Absolute Mehrheit für die Befürworter der Freiheit Kataloniens

Sogenannte Separatisten siegen klar.

Das Lager der Unabhängigkeitsbefürworter hat weiterhin die Mehrheit im katalanischen Regionalparlament.

Bei den Regionalwahlen in Katalonien haben die separatistischen Parteien ihre Mehrheit im Parlament verteidigt. Das teilte die Wahlbehörde nach der Auszählung fast aller Stimmen mit. Die drei für eine Unabhängigkeit eintretenden Parteien erreichten demnach 70 der insgesamt 135 Sitze des Parlaments in Barcelona. Für die absolute Mehrheit reichen schon 68 Sitze. 

Die Unabhängigkeitsgegner wurden klar besiegt.  Die rechts-liberale Partei Ciudadanos der Wirtschaftseliten könnte mit 35 Sitzen stärkste Partei werden. Doch im Lager der Unabhängigkeitsgegner gäbe es keine Regierungsmehrheit.

Nach Angaben der Wahlkommission gaben 81, 9 Prozent aller 5,5 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Bei den Wahlen 2015 hatte die Beteiligung noch bei 77 Prozent gelegen.

Nach der umstrittenen Ausrufung der Unabhängigkeit der Region im Nordosten Spaniens im Oktober gelten die Neuwahlen des Regionalparlaments als wichtiger Hinweis darauf, wie viel Unterstützung die Separatisten in der Bevölkerung haben. Die Zentralregierung in Madrid hatte Katalonien zuletzt mithilfe des spanischen Verfassungsartikels 155 unter Zwangsverwaltung Madrids gestellt und vorgezogene Neuwahlen ausgerufen. Der Wahltag verlief ohne größeren Zwischenfälle.

Es werden  schwierige Koalitions-Verhandlungen erwartet, da es auch innerhalb der beiden Lager – der Separatisten und der sogenannten "verfassungstreuen" Parteien – zum Teil große Meinungsverschiedenheiten gibt. 

Puigdemont beschwört "Geist des 1. Oktober"

Puigdemont hatte aus dem Exil heraus seine Anhänger aufgerufen, sich an der Wahl zu beteiligen: "Heute demonstrieren wir erneut die Kraft eines unbeugsamen Volkes. Auf dass uns der Geist des 1. Oktober stets leiten möge", twitterte er unter Bezug auf das von seiner Regierung illegalerweise abgehaltene Unabhängigkeitsreferendum.

Da ihm in Spanien die Verhaftung als Aufrührer droht, konnte der abgesetzte Regionalpräsident seine Stimme nicht persönlich abgeben. Stattdessen machte eine mit Vollmacht ausgestattete 18-jährige Katalanin in einem Wahllokal nahe Barcelona das Kreuz für ihn.

Katalonien ist etwa so groß wie Belgien und liegt im Nordosten des Landes an der Grenze zu Frankreich. Die Region hat eine eigene Sprache und Kultur und ist vergleichsweise wohlhabend. Die Wirtschaftsleistung ist höher als die Portugals und trägt maßgeblich zum spanischen Wachstum bei. Der Konflikt um die Unabhängigkeit hat jedoch zu Verunsicherung geführt: Zahlreiche Firmen in der Region haben ihren Sitz in andere Regionen verlegt.

 

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