Konzern-Kriminalität: 150 Mrd.€ Geldwäsche -Verdacht gegen Danske und Deutsche Bank

Nach dem Cum Ex-Skandal, an dem auch deutsche Banken  mit einem Milliardenbetrug an den Steuerzahlern beteiligt waren, erscheint ein neuer Verdacht der krininellen Geldwäsche gegen europäische Bankhäuser. 

Danske-Skandal erreicht Deutsche Bank

Über Jahre hinweg werden bei der Danske Bank offenbar Dutzende Milliarden Euro gewaschen. Obwohl ihm Schweigegeld geboten wird, packt ein Ex-Mitarbeiter des dänischen Instituts aus. Ermittler wittern einen internationalen Skandal mit deutscher Beteiligung.

Im Geldwäsche-Skandal bei der Danske Bank rückt nun auch die Deutsche Bank immer mehr in den Fokus. Wie ein Ex-Mitarbeiter der dänischen Großbank vor einem Ausschuss des Parlaments in Kopenhagen erklärte, könnte das größte deutsche Geldhaus stärker in den bis dato größten Geldwäsche-Fall in Europa verstrickt sein als angenommen.
 
Howard W., der von 2007 bis 2014 unter anderem für die im Zentrum des Falls stehende estnische Filiale der Danske Bank verantwortlich war, mutmaßte nun, dass wohl bis zu 150 Milliarden Euro über die US-Tochter einer großen europäischen Bank gewaschen worden sein.
 
W. nannte die Deutsche Bank zwar nicht namentlich aber wie Reuters und andere Medien erfahren hatten, ist das Frankfurter Institut zusammen mit den beiden US-Großbanken JP Morgan und Bank of America in dem prominenten Fall im Visier der Ermittler. Die drei Banken waren für die Danske-Filiale in Estland als sogenannte Korrespondenzbanken tätig.
 
"Ich würde schätzen, dass 150 Milliarden Dollar über diese spezielle Bank (die große europäische Bank) geflossen sind", sagte W. vor dem Ausschuss. "Niemand weiß wirklich, wohin dieses Geld floss. Alles was wir wissen ist, dass die letzten, die es gesehen haben, Leute von diesen drei Banken in den USA waren. Sie waren die letzte Kontrolle und als diese schief lief, war das Geld im weltweiten Finanzsystem."
 
Die Deutsche Bank und JP Morgan wollten die Aussagen nicht kommentieren. Die Bank of America war zunächst nicht zu erreichen.
 
Ende vergangener Woche wurde bekannt, dass inzwischen auch Behörden und Strafermittler in den USA sich des Falles annehmen und Informationen von den drei beteiligten Banken angefordert haben. Demnach sind an der Untersuchung die Staatsanwaltschaft von New York, die Börsenaufsicht SEC, das Justizministerium und das Finanzministerium beteiligt.
 
Alle drei Banken haben ihre Geschäftsbeziehungen zur Danske Bank in Estland schon vor Jahren beendet. Die Geldhäuser sind nicht selbst Ziel dieser Ermittlungen, die Behörden suchen lediglich nach Hinweisen über die Praktiken bei der Danske Bank.
 
W. erklärte vor dem Parlament-Ausschuss weiter, er habe die Führung der Danske Bank früh - bereits 2013 - über seinen Verdacht informiert, dass es zu illegalen Praktiken gekommen sei. Im höheren Management habe sich jedoch niemand für seinen Verdacht interessiert. Ihm sei stattdessen Geld dafür geboten worden, nicht über die Affäre zu sprechen.
 
Im April 2014 sei ihm klar geworden, dass das Geldhaus überhaupt nicht die Absicht habe, irgendetwas dagegen zu unternehmen. In zwei Tagen soll der Brite auch vor dem Sonderausschuss des EU-Parlaments zur Finanzkriminalität aussagen.
 

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