Der Islam gehört zu Deutschland - Ca. 5 Mio. Muslime leben im Lande 

Der deutsche Innenminister und CSU-Rechtspopulist Seehofer erklärt, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre. Damit nähert er sich Positionen der verkappten AfD- Rassisten weiter an. 

Vorher hatten der ehemalige Bundespräsident  und auch  Bundeskanzlerin Angela Merkel immer wieder erklärt, dass der Islam sehr wohl zu Deutschland gehöre. 

Die Bundeskanzlerin liegt ist falsch. Hier liegt sie mal richtig. Vielleicht hängt es mit der christlich-kommunistischen Sozialisation durch ihren Vater Horst Kasner zusammen, der sich als Christ und Kommunist bezeichnet  hatte. 

Das Grundgesetz garantiert die Religionsfreiheit als  Grundrecht und als Menschenrecht. Somit ist die Religion unveräusserlich mit dem Menschen  verbunden. Deshalb zeugt es allenfalls von mangelnder Intelligenz, wenn Innenminister Seehofer  zwischen dem Islam und den Muslimen unterscheidet, die auch seiner Meinung nach zu Deutschland gehörten. 

Als Bundesinnenminister sollte man aber auf dem Boden der Verfassung stehen. Allein deshalb ist er eine Fehlbesetzung in diesem Amt.  

Inzwischen leben 4,7  Millionen Muslime im Lande und sie gehören natürlich zu Deutschland.  Die Migrationsforscherin Anja Stichs hat die Studie erstellt und schreibt zusammenfassend:

"In Deutschland lebten am 31. Dezember 2015 zwischen 4,4 und 4,7 Millionen Muslime. Bei einer Einwohnerzahl von insgesamt 82,2 Millionen Personen in Deutschland ergibt sich, dass der Anteil der Muslime zwischen 5,4 Prozent und 5,7 Prozent liegt." Deutsche Konvertiten kommen noch hinzu. Insgesamt könnte man also  von ca. 5 Millionen Muslime ausgehen. Jeder Einzelne dieser Muslime gehört natürlich zum  Lande und prägt es so auch in seiner kulturellen Vielfalt.  

2,3 Millionen der in Deutschland lebenden Muslime haben ihre Wurzeln in der Türkei. Ihr Anteil an allen Muslimen beträgt 50 Prozent. Knapp 800.000 Muslime stammen aus dem Nahen Osten. Die drittgrößte Gruppe mit gut 500.000 Personen setzt sich aus südosteuropäischen Muslimen zusammen.

Die imperialistische Kriegspolitik des Westens könnte die Anzahl der Kriegsflüchtlinge noch erhöhen, zumal die USA beispielsweise die Unterstützung des geheimen Krieges von Dschihadisten in Syrien nicht aufgeben.  

Genauso wäre es unsinnig zu sagen, dass Atheisten und Juden nicht zu Deutschland gehören - nur weil sie keine Mehrheit verkörpern. Noch sind Christen des Katholizismus der evangelischen Kirchen knapp in der Mehrheit.  Aber auch die Christen werden bald in der Minderheit sein. Gemäß dieser Logik würden dann auch Christen nicht mehr zu Deutschland gehören. Hier wird ersichtlich, dass die Sichtweise des Bundesinneministers ewig gestrig ist. 

 

Hintergrund dieser Diskussion, die ihren Ursprung mit der Entstehung der selbst geschaffenen Al Kaida in den USA hat, ist der Wunsch der US- Christenfundamentalisten  angesichts des dramatischen Rückgangs der Zahl der US Christen, der Religion eine neue Legitimation zu geben. Deshalb ist das Feindbild " Islam" zu diesem Zwecke mit der Inszenierung der Anschläge vom 11. September 2001  entwickelt worden.  

Es geht darum das 21. Jahrhundert wieder zu einem Jahrhundert zu machen, in der das Christentum wieder Relevanz gewinnen soll.

Die Verquickung der politischen Eliten der USA mit dem Christenfundamentalismus - aber auch mit dem rassistisch-christlichen Ku Klux Klan, bereitet den  Politakteuren denBoden . Selbst Trump, dessen Vater christlich-rasisstisches Ku Klux Klan Mitgied war, musst mit Pence einen Christenfundamentalisten zu seinem Vize-US-Präsidenten machen.         

 

 

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