

Um dies zu verhindern, hat sich das Land einem Reformkurs gemäß neoliberaler Doktrin unterworfen.

Die beiden größten Banken nehmen Kapitalerhöhungen vor und insgesamt 15 Staatsunternehmen sollen verkauft und die Mehrwertsteuer von 20 auf 22 Prozent angehoben werden.

Der Privatisierungswahn und die Verscherbelung des Tafelsilber  geht weiter. 

S&P stuft die Kreditwürdigkeit Sloweniens mit "A-" und damit etwas besser als Fitch ein.

Bei Moody's ist es die Note "Ba1" und damit deutlich schlechter als Fitchs neue Bewertung. (APA/Reuters)