Sahra Wagenknecht sieht sich nach dem Parteitag bestätigt und kritisiert öffentlich inszeniertes Theater

In einer Mail unter Freunden sieht sich Sahra Wagenknecht nach ihrer guten Rede auf dem Parteitag in ihrer Position bestätigt.  Das medial-öffentlich inszenierte Theater am Rande des Parteitags, dass Medien gerne aufgriffen, bezeichnet sie hingegen als fatal. Zudem strebt sie weiter die linke Sammlungsbewegung an. 

Sie machte in ihrer Rede deutlich, das die Linke  allein keine politische Wende herbeiführen könne, wenn die SPD als soziale Partei und als Anhängsel der CDU quasi ausfalle und sich so bei Wahlen fortlaufend selber weiter dezimiert.

Die  regierende Berliner Linke hatte in Form  der Senatorin Breitenbach auf dem Parteitag nach ihrer Rede versucht, einen Shitstorm zu organisieren, der von den Medien gerne als Zeichen der neuen Zerrissenheit aufgegriffen wurde.

Elke Breitenbach, Berliner Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, hatte als Sprachrohr des Rechtsreformisten und unbedingt SPD hörigen Lederer aus dem Kipping-Lager die Fraktionschefin am schärfsten öffentlich angreift.  

"Du zerlegst gerade, dadurch, dass du keine Debatten zulässt, und seit Monaten nicht zulässt, diese Partei. Du ignorierst die Positionen der Mehrheit dieser Partei. Und du hast jetzt genau wieder nachgelegt. Und ich bin nicht mehr bereit, das länger hinzunehmen."Fraktionschefin Sahra Wagenknecht sieht sich zum Abschluss des Parteitags der Linken scharfen öffentlichen Angriffen ausgesetzt, weil sie in ihrer Rede für Einschränkungen bei der Zuwanderung plädierte. Der Parteitag hatte vorher offene Grenzen für alle Flüchtlinge beschlossen. 

Wagenknecht bezeichnete intern dieses " öffentlich inszenierte Theater " als fatal für die Partei. Es wurde kritisiert, dass sie keinen eigenen Gegenantrag eingebracht hatte. 

"Ich bin nicht der Meinung, dass es sinnvoll gewesen wäre auf diesem Parteitag in Kampfabstimmungen am Ende mit 60 zu 40 für die eine oder andere Position zu entscheiden. Ich bin froh, dass der Leitantrag einen Kompromiss enthält, mit dem alle leben können. Die Formulierung "offene Grenzen für alle" ist nicht mehr drin. Zu Fragen der Arbeitsmigration steht da nichts und ansonsten stehen lauter gute und wichtige Dinge drin wo wir uns einig sind. Fluchtursachen bekämpfen, soziale Offensive, Solidarität mit Flüchtlingen. Das ist doch unsere gemeinsame Position."

Mit Kritik an Oskar Lafontaine über Bande versuchte Kipping Sahra Wagenknecht zu treffen.

Viele in der Partei wünschen sich das auch deshalb, um wieder mehr Raum zu haben, für die Themen, die der Linken besonders am Herzen liegen: den Mangel an Wohnraum zu bekämpfen, den Notstand in der Pflege, Friedenspolitik – alles Themen, die in den vergangenen Monaten im Führungsstreit untergegangen sind.

Die Quittung bekommen die Parteichefs in harten Zahlen: Nur 64,5% der Delegierten geben ihre Stimme Katja Kipping – Sie wolle ja auch kein Kuschel-Ergebnis, kommentiert die Parteichefin das schlechteste Resultat ihrer Amtszeit. Bernd Riexinger wird mit knapp 74% im Amt bestätigt. Ein klarer Dämpfer, der beiden anzumerken ist. 

 

Auch das Ex-SPD-Bundestagsmitglied Detlev von Larcher hat sich für die Formierung einer linken Sammlungsbewegung ausgesprochen. "Der Einfluss auf die Politik durch linke Kräfte ist sehr schwach", sagte er im Dlf. Allerdings werde es schwierig, die passende Führungsfigur zu finden.  

 

 

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