IZ History- Warum der Afghanistankrieg 2001 illegal war

Daniele Ganser argumentiert für "Rubikon" entsprechend: 

Im Artikel 2 der UNO-Charta von 1945 wird das Gewaltverbot klug und klar formuliert:

»Alle Mitglieder legen ihre internationalen Streitigkeiten durch friedliche Mittel so bei, dass der Weltfriede, die internationale Sicherheit und die Gerechtigkeit nicht gefährdet werden. Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.“

Der Angriffskrieg auf Afghanistan folgte unmittelbar auf die bis heute nicht geklärten Terroranschläge vom 11. September 2001, kurz 9/11. Der UNO-Sicherheitsrat befasste sich natürlich mit den Terroranschlägen. Die Resolution 1368 des UNO-Sicherheitsrates vom 12. September 2001 bestätigte, dass diese Anschläge eine Bedrohung des Weltfriedens darstellten, und »dass diejenigen, die den Tätern, Drahtziehern und Förderern helfen, sie unterstützen oder ihnen Zuflucht gewähren, zur Rechenschaft gezogen werden« müssen.

 

Der UNO-Sicherheitsrat forderte alle Staaten der Welt zur Zusammenarbeit auf, um »alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um auf die terroristischen Anschläge vom 11. September 2001 zu antworten und jede Form des Terrorismus in Übereinstimmung mit seinen Verantwortlichkeiten nach der Charta der Vereinten Nationen zu bekämpfen.«

Da in der Resolution 1368 Afghanistan aber nicht genannt wurde, gab diese Resolution der USA nicht das Recht, dieses Land für 9/11 verantwortlich zu machen und anzugreifen. Hierzu hätten die USA den UNO-Mitgliedern zuerst einen Beweis vorlegen müssen, dass in der Tat Afghanistan etwas mit diesem Terroranschlag zu tun hatte. Ein robustes Mandat des Sicherheitsrates, das zum Einsatz von Gewalt berechtigt, muss zumindest das Land explizit benennen, gegen das Krieg geführt wird.

Weder Resolution 1368 noch 1373 erlauben den Afghanistankrieg

Die USA hätten mit Verweis auf Resolution 1368 auch nicht zum Beispiel Indonesien oder Saudi-Arabien bombardieren dürfen, mit dem Argument, diese Länder seien in die Finanzierung von Terror verstrickt. Die Resolution gab den USA nicht eine Blankovollmacht, irgendein Land der Welt nach freier Wahl anzugreifen. Vielmehr betonte der Sicherheitsrat mit dieser Resolution klug, dass die Bekämpfung des Terrorismus immer »in Übereinstimmung« mit der Charta geschehen müsse.

Weil einige amerikanischen Juristen dies erkannten, wandten sich die USA am 28. September 2001 nochmals an den Sicherheitsrat und drängten auf die Verabschiedung einer neuen Resolution mit der Nummer 1373, die das „naturgegebene Recht zur individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung“ der Staaten bekräftigte. Der Sicherheitsrat verabschiedete diese und entschied in seiner Resolution, „dass kein Staat jenen Unterschlupf geben soll, die Terroranschläge planen, finanzieren, unterstützen oder ausführen.“

Doch auch diesmal gab es für die USA keine formelle Ermächtigung zum Krieg gegen Afghanistan. Afghanistan wurde auch in der Resolution 1373 nicht erwähnt, weil es den USA nicht gelang, die Weltgemeinschaft von der Schuld von Afghanistan für die Terroranschläge zu überzeugen.

Der 9/11-Untersuchungsbericht ist wertlos

Die Administration Bush erklärte immer wieder, sie werde die Beweise für die Schuld von Afghanistan bald vorlegen. Im Juli 2004 wurde dann der 600 Seiten umfassende 9/11-Untersuchungsbericht präsentiert. Der Bericht bestätigte einfach die Version der Bush-Regierung und erklärte, die Terroranschläge seien im Auftrag von Osama Bin Laden durch 19 muslimische Terroristen durchgeführt worden und Bin Laden habe die ganze Operation von Afghanistan aus koordiniert.

Der 9/11-Bericht taugt aber nichts, weil er den Einsturz des dritten Wolkenkratzers WTC7 nicht einmal erwähnt und damit einen derart gravierenden Mangel aufweist, dass er als wertlos eingestuft werden muss. Lee Hamilton und Thomas Kean, die Verfasser der Untersuchung, haben später eingeräumt, dass ihre Untersuchung „zum Scheitern verurteilt war“, weil sie zu wenig Zeit und zu wenig Geld hatten, um den komplexen Anschlag aufzuklären. Die äußerst angespannte Stimmung in Washington habe den Zugang zu wichtigen Dokumenten und Personen erschwert.

Auch Deutschland zieht in den Krieg

Der US-Angriff auf Afghanistan muss als illegaler Krieg bezeichnet werden. Illegal ist auch der Abwurf der „Mutter aller Bomben“ auf eines der ärmsten Länder der Welt. In meinem neuen Buch „Illegale Kriege“ zeige ich im Detail, dass auch der Angriff auf den Irak im Jahr 2003 sowie der Angriff auf Vietnam im Jahr 1964 illegale Kriege waren. Stellt sich die Frage: Warum macht Deutschland beim Afghanistankrieg mit?

Bundeskanzler Gerhard Schröder ließ am 16. November 2001 im Bundestag über den Afghanistankrieg abstimmen. Nach dem Angriff auf Serbien 1999 war der Angriff auf Afghanistan 2001 der zweite konkrete Fall seit 1945, in dem Deutschland in den Krieg zog. Wie schon beim Angriff auf Serbien wurde die Bevölkerung nicht gefagt.

Ramelows Rot-Rot-Grün verliert in Thüringen die Mehrheit

Nachdem die erste Linkspartei geführte Linksregierung in Thüringen durch eine Stimmenthaltung die Maut der  rechtspopulistischen CSU im Budesrat möglich machte, sacken die Umfragewerte für die Linkspartei in Thüringen weiter ab.  

Die Linkspartei verliert durch die Zusammenarbeit und weitgehende Unterordnung unter die SPD immer mehr an Profil. 

Auch die Querfrontpolitik einiger Abgeordneten der Linkspartei wie  Katahrina König mit Rechtspopulisten aus der CDU führt zur weiteren Profillosigkeit und Beliebigkeit der Linkspartei in der Sichtweise vieler Menschen im Lande.

Linke hatten zusammen mit CDU Rechtspopulisten und Apartheidregime-Freunden eine israelische Flagge vor dem Landtag gehißt und eine entsprechende fraktionsübergreifende Gruppe zusammen mit rechten Israelfreunden gebildet.

Erst kürzlich hat die UN wieder festgestellt, dass Israel eine Apartheidpolitik betreibt  und es verwirrt auch viele Linke, dass sich linke Mandatsträger für diese Politik der Rassentrennung unkritisch hergeben. Links ist das ganz gewiss nicht. 

Die Thüringer Landtagswahl am 14. September 2014 sorgte bundesweit für Aufsehen: Zum ersten Mal kam es in einem Bundesland zu einer rot-rot-grünen Regierung unter Führung der Linken.

Doch zur Hälfte der Legislatur ist davon nichts mehr übrig. Rot-Rot-Grün hat laut einer repräsentativen Umfrage des Instituts INSA für BILD (1005 Befragte) keine Mehrheit mehr: Zusammen käme man nur noch auf 42 Prozent (2014: 46,3 Prozent), wenn am Sonntag gewählt werden würde.

Die Linke verliert nach den letzten Umfragen noch einmal einen Punkt, kommt auf nur noch 22 Prozent. Zur Landtagswahl 2014 waren es noch 28,2 Prozent.

Richtig eng wird es für die Grünen, die es mit 5 Prozent nur knapp in den Landtag schaffen würden.

Zulegen kann nur die SPD, sie kommt jetzt auf 15 Prozent (plus 2,6 Prozent).

INSA-Chef Hermann Binkert: „Rot-Rot-Grün hat keine Mehrheit mehr. Die Zugewinne der SPD machen aber Schwarz-Rot möglich.“ Eine Große Koalition regierte bereits von 1994 bis 1999 und von 2009 bis 2014.

Die CDU legt im Vergleich zu den letzten Umfragen zu, erreicht mit 33 Prozent fast das Wahlergebnis von 2014. Die AfD kommt auf 19 Prozent, die FDP wäre mit 4 Prozent nicht im Landtag. Die Springer-Oligarchen Medien feiern den aufstieg der rechtspopulistischen CDU. 

Die Regierung habe mit ihrer Politik die Bürger gegen sich aufgebracht, so CDU-Chef Mike Mohring zum Umfrage-Ergebnis laut Springer-Konzernmedien. Das gelte insbesondere bei der Bildung, der inneren Sicherheit und der Gebietsreform.

In Bulgarien regieren CDU affine Konservative zusammen mit Nazis

Da wächst  zusammen, was zusammen gehört

Die europaorientierte konservative und rechtspopulistische sowie CDU affine Gerb-Partei des ehemaligen Ministerpräsidenten Bojko Borissow hat eine vorgezogene Parlamentswahl in Bulgarien bereits im März gewonnen und er hatte danach die besten Chancen, das Sieben-Millionen-Einwohner-Land auch künftig zu regieren.

Der Wahlkomission zufolge stimmten 32,6 der Bulgaren für die Gerb. Die Bulgarische Sozialistische Partei (BSP), die zuvor in Umfragen Kopf an Kopf mit der Gerb gelegen hatte, landete mit 27,1 Prozent der Stimmen deutlicher als erwartet auf dem zweiten Platz.

Jetzt kommt es zu einer Koalition der CDU affinen Konservativen mit den Patriotischen Front, der auch rechtsextreme bzw. neonazistische Parteien angehören. 

Drittstärkste Partei im Parlament wurde mit gut neun Prozent der Stimmen das aus drei nationalistischen bis rechtsextremen Parteien bestehende Bündnis "Vereinigte Patrioten". Teile der Gruppierung lehnen Russophobie ab. 

Das gleiche gilt für die vierte mit auch etwa neun Prozent der Stimmen ins Parlament eingezogene Partei DPS, die nominell vor allem die Stimmen türkischstämmiger Bulgaren einsammelt, doch von Oligarchen dominiert wird.

Auch eine neue Partei Wolja des rechtspopulistisch auftretenden Apothekenmillionärs Wesselin Mareschki schaffte es mit gut vier Prozent der Stimmen noch ins Parlament.

Die linke BSP, Nachfolgerin der bulgarischen Kommunisten ererichte auch einen Achtungserfolg.

Dem Wall Street Journal zufolge soll der Putin-Vertraute Leonid Reschetnikow der BSP-Chefin im August 2016 ein Dossier mit Ratschlägen zur Manipulation bulgarischer Medien und Umfragen im Wahlkampf überreicht haben.Der Ex-Spion bestritt dies.  Diee Kampagnen sollen die Linke in Bulgarien diffamieren.

BSP-Chefin Ninowa erregte zuletzt mit einer Rede am 19. März Aufsehen: " Die sogenannnte Demokratie hat uns viel genommen. Sie hat uns die Gesundheitsvorsorge genommen, Ausbildung, Sicherheit", sagte Ninowa. Zwar habe Demokratie den Bulgaren "die Freiheit zu denken gegeben", doch selbst diese Freiheit habe Borissow den Bulgaren als Ministerpräsident genommen.

Als Regierungschefin wolle sie ihr Veto gegen die Verlängerung der EU-Sanktionen gegen Russland einlegen, kündigte Ninowa im Wahlkampf an.

Dem Bündnis Vereinigte Patrioten gehören die Nationale Front zur Rettung Bulgariens, die Innere Revolutionäre Mazedonische Organisation (WMRO) und Ataka an. Die WMRO, die größte Organisation in den VP, ist die Nachfolgerin einer nationalistischen Kampforganisation, die jahrzehntelang mit terroristischen Mitteln für ein Großbulgarien unter Einschluss Mazedoniens gekämpft hatte. Auch die Nationale Front zur Rettung Bulgariens vertritt offen faschistische und rassistische Standpunkte. Sie war 2011 aus der Ataka-Partei hervorgegangen, die ebenfalls den VP angehört.

GERB hatte die vorgezogenen Neuwahlen Ende März mit rund 33 Prozent der Stimmen gewonnen, die VP erzielten etwas über 9 Prozent. Damit hat die neue Koalition mit 122 Sitzen im 240 Sitze umfassenden Parlament eine denkbar knappe Mehrheit. Ungeachtet dessen und trotz gegenteiliger Prognosen verliefen die Koalitionsverhandlungen sehr rasch. Borrissow hatte Verhandlungen mit anderen Parteien von vorneherein abgelehnt und sich auf eine Koalition mit den Ultra-Nationalisten festgelegt.

Gegenüber der Tageszeitung Dnevnik erklärte Borrissow, er sei „glücklich“ über die Koalition, da die VP „sehr verantwortungsvoll“ seien. Seine einzige Bedingung sei gewesen, dass die VP Teil der Regierung werden und diese nicht nur im Parlament unterstützen, wie dies ultrarechte Parteien bereits in der Vergangenheit getan hatten.

Die rechte Partei Volya des Geschäftsmanns Veselin Mareshki wird die Koalition vermutlich ebenfalls unterstützen. Mareshkis Vorbild ist der amerikanische Präsident Donald Trump.

Damit wird das EU-Mitglied Bulgarien, das ab Januar 2018 die EU-Ratspräsidentschaft innehat, von einer ultra-rechten Regierung geführt, deren Mitglieder sich zum Teil offen zu ihren faschistischen Traditionen bekennen.

Ataka ist offen antisemitisch und berüchtigt für ihre gewalttätigen Proteste gegen Muslime, Roma und andere Minderheiten. Noch 2015 sollte die Partei verboten werden, nachdem sie eine paramilitärische Einheit gebildet hatte. Parteichef Volen Siderov ist ein bekennender Holocaust-Leugner.

Die WMRO hatte noch kurz vor den Wahlen einen bulgarisch-türkischen Grenzübergang gesperrt, um Türken, die in Bulgarien Wahlrecht haben, an der Einreise zu hindern. Krassimir Karakatschanow, der Vorsitzende der WMRO, fordert den Einsatz von Schusswaffen gegen Flüchtlinge an den Grenzen und ruft offen zu Gewalt gegen die im Lande lebenden Roma auf. Bulgarien sieht er als Frontstaat gegen den Islamismus.

Alle drei Parteien verfügen über starken Einfluss in den Medien. Ihr Führungspersonal rekrutiert sich nicht selten aus ehemaligen Geheimdienstmitarbeitern. Überdurchschnittlich viele Mitglieder haben sie bei Polizei und anderen Behörden.

Erdogan holt 51 % - Opposition wittert Wahlbetrug- Erdogan sieht es als Sieg gegen den Westen und IS

Tausende Oppositionelle wurden insbesondere nach dem letzten Putschversuch in der Türkei verhaftet. Insbesondere Linke und prokurdische HDP Politiker und Journalisten wurden tausendfach verhaftet. 

Die Linke Fraktionschefin Sahra Wagenknecht erklärt ähnlich wie Sevim Dagdelen (Linke MdB) dazu: 

Despot Erdogan feiert sich für einen Sieg, der keiner ist. Denn die gestrige Abstimmung in der Türkei war weder frei noch gerecht. Mein herzlicher Dank geht an so viele Menschen, die in der Türkei trotz der laut OSZE deutlichen "Einschüchterung der Anhänger der Nein-Kampagne", trotz ihrer fehlenden Versammlungsfreiheit, trotz Tausender inhaftierter Mitglieder und Funktionäre der für ein ‚Nein‘ mobilisierenden Partei HDP und trotz völlig unausgewogener Medienberichterstattung gegen Erdogangs Gang in die Präsidial-Diktatur gestimmt haben. Ich schließe mich der Forderung aus der türkischen Opposition an, die das Ergebnis anfechten will. Angesichts all der erfolgen Manipulation, Erpressung und Verfälschung im Vorfeld sowie angesichts ernstzunehmender Hinweise auf Wahlbetrug dürfen Kanzlerin Merkel und Außenminister Gabriel diesen angeblichen Sieg nicht anerkennen. Meine Solidarität geht an meine Genossinnen und Genossen in der Türkei. Ich wünschen Ihnen viel Mut und Kraft, um weiter für die Demokratie in ihrem Land zu kämpfen! Für die Bundesregierung wiederum muss das endlich der Anlass sein, ihre Türkeipolitik grundlegend zu ändern. Mit einer Diktatur darf die EU keine Beitrittsverhandlungen mehr führen, Vorbeitrittshilfen von 630 Millionen Euro jährlich sind ebenso wie eine Erweiterung der Zollunion zur Unterstützung Erdogans sofort zu stoppen. Die Bundesregierung ist gefordert klar zu machen auf wessen Seite sie steht: Auf der Seite der Demokratie oder auf der Seite der Diktatur Erdogans.

Nach dem scheibchenweisen Völkermord an Kurden will Erdogan mit einem Präsidialsystem noch mehr Macht an sich reissen. 

 

Der Staatschef wird jetzt auch Regierungschef uned Oberbefehlshaber der Streitkräfte - ähnlich wie im Präsidialsystem der USA. Zudem kann er mit Dekreten regieren und einige Richter  renennen. 

Auch die menschenverachtende Todesstrafe will er notfalls per Volksreferendum durchsetzen, wenn es im Parlament dafür keine Mehrheit gibt.

Er  behauptet diese Macht auch für den Kampf gegen den Westen und den IS aber auch gegen die Kurden zu benötigen.

Auch gegenüber dem US Imperialismus und der EU scheint er sich  zu positionieren und sich in der Syrienfrage scheinbar Russland anzunähern. 

Den IS hat er lange Zeit unterstützt - wohl auch um den USA zu gehorchen - aber hier scheint sich ein Wandel zu  vollziehen . Beim Krieg gegen die Kurden bleibt es aber. Die US Regierung beschuldigte  er auch lange Zeit, hinter dem Gülen-Putsch zu stehen. 

Ja“ wählten am Sonntag 51,39 Prozent und damit die Mehrheit aller wahlberechtigten Türken. 48,61 Prozent der Gesellschaft stellte sich gegen die Verfassungsänderung, die einen Wechsel des politischen Systems hin zu einem Präsidialstaat vorsieht.

Ismail Arslan von der AKP in Berlin zeigte sich optimistisch über das Wahlergebnis. Er sagte auf Anfrage von RT Deutsch:

Wir haben uns durchgeboxt, auch wenn wir das Ergebnis weit höher angesetzt haben. Aber immerhin, wir sind über die Hürde gekommen. Das ist das wichtigste.“

Der Linken- und HDP-Politiker Ferat Kocak ist dennoch über die Leistung der Opposition in der Türkei erfreut.

RT Deutsch sagte er am Rande einer Wahlparty in Kreuzberg:Aus den offiziellen Erhebungen geht hervor, dass die drei größten Städte der Türkei beim Volksentscheid „Nein“ wählten.

Auch der mehrheitlich kurdische Südosten ist dagegen.

Unterm Strich zeigte die Allianz aus Regierungspartei AKP und nationalistische MHP ein eher positives Ergebnis im Südosten im Vergleich zu den Wahlen 2015, wo die linksgerichtete, pro-kurdische HDP stärker abschnitt. Zum wichtigen Helfer der AKP wurden die Kurden-Regionen der Türkei, auch wenn diese grundsätzlich gegen das Referendum stimmten. Vor allem aus Städten wie Agri, Mus, Bitlis, Hakkari, Sirnak, Siirt, Batman und Mardin kamen wichtige Stimmen.

Trotz einer Zusammenarbeit der AKP und MHP für ein „Ja“ haben sie die gemeinsamen Wählerstimmen von 2015 weit unterschritten. Es war auch ein sehr gelungener Wahlkampf in Deutschland, den die oppositionellen Kräfte gemeinsam mit Linken und demokratischen Organisationen deutschlandweit geführt haben.“

Bei den Parlamentswahlen im November 2015 kamen MHP und AKP noch auf 61,39 Prozent aller Wählerstimmen. Die Allianz verlor heute rund zehn Prozent seiner Wähler. Am 1. November 2015 wählten noch 49,49 Prozent aller Türken die AKP. Anders als in der Türkei führt die AKP die Wählerstimmen in Deutschland deutlich an. In der Bundesrepublik gewann das „Ja“-Lager 63,1 Prozent.

Bemerkenswert ist die Schwäche, mit der die Partei der Nationalen Bewegung (MHP) in der Türkei abschloss. Laut der türkischen Tageszeitung Sabah entschied sich die Mehrheit der traditionellen MHP-Wähler, ihrem schwachen Parteiführer Devlet Bahceli nicht zu folgen, der seit vergangenem Jahr heftigen Widerständen innerhalb der Partei ausgesetzt ist. Sie stellten sich gegen das Referendum.

Der Nahost-Experte Tallha Abdulrazaq, der gegenwärtig in Istanbul weilt, fasste für RT Deutsch die Stimmung auf den Straßen der Metropole ein. Er äußerte:

Egal wo ich war, war eine gedämpfte Atmosphäre auszumachen. Es wird tendenziell eine politische Diskussion vermieden, auch unter AKP-Anhängern. Sie erwarteten einen großen Sieg, aber das ist wohl die schlechteste Wahlleistung der AKP seit Wahlgründung.“


Der renommierte türkische Journalist Engin Bas sagte RT Deutsch voraus, dass das Wahlergebnis kaum einen oder zwei Prozent über die 50 Prozent-Wahlsieghürde steigen wird. Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Bas sagte:„Auf der anderen Seite hast du die Opposition, die wohl eine schwere Niederlage erwartete. Die sind positiv gestimmt. Zwar hat die AKP gewonnen, aber mit einem faden Beigeschmack. Die Opposition wird gestärkt hervorgehen“, fügte Abdulrazaq hinzu.

Es gibt zahlreiche Wähler, die öffentlich eine andere Meinung vertreten als sie letztlich wählen.“

Hinsichtlich Wahlmanipulationen informierte Bas, dass es im Südosten einige offene Frage gab. RT Deutsch teilte er mit:

In Diyarbakir gab es ein paar Berichte, die darauf hinwiesen, dass es Ungereimtheiten gab. Nichtsdestotrotz sind das erstmal kleine insignifikante Vorfälle.“

Bas warnte allerdings, dass es noch lange Debatten in der Türkei über den Volksentscheid geben wird. Der Journalist mit Sitz in Istanbul informierte:

Die oppositionellen Parteien CHP und HDP haben bereits angekündigt, Teile des Wahlergebnisses anfechten zu wollen. Sie sprechen von Ungereimtheiten, die ermittelt werden müssen. Sie sprechen von Manipulation. Der CHP-Vize, Erdal Aksunger, erklärte, die Partei erwäge bis zu 60 Prozent der Stimmzettel anzufechten.“

 

Wieder Fake News von Trump von Systemmedien wie ZDF und RTL ungeprüft widergekäut 

Nach Raketentests Nordkoreas hatte die US-Regierung bekanntgegeben, ein weiterer Flugzeugträger wäre auf dem Weg zur koreanischen Halbinsel. Dies aber war eine Falschmeldung. Das Kriegsschiff nahm stattdessen Kurs auf Australien. China ist verärgert, das Pentagon in Erklärungsnot.
 
Sicher betrachtet China Bedrohungen gegen Nordkorea als in Kern gegen sich selber gerichtet und ein Krieg gegen Nordkorea hätte vor allem das Ziel, das die USA   Soldaten direkt an der chinesischen Grenze auf dem angrenzenden Festland stationieren könnten. Deshalb ist China über solche vermeintlichen Militärraktionen besonders aufgebracht. 

Nach dem Treffen des US-Präsidenten Donald Trump mit dem chinesischen Premierminister Xi Jinping sprach Trump vom Beginn einer Freundschaft. Nun ist China jedoch verärgert über eine gravierende Fehlinformation der Amerikaner bezüglich der Verlegung ihrer Kriegsflotte. Gleichzeitig nutzte Trump den Besuch für einen Kriegsangriff mit 59 Marschflugkörpern gegen Syrien, der sicher seit langer Zeit vorbereitet war und mit einem nicht stattgefundenen Giftgasangriff von Assad auf Zivilisten gerechtfertigt worden war.  

Der Flugzeugträger USS Carl Vinson hätte offiziellen Ankündigungen zufolge auf dem Weg zur koreanischen Halbinsel sein sollen. Stattdessen nahm die Carl Vinson aber Kurs auf Australien, um dort an Manövern teilzunehmen. Erst gegen Ende des Monats werden die Schiffe vor Korea eintreffen. Die chinesische Presse nahm das Thema auf und fühlte sich von dem neuen Freund im Westen betrogen.

Die chinesische Global Times schrieb:

Böse ausgetrickst. Keiner der amerikanischen Flugzeugträger, auf die Südkorea so sehnlichst wartete, ist eingetroffen.

Trump hatte nach nordkoreanischen Raketentests angekündigt, dass er eine "Armada" an Kriegsschiffen schicken würde. Gemeint waren damit die USS Carl Vinson und weitere Kriegsschiffe, die US-amerikanische und südkoreanische Truppen im Fall eines möglichen Schlages gegen Nordkorea unterstützen sollen.

Am Samstag beging Nordkorea den "Tag der Sonne", der den Geburtstag seines Gründers Kim Il-sung markiert. Experten befürchteten, dass damit erneute Aggressionen in Form von Raketentests einhergehen würden. Und tatsächlich drohte Kim Jong-un im Vorfeld, dass es ein "großes Ereignis" geben würde. 

Am Sonntag, dem 16. April, fast zeitgleich mit der Ankunft des US-amerikanischen Vizepräsidenten Mike Pence in Südkorea, fand ein erneuter Raketentest statt, dieser schlug jedoch fehl. Kurz nach ihrem Start explodierte die Rakete. Sie bestätigte Pence aber in der Linie seiner Regierung, wonach die "Ära der Toleranz" und Geduld beendet ist. Die Regierung Trump ist der Ansicht, dass die vergangenen zwanzig Jahre der Diplomatie mit Nordkorea vertane Zeit gewesen seien, die zu keinen Ergebnissen geführt habe.

In einem Interview mit Fox Business News fragte die Moderatorin Maria Bartiromo den Präsidenten Donald Trump:

Sie haben Schiffe der Marine zur koreanischen Halbinsel umgeleitet. Was werden wir nun in Bezug auf Nordkorea unternehmen?

Trump antwortete:

Man weiß es nicht, wissen Sie es? Man kann es nie wissen.

Im Netz tauchten dann Bilder der USS Carl Vinson, gefolgt von dem USS Zerstörer Michael Murphy und der USS Lake Champlain auf. Die Kriegsschiffe, so lauteten die Bildbeschreibungen, seien nahe Indonesiens gesichtet worden und nehmen Kurs entgegen der Richtung Koreas. Die Bilder hatte ausgerechnet die US-Marine selbst veröffentlicht und machte so unwillentlich auf die Falschmeldung des Weißen Hauses aufmerksam. 

China sah sich gezwungen, eigene Aufklärungsschiffe zu entsenden, um das Eintreffen der Carl Vinson zu beobachten. Diesbezüglich hat Peking auch Moskau um Hilfe gebeten. Wie seine politischen Vorgänger will Trump die Chinesen in die Pflicht nehmen, um Nordkorea wirtschaftlich zusammenbrechen zu lassen und einen Regierungswechsel herbeizuführen. Mit der Ermordung Kim Jong-nams, dem Halbbruder Kim Jong-uns, hat China seinen Joker verloren, der einen für Peking akzeptablen Machtwechsel in Pjöngjang ermöglichen würde.

Regierungssprecher des Weißen Hauses sagten am Dienstag, dass sie sich in Bezug auf die Verlautbarungen über die Entsendung der Kriegsschiffe auf Weisungen des Verteidigungsministeriums verließen. Der Fehler sei auf eine Reihe von Ereignissen zurückzuführen. Es begann mit einer vorschnellen Bekanntgabe der Verlegung der Kriegsschiffe, gefolgt von einer fehlerhaften Erklärung des Verteidigungsministers James Mattis. All dies hätte zu einem unzutreffenden Narrativ geführt, wonach eine Armada an Kriegsschiffen auf dem Weg nach Korea sei.

Allein Trumps Name bereitet unterdessen den Chinesen bereits Kopfzerbrechen. Innerhalb der staatlichen Nachrichtenbehörde Xinhua ist eine Abteilung nur damit beauftragt, ausländische Namen ins Chinesische zu übersetzen. Trumps offizieller chinesischer Name ist "Te Lang Pu". Die Wahl der chinesischen Schriftzeichen zur Schreibweise für "Te Lang Pu" kann unterdessen schmeichelnd, aber auch beleidigend sein. Ist man ihm wohl gesonnen, mag man Schriftzeichen wählen, die ihn als "außergewöhnlich, populär und klug" bezeichnen. Aber bei einem schlechten Image lässt sich "Te Lang Pu" auch als "ungewöhnlich, laut und ordinär" wiedergeben.

Daoistische Mönche haben bereits gesagt, dass es besser wäre für die chinesisch-amerikanischen Beziehungen, wenn Trump seinen Namen ändern würde. "Te" sei ein extremes Symbol, welches man in China meidet, da es mit Feuer in Verbindung steht. Daher haben Hong Kong und Taiwan die Übersetzung "Chuan Pu" gewählt. "Chuan" bedeutet Fluss und würde den hitzigen Charakter Trumps wieder in Harmonie bringen. Aber auch "Chuan Pu" hat bereits zu Verunglimpfungen in China geführt. Der Ausdruck kann auch als "kaputtes Bett" verstanden werden und ist als solcher schon im Volksmund gebräuchlich. 

Die Fehlermeldung über die Entsendung der USS Carl Vinson ist ein weiterer Rückschritt in den von der US-Regierung erhofften Beziehungen zwischen China und den USA. Während seines Wahlkampfes wetterte Trump gegen China, welches er für die wirtschaftliche Misere seines Landes in die Verantwortung nahm. Nach Übernahme seiner Präsidentschaft wurden die Töne gegenüber China weicher. In China gilt das Credo: "Frühe Vögel werden erschossen." (qiang da chu tou niao) Dies bezieht sich auch auf ein vorschnelles Vertrauen in den neuen, unbekannten Partner Donald Trump.

Kritiker umschreiben die Regierungsweise Trumps bereits mit dem Ausspruch: "Fake it 'til you make it".

IZ History: Die Lügen über den Koreakrieg der 50 er Jahre

zuerst erschienen in der SoZ

Die Geschichtslüge vom Koreakrieg

Wie die USA die Diktatur von Syngman Rhee installierten

von B.I. Bronsteyn

Am 25.6.2012 jährte sich der Beginn des Koreakriegs zum 62. Mal. Die offizielle Version dieses Ereignisses in Medien und Geschichtsbüchern lautet, am 25.8.1950 hätten überraschend nordkoreanische Truppen die Demarkationslinie überschritten und Südkorea überrannt.

Das ist eine Geschichtsfälschung, wenn auch eine sehr erfolgreiche. Noch heute wird damit Politik gemacht. Die Wahrheit ist: Nach der Kapitulation Japans wurde Korea von den Siegermächten entlang des 38.Breitengrads in zwei Besatzungszonen aufgeteilt. Der Süden wurde von US-amerikanischen Truppen besetzt, der Norden kam unter die Kontrolle der Roten Armee. Die Alliierten hatten auf der Konferenz von Jalta beschlossen, dass Korea ein vereinigtes, unabhängiges Land unter einer gewählten Regierung werden sollte, legten jedoch keine Details fest. Die USA verhinderten eine solche Entwicklung: Gegen seinen Willen wurde Korea auf Druck der USA geteilt. Die US-Besatzungsbehörden verboten 1945 eine von kleinbürgerlichen koreanischen Nationalisten in Seoul ausgerufene provisorische Regierung.

Die koreanische Oberschicht war durch ihre jahrzehntelange Kollaboration mit dem japanischen Imperium in der Bevölkerung völlig diskreditiert [Korea war von 1910 bis 1945 eine japanische Kolonie]. In ganz Korea wurden Ländereien von Großgrundbesitzern besetzt. Arbeiterräte hatten die Fabriken übernommen, ihre (oft japanischen) Besitzer waren geflohen.

Die Lage der Oberschicht war verzweifelt. Rettung erhoffte sie von Syngman Rhee, einem Adligen und rechtsextremen Politiker, der von den US-Besatzungsbehörden aufgebaut wurde. Syngman Rhee errichtete in der US-Besatzungszone ein Terrorregime. Er stützte sich dabei auf ehemalige koreanische Offiziere der japanischen Armee. Ab 1948 kam es zu erbitterten Aufständen in ganz Südkorea. Bei einem Aufstand auf der vorgelagerten Insel Jejudo richteten Polizei und Armee ein Massaker an, bei dem bis zu einem Viertel der Bevölkerung getötet wurde.

Mit diesen Aufständen hatte Nordkorea nichts zu tun. Allerdings tobte an der Demarkationslinie ein ständiger Grenzkrieg. Der gesamte Südwesten Koreas befand sich in ständigem Aufruhr gegen das verhasste Syngman-Rhee-Regime. Nur ein Krieg konnte es noch retten.

Nach gefälschten «demokratischen» Vorwahlen von 1948 verlor Syngman Rhee am 30.Mai 1950 spektakulär die Wahlen zur Nationalversammlung, und das, obwohl die gesamte Linke (inkl. der Kommunisten) verboten war.

Ein dreistes Manöver

Das offizielle Datum des Kriegsausbruchs ist der 25.6.1950. Am 26.6.1950 meldeten namhafte Presseorgane des Westens (London Daily Herald, Guardian, New York Herald Tribune, New York Times), südkoreanische Truppen seien erfolgreich in den Norden vorgedrungen und hätten die nordkoreanische Stadt Haeju erobert. Im Archiv des Guardian ist es heute noch nachzulesen (www.guardian.co.uk/world/1950/jun/26/northkorea).

Am selben Tag legten die USA im UN-Sicherheitsrat eine Resolution vor, die Nordkorea der «unprovozierten Aggression» beschuldigte. Aus Protest gegen die Nichtaufnahme der VR China in die UNO waren die Vertreter der UdSSR im Sicherheitsrat nicht anwesend. Trotzdem war das exzellent geplante diplomatische Manöver nicht leicht. Ägypten forderte, das Wort «unprovoziert» aus der Resolution zu streichen, denn der ständige Grenzkrieg an der Demarkationslinie war bekannt. Auch Jugoslawien war störrisch. Die USA setzten die Resolution jedoch mit den Stimmen der Westmächte, Nikaraguas (die Diktatur Somozas) und Kubas (die Diktatur Batistas) durch.

Dieses diplomatische Manöver der USA bildet bis heute die Basis für die Geschichtsfälschung über den Ausbruch des Koreakriegs. Beim folgenden Gegenangriff der nordkoreanischen Armee brach die südkoreanische Armee innerhalb von Wochen völlig zusammen. Die nordkoreanischen Streitkräfte besetzten Seoul am 28.Juni. Über der Stadt gab es einen Luftkrieg, bei dem 37 südkoreanische und 9 nordkoreanische Soldaten umkamen. In die größte Schlacht zwei Tage später waren allein nord- und südkoreanische Kräfte involviert. Die nordkoreanische Armee zerstörte 89 Panzer, 76 Artilleriegeschütze, 19 Bomber und tötete 21 Soldaten. 7000 südkoreanische Soldaten wurden verwundet, 16.000 gefangen genommen. Viele Kriegsgefangene kämpften später in den Reihen der nordkoreanischen Armee oder desertierten nach der Schlacht.

Das Bodo-League-Massaker

Die Realität in der Anfangsphase des Krieges war, dass nordkoreanische Truppen (die meist begeistert begrüßt wurden) gar nicht so schnell vorrücken konnten, wie reguläre südkoreanische Truppen auseinander liefen oder desertierten. Die zurückweichenden Spezialtruppen und US-Einheiten hatten wichtigeres zu tun als zu kämpfen, sie waren vornehmlich damit beschäftigt, Südkoreas politische Opposition auszuschalten.

1949, noch vor Ausbruch des Krieges, saßen 30.000 Kommunisten in den Kerkern von Syngman Rhee; 300.000 angebliche Sympathisanten, aber auch Gewerkschafter, antijapanische Nationaliste

Die Hintergründe des Koreakrieges (1950-53) - Saschas Welt

KoreakriegEs ist notwenig, hier an dieser Stelle erneut über den Krieg zu reden. Immer wieder wird uns in den bürgerlichen Massenmedien suggeriert, der Krieg sei notwendig, um den Terrorismus zu bekämpfen, um verbrecherische Regimes zu stürzen oder um angeblich „Das Böse“ auf der Welt zu beseitigen, und andere derartige Lügenmärchen aus der Giftküche der Kriegstreiber der USA und der NATO. Damit wird versucht, die wahren Ursachen aller Kriege zu vertuschen. Am Beispiel der Koreakrieges 1950-53 wird das sehr deutlich.

Kurz nach dem Ende des zweiten Weltkrieges hatten die USA nichts Dringenderes zu tun, als erneut in aller Welt Kriege anzuzetteln. Den Deutschen aber, denen das eigene Erleben in diesem Krieg nicht genügte oder die an Gedächtnisschwund litten, mußte dieses niederträchtige Spiel, das die USA in Korea trieben, endlich die Augen öffnen. Auch wenn heute die deutschen Massenmedien über andere Länder und deren Regierungen eine unerträgliche Hetzpropaganda verbreiten – es wird ihnen nicht gelingen, die Wahrheit auf Dauer zu vernebeln. Über die Hintergründe dieses Koreakrieges äußerte sich 1951 der Vorsitzende der National-Demokratischen Partei Deutschlands in der DDR, Professor Lothar Bolz, wie folgt:

Der Griff nach fremdem Reichtum

Korea verlor im Jahre 1910 auch den letzten Schein seiner Selbständigkeit an Japan. In Japans Hand war es ein Revolver, gerichtete auf die Brust der chinesischen Mandschurei und in den Rücken des sibirischen Rußland. Darüber hinaus war es ein Land, das neben seinen rund 30 Millionen Einwohnern dem Eroberer unermeßliche Bodenschätze – Kohle, Graphit, Buntmetalle, Wolfram, Magnesit, Mangan, Gold und mehrere Milliarden Tonnen von Eisenerzen – mitbrachte. Der Krieg, den die Völker zum Schutze ihrer Freiheit gegen den deutschen Nationalsozialismus und den japanischen Militarismus führten, sollte auch dem koreanischen Volke die Freiheit bringen. Am 1. Dezember 1943 unterschrieben Roosevelt, Churchill und Tschiang Kai-schek die Deklaration von Kairo, die in feierlicher Form verkündete: „In due course Korea shall become free and independent.” („Korea soll in angemessener Zeit frei und unabhängig werden.“) Am 8. August 1945 unterzeichnete die Sowjetunion die Deklaration über Korea. Doch Amerika dachte nicht einen Augenblick daran – das bewiesen die folgenden Jahre –, das feierliche Versprechen von Kairo einzulösen. Es ging im Gegenteil geradewegs auf sein Ziel los Korea – und zwar ganz Korea – aus einer japanischen Kolonie in eine amerikanische Kolonie zu verwandeln.

Die USA bedrohen die chinesische und die russische Grenze

Der Ausgang des Krieges setzte Amerika in den Besitz des südlichen Teiles des Landes, südlich des 38. Breitengrades. Wenn damit auch zwei Drittel der koreanischen Bevölkerung unter den amerikanischen Militärstiefel gerieten, so war doch dieser Teil für das sich zur Anstiftung des dritten Weltkrieges rüstende Amerika der wertloseste. Ganz abgesehen davon, daß sich die Bodenschätze Koreas zum allergrößten Teil im Norden des Landes befinden, konnte erst der Besitz des ganzen Landes – das heißt: die Besetzung auch der russischen und der chinesischen Grenze – das Land wieder zu dem machen, was es schon in Japans Hand gewesen war, und es darüber hinaus in Amerikas Hand zu einer noch größeren Bedrohung werden lassen. Erst wenn Amerika das ganze Land bis zur chinesischen und zur russischen Grenze besaß, hatte es den gegen China und Rußland gerichteten Revolver in der Hand. Aber hier handelte es sich nicht mehr um das alte China und das alte Rußland. Es handelte sich um die Grenze zwischen Korea und der Sowjetunion, zwischen Korea und dem China Mao Tse-tungs. Es handelte sich um die Grenze zwischen den amerikanischen Kriegsverdienern und Kolonialherren und den frieden- und freiheitsliebenden Völkern. Es handelte sich um die Grenze zwischen den Wortführern des dritten, des amerikanischen Weltkrieges und den Verteidigern des Weltfriedens. Um nicht mehr und um nicht weniger handelte es sich!

Die Koreanische Volksrepublik wird gegründet

Die Sowjetunion überließ es in dem von ihr besetzten Teil Koreas nördlich des 38. Breitengrades dem koreanischen Volke, sein politisches und soziales, Wirtschafts- und Kulturleben nach seinen nationalen Traditionen und demokratischen Zielen zu gestalten und sich seinen eigenen unabhängigen Staat zu schaffen. Am 9. September 1948 wurde die Koreanische Volksrepublik gegründet. Am 19. Oktober 1948 begann die Sowjetunion, ihre Besatzungstruppen abzuziehen; am 25. Dezember 1948 stand kein sowjetischer Soldat mehr auf koreanischem Boden. Die amerikanische Besatzungsmacht verhinderte in Südkorea jegliche Maßnahme zur Demokratisierung des Landes und zur nationalen Befreiung des Volkes. Sie machte einen ihrer gefälligen Diener, Li Syng Man, der in Amerika den Namen Syng Man Rhee angenommen hatte, in ganz Korea – im Norden wie im Süden – aber nur „der grausame (oder: der schreckliche) Alte“ heißt, zum Präsidenten.

Die Pläne der USA zum Überfall auf die KDVR

MacArthur

Der USA-Kriegsverbrecher MacArthur

Durch den Eindruck, den der Abzug der sowjetischen Besatzungstruppen auf die Weltöffentlichkeit machte, sah sich Amerika gezwungen, ein halbes Jahr später – am 29. Juni 1949 – auch seine Besatzungstruppen zurückzurufen, ließ aber nicht weniger als sage und schreibe fünfhundert militärische Berater im Lande zurück. Fünfhundert militärische Berater! Wozu? Das vom Stabe MacArthurs in Tokio herausgegebene Blatt der amerikanischen Besatzungstruppen in Japan „Stars and Stripes“ schrieb am 8. September 1949, also ganze zwei Monate, nachdem in Südkorea die Besatzung durch Berater ersetzt worden war: „Die Amerikaner müssen in Südkorea Streitkräfte ausbilden, die imstande sind, innerhalb von zwei Wochen ganz Nordkorea zu besetzen“

Ein Aufmarschgebiet gegen das freie Asien

Die „New York Herald Tribune“ war schon weiter und meldete bereits eine Woche vorher, am 1. September 1949: „Die Armee Südkoreas ist in Bereitschaft und erwartet den Augenblick des Einmarsches in Nordkorea. Südkorea wartet nur auf den Befehl aus Washington, um den Einmarsch zu beginnen.“ Der Befehl kam. Er erging an die Armee Südkoreas, an die amerikanischen Streitkräfte und an die Hilfswilligen Amerikas unter den Vereinten Nationen. Amerika griff mit Waffengewalt nach Korea als einem Aufmarschgebiet gegen das freie Asien und versuchte überdies ein Exempel zu statuieren, nämlich den Beweis zu erbringen, daß sich das mächtige Amerika, wo, wann und wie es ihm beliebe, über den nationalen Freiheitswillen eines anderen Volkes, insbesondere eines kleinen, noch dazu eines „asiatischen“ Volkes, hinwegsetzen könne. Der Beweis ist mißglückt. Zwar ist ein Exempel statuiert worden, ein Exempel aber gegen die amerikanischen Strauchritter und Wegelagerer, und das auf allen nur denkbaren Gebieten.

Die Niederlage der amerikanischen Propaganda

Eine Niederlage erlitten hat die sich in ihrer Allmacht sonnende amerikanische Propaganda. Gewiß gelang es ihr im Anfang – unter Aufbietung des ihr zur Verfügung stehenden riesigen Netzes von Rundfunksendern und Presseorganen in Amerika selbst wie in den von Amerika beherrschten Ländern – vielen Menschen weiszumachen, es seien nordkoreanische Truppen gewesen, die den Krieg begonnen hätten. Aber diese Lüge ist längst widerlegt. Die Wahrheit hat sich durchgesetzt. Schon elf Monate vor Beginn des Korea-Krieges, nämlich am 25. Juli 1949, überfielen südkoreanische Truppen das Gebiet der Volksrepublik Korea. Sie wurden auch damals vom nordkoreanischen Grenzschutz zurückgeschlagen. Der amerikanische Militärberater Li Syng Mans, der General Roberts, hatte diesen „Feldzug nach Norden“ zur „absoluten Notwendigkeit“ erklärt und war über das Mißlingen außerordentlich ungehalten. Das wissen wir aus dem Munde des damaligen südkoreanischen Innenministers, Kim I Sek.

Südkorea lehnte die friedliche Vereinigung ab

Zehn Monate späger, am 29. Mai 1950 fanden Wahlen in Südkorea statt, die trotz aller Machenschaften und Zwangsmaßnahmen den Regierungsparteien eine vernichtende Niederlage brachten. Über vier Fünftel der Mitglieder der alten Nationalversammlung wurden nicht wiedergewählt. Am 19. Juni 1950 schlug Nordkorea Südkorea die friedliche Vereinigung des Landes durch Zusammenschluß der beiden Parlamente zu einem gemeinsamen gesetzgebenden Organ vor. Die südkoreanische Regierung lehnte das ab.

John Foster Dulles „studiert“ die örtlichen Verhältnisse

Am 20. Juni 1950 erschien der weltbekannte Herr John Foster Dulles, der außenpolitische Vertrauensmann der amerikanischen Finanzwelt und Sonderbotschafter Herrn Trumans, in Begleitung eines Majors Bilello, amerikanischen Beraters der südkoreanischen Armee, am 38. Breitengrad, „um die örtlichen Verhältnisse zu studieren“, das heißt um die Ausgangsstellungen für einen Vormarsch der südkoreanischen Armee zu besichtigen. Am gleichen Tage, dem 20. Juni, schrieb die „Neue Zürcher Zeitung“: „Es fehlt im südlichen Korea nicht an Leuten, die eine Lösung der das Land schwer bedrückenden Probleme im militärischen Angriff auf den Norden sehen. Die von den Amerikanern ausgerüstete und vorzüglich geschulte Armee von 100.000 Mann, zu der noch eine Polizeitruppe von 50.000 Mann kommt, wäre vermutlich dem nordkoreanischen Heer bedeutend, überlegen.“

J.F. Dulles: Eine „positive“ Aktion

Am 22. Juni 1950 kehrte der mit den Örtlichen Verhältnissen am 38. Breitengrad sehr zufriedene Herr John Foster Dulles nach Tokio zurück und erklärte auf einer Pressekonferenz, er habe dem Kriegsminister Johnson und dem Generalstabschef Bradley Mitteilungen zugehen lassen, und fügte hinzu: „Ich denke, sie werden die Grundlage für eine positive Aktion bilden, aber ich kann nicht vorher sagen, welche.“ Das wissen wir aus der „New York Times“. Am nächsten und übernächsten Tage, dem 23. und 24. Juni, beschoß südkoreanische Artillerie nordkoreanisches Gebiet, wobei eine Person getötet und neunzehn verletzt wurden.

Präsident Truman bläst zur Attacke

Am Morgen des 25. Juni ging die südkoreanische Armee an der gesamten Grenze in voller Front zum Angriff auf das Gebiet der Volksrepublik Korea über. Das war die „positive Aktion“ der Herren John Foster Dulles, Johnson und Bradley sowie des Ehrenmannes Li Syng Man. Nun wußte die ganze Welt, um welche „positive Aktion“ es sich handelte. Am Morgen des 26. Juni, also knapp 24 Stunden nach dem Überfall, meldete die amerikanische „Associated Press“: „Präsident Truman beauftragte General MacArthur die südkoreanischen Truppen mit Waffen zu beliefern. Die ersten Lieferungen trafen bereits ein.“ Das heißt: Sie müssen verladen gewesen sein, bevor noch der erste Schuß fiel. Am gleichen 26. Juni bombardierten amerikanische Luftstreitkräfte nordkoreanische Städte und Dörfer, einen Tag bevor Präsident Truman den offiziellen Befehl zum Eingreifen der amerikanischen Luft- und Seestreitkräfte gab. Sein Befehl zum Eingreifen amerikanischer Landstreitkräfte folgte am 30. Juni. Das ist die Wahrheit. Amerika ist der Angreifer. [1]

...das Ende

…das Ende

Bekanntlich gingen die Pläne der USA nicht auf, in Korea einen Stellvertreterkrieg zu führen, Nordkorea zu erobern und bis an die Grenzen der Volksrepublik China vorzudringen. Das kleine heldenhafte Volk unter Führung von Kim Il Sung verteidigte seine Freiheit und behielt sie bis heute. Die KDVR war bislang unter den sozialistischen Staaten Asiens (außer der UdSSR) das am stärksten industrialisierte Land. Sie besitzt eine stark entwickelte Grundstoffindustrie (Bergbau, Hüttenwesen, chemische Industrie) und einen mit großer Energie vorangetriebenen Maschinenbau (Werkzeugmaschinen, Kraftfahrzeuge, Schiffe, Landmaschinen, Bergbauausrüstungen). Der hohe Energiebedarf wird durch Wasserkraftwerke (am Amrokgang, Tschangdshingang und Pudshòngang), aber auch durch Wärme- und Gezeitenkraftwerke gedeckt. Die sozialistische Kollektivierung der Landwirtschaft wurde bereits 1958 abgeschlossen. Die Landwirtschaft sichert die Eigenversorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln. [2] Daß in Wikipedia und anderswo darüber heute dieselben alten Lügen wieder verbreitet werden, muß uns nicht verwundern. Abschließend schreibt Professor Bolz:

(…) Heute ist es längst klar, daß die Erhaltung des Weltfriedens in erster Linie der unerschütterlichen Ruhe zu danken ist, mit der die Sowjetunion jede Kriegsprovokation — und demzufolge auch die amerikanische Kriegsprovokation in Korea — zurückweist. Heute wagt niemand in der ganzen Welt zu bestreiten, daß in Korea nicht ein einziger sowjetischer Offizier oder Soldat militärisch oder sonst in irgendeiner Weise eingesetzt ist. Das ist die Wahrheit, die unbestreitbare Wahrheit. Sie wird am schlagendsten dadurch bewiesen, daß in Korea überhaupt noch Amerikaner stehen. Korea hat Amerika entlarvt. Der Heuchler ist der Heuchelei, der Lügner der Lüge überführt. [3]

Quelle:
[1] Lothar Bolz, Es geht um Deutschland, Verlag der Nation, Berlin, 1955, S.240-244 (Zwischenüberschriften von mir, N.G.)
[2] vgl. Länder der Erde, Politisch-ökonomisches Handbuch, Verlag Die Wirtschaft Berlin, 1985, S.345f.

[3] Lothar Bolz, ebd. S.247n und Sozialisten wurden im Rahmen einer als «Reeducation-Bewegung» getarnten Zwangsorganisation namens Bodo League zusammengefasst. Am 27.Juni ordnete Syngman Rhee die Massenexekution der Mitglieder von Bodo League und der Südkoreanischen Arbeiterpartei an. Sie ging als Bodo-League-Massaker in die Geschichtsbücher ein. Die Schätzungen über die Zahl der Zivilisten, die im Rahmen des Bodo-League-Massakers massakriert wurden, variieren zwischen 100.000 und 1,2 Millionen.

 

Das stalinistische Kim-Il-Sung-Regime in Nordkorea hat sicher auch brutale Verbrechen begangen. Dazu gehört u.a. die Vernichtung fast aller südkoreanischen Kader der Kommunistischen Partei und anderer Arbeiteraktivisten, die während des Krieges und danach in den Norden geflüchtet waren.

Aber die Kriegsschuld ist Nordkorea nicht anzulasten. Der Koreakrieg war ein Verbrechen des US-Imperialismus. Er kostete bis zu 5 Millionen Tote.

Im Dezember 2005 richtete die Regierung Roh Moo-hyun eine Wahrheits- und Versöhnungskommission nach südafrikanischem Vorbild ein; sie sollte «Unfälle» in der koreanischen Geschichte seit Beginn der japanischen Kolonisation 1910 bis zum Ende der autoritären Regierungsphase 1993 untersuchen; dafür wurden ihr viereinhalb Jahre Zeit gegeben. Der Kommission wurden auch die Archive geöffnet. Sie kam zur Einschätzung, dass im Sommer 1950 mindestens 100.000 Menschen exekutiert wurden, teilweise auch von der US-Army.

Gerade wegen des Medienhypes um nordkoreanische Atomwaffen dürfen die Verbrechen der USA in Korea 1950–1953 nicht unter den Tisch gekehrt, sondern müssen jetzt aufgedeckt werden.

Siehe auch http://bronsteyn.wordpress.com/tag/koreakrieg.

 

http://www.jungewelt.de/index.php