AUFSTEHEN  Alle Macht den Räten. Macht für die Basis statt den Sozi-Politfunktionären 

Heute jährt sich zum 100. Mal der Kampf für eine basisdemokratische sozialistische Räterepublik. Am 11. November hatte Karl Liebknecht die sozialistische deutsche Republik ausgerufen, nachdem 2 Stunden vorher der Sozialdemokrat Scheidemann die bürgerliche parlamentarische Republik nach dem Ende des Zarenreiches und dem 1. Weltkrieges ausgerufen hatte.

Die sozialistische Arbeiterbewegung hatte  1918 sich nicht nur scharf von der neoliberalen SPD abgegrenzt, die den Kriegskrediten des Imperialismus und des Kaisers zugestimmt und auch den Frieden mit dem Kapitalismus geschlossen hatte.

Das war die Geburtsstunde der deutschen Linken, die in der von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg geführten 1919 gegründeten KPD vorstanden. Diese historische Zäsur markierte wie viele linke Volksbewegungen heute auch wieder den Bruch mit der neoliberal entarteten und systemisch gewordenen biederen Sozialdemokratie.

Der Vergesellschaftungssozialismus und Basisdemokratie in Form der Räteherrschaft von unten war für Linke links der SPD der bessere Weg als parlamentarische Ständedemokratie und eine kapitalistische Wirtschaftsordnung. 

Auch heute gibt es wieder  zahlreiche sozialistisch-marxistische Volksbewegungen, die sich weder mit dem grassierenden Rechtspopulismus und Rassismus noch mit der kapitalistischen Weltwirtschaftsordnung und neoliberale Politik im Interesse der Konzernherrschaft der Oligarchen abfinden wollen.

So hatte Syriza sich in Griechenland von der Pasok-Sozialdemokratie abgegrenzt - wie auch später la france insoumise um Melenchon von der Hollande - PS der Sozialdemokraten, die sich fälschlich Sozialisten nennen. Ebenso hat Momentum und Corbyn in GB mit mehr Marx eine neue starke Linke geschaffen, genauso wie die Linke in Portugal und anderswo. 

Auch in Deutschland hatte sich Oskar Lafontaine mit der Mitgegründung von "Aufstehen" dafür eingesetzt, das die Eigentumsfrage im Marxschen Sinne neu gestellt und die Konzernherrschaft der Oligarchen überwunden werden müsse. Richtig stellte er fest, dass nur ein wirklicher Linker sei, der die Eigentumsfrage stellt und Rückverteilung  von Volkseigentum statt nur marginale Umverteilung fordere.  

Leider haben sich auch bei "Aufstehen" hierarchische Strukturen und ein Top Down Regie von oben ausgebildet, die dem Grundgedanken der Basisdemokratie von unten durch lokale Gruppen vor Ort überall im Lande zuwider laufen. 

 So haben sozialdemokratische Funktionäre wie Reitzig die Organisation "Aufstehen" im Internet in FB Gruppen gekapert und kritische Linksaktivisten lahmgelegt sowie viele sozialistische Linke ausgesperrt.

Nach der Welle einer angeblichen "Zertifizierung" von Facebook-Gruppen, die man vorher künstlich in offiziell und nicht offiziell geteilt hatte sowie diktatorisch mit einem Team steuerte ( obwohl  auch offizielle Gruppen in der Regel noch keinerlei demokratisch Legitimation haben) hat man jetzt sogar "zertifizierte" Gruppen wie die Gruppe "Aufstehen Ruhrpott" wegen zu starker Kritik an fehlender Basisdemokratie im Sinne einer Räteherrschaft  einfach wieder  gestrichen bzw ins Nirwana ausgegliedert.   

Aber gerade heute demonstrieren auch wieder Aufstehen -Aktivisten wie in Berlin und sie erinnern an die deutsche Novemberrevolution, die der Leninschen Oktoberrevolution in Russland gefolgt war und die zur Ausrufung der ersten deutschen sozialistischen Republik führte. 

Bald danach entstanden 1918 auch  sozialistische Basisgruppen im ganzen Land, die Rätedemokratien von unten gründeten, die allerdings vom Militär binnen Wochen militärisch niedergerungen und ausgelöscht worden waren. 

Zeit  für ein neues Aufstehen für Basisdemokratie und Sozialismus - für eine Aufstehen Bewegung ohne neoliberal-sozialdemokratische Politfunktionäre  an der Spitze!   

 

 

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