"Tagesspiegel" diffamiert mit Halbwahrheiten Lafontaines Sammlungsidee 

Mal wieder ein typischer Meisner-Artikel des Berliner "Tagesspiegel" im olivgrün-neoliberalen TAZ-Stil 

So schreibt er: „Die Thesen von Hoff, der lange einer der Wortführer des Reformerlagers in der Linkspartei war, kanzelt Lafontaine ab als‚ reaktionären, neoliberalen Mist‘, wie ihn auch ein Funktionär des Bundesverbandes der Deutschen Industrie ‚absondern könnte‘.“

Der Tagesspiegel-Journalist Meisner glaubt deise und andere Aussagen aus dem Kontext reissen und eine polemische  Breitseite gegen Lafontaine abschiessen zu  müssen. 

Was Meisner geflissentlich unterschlägt ist der der Satz von Benjamin Hoff, auf den sich Lafontaines (berechtigte) Kritik bezieht. Dieser schrieb nämlich: „Der resignativ-autoritäre Teil (gemeint sind die Verlierer der Globalisierung und der Agenda 2010) orientiert auf die Wiederherstellung des alten Sozialstaats. Er möchte sich an die ihm paternalistisch gegenübertretende Macht anlehnen und erwartet von ihr Schutz durch Protektionismus und Schutz vor Fremden, die er fürchtet.“

Die "Wiederherstellung des Sozialstaates", etwa durch längere Bezugszeiten von Alg I, eine Rente wie in Österreich u.ä. in dieser Weise zu diskreditieren, ist nicht nur eine Verhöhnung von Menschen, deren Probleme von der neoliberalen Politik nicht ernst genommen werden, sondern eine Argumentation, die sich exakt so etwa auf den Seiten der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft oder beim angesprochenen BDI finden könnte. 

Aber auch Lafontaine präzisiert seine Argumentation gegen Benjamin-Hoff: Den Chef der Thüringer Staatskanzlei, Benjamin-Immanuel Hoff, traf  so die volle Breitseite des früheren Linke-Parteichefs Oskar Lafontaine.

"Überheblich" würde Hoff auf Arbeiter, Arbeitslose und Gewerkschaftsmitglieder herabblicken, die von den linken Parteien zur AfD abgewandert seien, schrieb der Saarländer auf Facebook. Die Thesen von Hoff, der lange einer der Wortführer des Reformerlagers in der Linkspartei war, kanzelte Lafontaine ab als "reaktionären neoliberalen Mist", wie ihn auch ein Funktionär des Bundesverbandes der Deutschen Industrie "absondern könnte".

Lafontaine warnte: "Die Linke muss achtgeben, dass sie nicht wie andere Parteien des ,linken Lagers' vor lauter postmodernem Geschwätz ihren ursprünglichen Auftrag aus dem Auge verliert und auch noch die Seiten wechselt."

Sahra Wagenknecht hält unterdessen an der Idee er neuen linken Sammlungsbewegung fest.

Auch in ihrem Newsletter agiert sie entsprechend. 

95 Prozent fänden eine "Sammlungsbewegung" gut, berichtete sie. 75 Prozent könnten sich vorstellen, sich dabei "aktiv einzubringen". Dass knapp fünf Prozent der Befragten dem Projekt skeptisch oder ablehnend gegenüber stünden, habe nur damit zu tun, dass einige Funktionäre der Linken die Befürchtung anheizen würden, eine Sammlungsbewegung könne zu einer Spaltung der Partei führen. Sahra wagenknecht schrieb:  weiter: "Mein Fazit ist somit: die Idee hat Potential! Ich werde weiter dran bleiben."

Auch Lafontaine lässt nicht locker. Im November hatte er die Idee der Sammlungsbewegung erstmals im Interview mit der "Saarbrücker Zeitung" geäußert - damals praktisch ohne Resonanz. Er wiederholt sie seitdem immer wieder, in der nachrichtenarmen Zeit zwischen den Jahren fand er zwar die erwünschte Aufmerksamkeit. Allerdings fehlen  noch ganz prominente Fürsprecher in der eigenen Partei als auch bei SPD oder Grünen. 

sein Aufruf für eine linke Sammlungsbewegung sei eine Reaktion sowohl auf den Einzug der AfD mit Rassisten und Nazis in "beachtlicher Fraktionsstärke" in den Bundestag als auch auf die Schwäche der SPD. "Und da kann ich mit Sahra nur sagen: Was ist denn das für ein Geschwätz, in der eigenen Partei, aber auch in der Öffentlichkeit, hier sei von Spaltung die Rede. Wer den Unterschied zwischen Sammeln und Spalten nicht kennt, der ist schlicht und einfach ein Trottel." Was die Linkspartei angehe, dies sei tatsächlich eine Sammlungsbewegung gewesen.

Auszüge des unseglichen "Tagesspiegel"-Artikel im Auszug im Wortlaut: 

 

Lafontaine wütet gegen die eigenen Genossen

 

Seit Herbst kämpfen Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht für eine linke Sammlungsbewegung. Seine Kritiker kanzelt der Saarländer als "Trottel" ab. 

 

Den Chef der Thüringer Staatskanzlei, Benjamin-Immanuel Hoff, traf die volle Breitseite des früheren Linke-Parteichefs Oskar Lafontaine. "Überheblich" würde Hoff auf Arbeiter, Arbeitslose und Gewerkschaftsmitglieder herabblicken, die von den linken Parteien zur AfD abgewandert seien, schrieb der Saarländer auf Facebook. Die Thesen von Hoff, der lange einer der Wortführer des Reformerlagers in der Linkspartei war, kanzelte Lafontaine ab als "reaktionären neoliberalen Mist", wie ihn auch ein Funktionär des Bundesverbandes der Deutschen Industrie "absondern könnte".

Lafontaine warnte: "Die Linke muss achtgeben, dass sie nicht wie andere Parteien des ,linken Lagers' vor lauter postmodernem Geschwätz ihren ursprünglichen Auftrag aus dem Auge verliert und auch noch die Seiten wechselt."

Es war die Reaktion auf mehrere Texte, in denen Hoff klar auf Distanz gegangen war zu Lafontaine, der seit November mit Verve wirbt für eine "linke Sammlungsbewegung", eine neue "Volkspartei". Das alles Seit an Seit mit seiner Ehefrau Sahra Wagenknecht, Chefin der Linken-Bundestagsfraktion.

Unter der Überschrift "Lafontaines Irrtümer" hatte Hoff, einer der der wichtigsten Vertrauten von Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow, im "Freitag" den Sammlungsbewegungs-Vorstoß kritisiert. Er wandte sich auch gegen den Versuch von Lafontaine und Wagenknecht, eine rigidere Flüchtlingspolitik durchzusetzen - abweichend von der Programmatik der Partei.

Gemeinsam mit Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner veröffentlichte Hoff in der "taz" einen Gastbeitrag. Der Linke und der Grüne warfen Lafontaine und Wagenknecht vor, eine 

Sammlungsbewegung "von oben" herbeireden zu wollen. Aus dem Vorstoß spreche "Parteienverachtung". Zur Begründung schrieben Hoff und Kellner: "Der Idee zugrunde liegt die irrige Annahme, alle Parteien – inzwischen offensichtlich auch die Linke – seien ,neoliberaler Einheitsbrei'".

Ramelow: Gefährliches Gerede.  

Auch Ramelow sprach von einem "gefährlichen Gerede von einer ,Sammlungsbewegung'". Sie könne letztlich nach deutschem Wahlrecht "nur als Partei agieren, um gemeinsame Liste aufstellen und dann erst an Wahlen teilnehmen zu können". Warnend fügte Ramelow, Mitte der Nullerjahre Architekt des Zusammenschlusses von PDS und WASG zur Linkspartei, hinzu: "Dabei würde unsere Partei Die Linke zerstört werden." Tagesspiegel

 

Und im Gegensatz zu einigen Mitgliedern der Partei DIE LINKE, die sich entblöden, Matthias Meisner als guten und kritischen Journalisten zu bezeichnen, kann ich nur feststellen, ein Journalist, der die Schärfe einer Kritik angreift, ohne den Anlass der Kritik zu nennen, nimmt willentlich seinen Leser*innen die Möglichkeit, zu überprüfen, ob die Schärfe berechtigt oder unberechtigt ist. Das ist alles nur kein sauberer Journalismus mehr, sondern eine reine Agitation! Und das ist ja nicht etwa ein bedauernswerter Ausrutscher, sondern der jahrelang praktizierte Arbeitsstil dieses Pressevertreters ( Facebook-Kommentar von Volker Schneioder  zu dem Artikel, ex Linke MdB). . 

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