Razzia gegen militante Nazis in Erfurt und Crawinkel 

Die Polizei hat am Donnerstag die Wohnungen von vier Rechtsradikalen durchsucht, gegen die wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz ermittelt wird. Wie das Thüringer Landeskriminalamt mitteilte, wohnen drei der Beschuldigten in Crawinkel im Landkreis Gotha und einer in Erfurt. Bei dem durchsuchten Objekt in Crawinkel handele es sich um einen "einschlägig bekannten Treff- und Sammelpunkt der rechten Szene", teilte LKA-Sprecherin Tina Büchner mit. Außerdem sei eine Immobilie in Ballstädt im Kreis Gotha durchsucht worden.

Büchners Angaben zufolge wurden bei den Durchsuchungen Waffen und Munition gefunden. Unter anderem handelt es sich um zwei "augenscheinliche Sturmgewehre russischen Fabrikats" und drei dazugehörige, mit Patronen gefüllte Magazine, sowie um zwei Maschinenpistolen des israelischen Fabrikats "Uzi". Außerdem wurden ein Colt sowie ein Schlagring, ein Springmesser, ein selbst gebauter sogenannter Totschläger und zwei Schlagstöcke beschlagnahmt. Laut LKA-Erklärung könnte es sich bei einem der beiden russischen Sturmgewehre jedoch um eine sogenannte Deko-Waffe, also keine echte Waffe handeln. Bei den anderen Gegenständen stehe eine waffenrechtliche Begutachtung noch aus. Außerdem sei ein gestohlenes Smartphone sichergestellt worden.

Eine Festnahme

Gegen die vier Männer im Alter von 27, 29, 36 und 37 Jahren wird seit Juli ermittelt. Der 27-Jährige ist laut Landeskriminalamt am Donnerstag wegen eines EU-Haftbefehls gegen ihn festgenommen worden. Den Haftbefehl hatten die Sicherheitsbehörden in Österreich im Zuge von Ermittlungen gegen eine rechtsextreme Vereinigung namens "Objekt 21" beantragt. Über seine Auslieferung nach Österreich werde nun das Thüringer Oberlandesgericht entscheiden, hieß es.

 

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