NSU 2.0 Neonazi-Terror-Netzwerk. Weitere Verhaftungen im Mordfall Lübcke 

Immer mehr wird deutlich, dass Stephan Ernst als militanter Neonazi  im Mordfall Lübcke nicht alleine gehandelt hatte.

Nachdem deutlich wurde, dass der Neonazi Ernst die Todesliste der NSU quasi abgearbeitet hatte, wird jetzt auch das Mitwirken weiterer Neonazis im Mordfall bekannt. 

Im Zuge der Ermittlungen im Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke wurden zwei weitere Personen festgenommen.
 
Es handelt sich demnach um den Lieferanten der Tatwaffe und den Geschäftsvermittler. Der Waffenlieferant heisst Elmar J.  Markus H. ist ein weiterer Beteiligter. Er gehört zur Kasseler Neonazi-Szene und war nach Panorama-Informationen jahrelang beim "Freien Widerstand Kassel" aktiv.  Er war bereits 2006 im Zusammenhang mit dem Mord an Halit Yozgat in Kassel als Zeuge vernommen worden. Das haben Recherchen des ARD-Politikmagazins Panorama ergeben. Wie sich später herausstellte, war Yozgat ein Opfer der Terrorgruppe NSU. H. soll das Mordopfer Yozgat gekannt haben.  Er war also schon im NSU Mordfall  im Internetcafe in Kassel vberwickelt, wo der VS Spitzel Führer Andreas Temme zum Zeitpunkt im Ladenlokal war. Unter dem Pseudonym "Stadtreiniger" verbreitete er bereits vor mehr als zehn Jahren Hasskommentare auf den Internetseiten einer Lokalzeitung. "Die BRD ist nicht Deutschland", hieß es dort etwa.
 
"Wenn ich mir das so recht überlege, sollte es wieder eine Reichskristallnacht geben", hatte "Stadtreiniger" im internen Forum des "Freien Widerstands Kassel" geschrieben. Screenshots der Einträge liegen Panorama vor. Damals soll H. schon über die Beschaffung von Waffen und Sprengstoff diskutiert haben. 2006 war H. den Sicherheitsbehörden wegen des Brüllens von "Sieg Heil" und dem Zeigen des Hitlergrußes in einer Kneipe aufgefallen. Dafür wurde er später zu einer Geldstrafe verurteilt. Zudem gibt es zwei weitere Verdächtige. 
 
Die Waffe war  in einem Erd-Depot auf dem Geländes des Arbeitgebers von Stephan E. gelagert.  Zu den 5 Waffen gehörte eine Uzi und eine Pumpgun. Zudem handelte Stepan E. selber mit dort gelagerten Waffen.   
 
Eine Hausdurchsuchung fand im Landkreis Höchsta statt. 

Stephan E. hat nach Angaben von Generalbundesanwalt Peter Frank gestanden, Anfang Juni den Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke getötet zu haben.

Der 45-Jährige ist mehrfach vorbestraft und war in früheren Jahren durch Kontakte in die rechtsextreme Szene aufgefallen. Lübcke war in der Vergangenheit wegen seiner Haltung zu Flüchtlingen bedroht worden.

Ob er als V - Mann vom Verfassungsschutz  geführt wurde ist noch unklar. Allerdings wurde die Existenz einer  anfangs geleugneten VS Akte eingeräumt, die aber geheim gehalten wird. Das deutet auf eine mögliche Arbeit des Neonazis als V- Mann für das Merkel Regime hin. 

Im Zuge der Fahndungen und auf Hinweis des geständigen Täters wurden zwei weitere Personen festgenommen.

Laut Berichten von Spiegel und Bild handelt es sich um einen Waffenhändler aus Nordrhein-Westfalen und den Vermittler des Waffenhandels aus der Region Kassel. 

Bildnis Lübckes während einer Gedenkfeier in Kassel am 13. Juni
 

Nach Informationen von NDR, WRD und Süddeutscher Zeitung kam es in der Nacht zu Donnerstag zu Durchsuchungen, die sich ebenfalls gegen die Verdächtigen gerichtet hätten.

Dabei seien mehrere Waffen gefunden worden. Auch der SWR berichtet über Festnahmen. Ein Sprecher der ermittelnden Sonderkommission sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wir bestätigen, dass es an verschiedenen Orten polizeiliche Maßnahmen gegeben hat.

Der Verteidiger des mutmaßlichen Mörders von Walter Lübcke hat einem Medienbericht zufolge bestätigt, dass sein Mandant die Tat gestanden hat. "Es ist zutreffend, was der Generalbundesanwalt mitgeteilt hat", sagte der Rechtsanwalt Dirk Waldschmidt am Mittwoch dem Spiegel.

Das Geständnis sei am Dienstag abgelegt worden. Weitere Angaben wollte der Anwalt dem Bericht zufolge nicht machen. Möglicherweise werde Stephan E. aber in nächster Zeit öffentliche Erklärungen abgeben. Waldschmidt, zeitweise stellvertretender Landeschef der hessischen NPD, hat laut Spiegel bereits zahlreiche Akteure der rechtsextremen Szene juristisch vertreten.

Gegen die beiden Festgenommenen wird nun wegen Beihilfe zum Mord ermittelt. Die Hinweise des geständigen Täters führte die Polizei zu einem Waffenlager.

 

(rt deutsch/dpa) 

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