Jamaika Verhandlungen vorerst gescheitert. Bisher wurde nichts vereinbart. Groko oder Neuwahlen sind wieder wahrscheinlicher

Vor den Jamaika-Verhandlungen am Donnerstag hatten die Verhandler verkündet, dass es Donnerstag nacht auf jeden Fall eine Entscheidung pro oder contra Aufnahme von Groko Verhandlungen geben werde.

Bisher wurde rein garnichts vereinbart. 

Gemessen daran sind die Jamaika Verhandlungen zumindest vorerst gescheitert. 

Man will zwar weiter verhandeln - aber die Positionen erscheinen unüberbrückbar. 

Insbesondere rechtspopulistisch-völkische CSU ler udn eher sich weltoffen gebende Grüne können sich in der Frasge der Humanität nicht einigen .

CDU und CSU wollen  hier ins Land geflüchtete Menschen selbstverständliche Menschenrechte vorenthalten - nämlich das recht ihre Frauen und Kinder herzuholen. Für eine angebliche "Familienpartei" ein No Go, so dass hier völkisch rassistische Absichten  bei den Unions- Rechtspopulisten zu verorten sind. 

Nach 18 Stunden ist sie zu Ende, die Nacht, die eine Entscheidung im Ringen um ein Bündnis von CDU, CSU, FDP und Grünen erzwingen sollte.

Aber entschieden ist noch immer nichts. Gegen 4 Uhr morgens dringen die ersten Meldungen aus dem Dunstkreis der Verhandler. 18 Stunden Ringen im großen, kleinen und kleinsten Kreis. Und noch immer kein Ergebnis. Jamaika ist weit an diesem tristen Spätherbstmorgen. Vertagt hat man sich, neuer Termin, acht Stunden später, Freitag, 12 Uhr, diesmal im Konrad-Adenauer-Haus, dem Kraftzentrum der Christdemokratie. Notfalls will man auch am Samstag noch einmal ran. Wieder auf Los, wieder am Anfang, ratlos wie eh und je. Finster ist die Nacht, finster sind die Mienen mancher Unterhändler, die in die Dunkelheit zu den Limousinen huschen. Das mag daran liegen, dass sie, nach allem was man hört, in dieser Nacht mehrfach in den Abgrund des Scheiterns geblickt haben. Vielleicht ist es aber auch nur der Umstand, dass an Schlaf trotz der zurückliegenden halben Ewigkeit kaum zu denken ist.

Jedes vertrauliche Gespräch mit Entsandten der CSU-Delegation fühlte sich an wie ein frostiger Plausch in der Eiskammer. „Bei Migration gibt es bei uns keinen Spielraum – Null“, war wieder uns wieder zu hören. Beim Familiennachzug einer bestimmten Flüchtlingsgruppe, der für die Grünen Bedingung ist, sei mit den Christsozialen nichts zu machen. Es stehe deshalb „Spitz auf Knopf“. So sah das auch Claudia Roth, die sich zwischenzeitlich bei den wegelagernden Journalisten blicken ließ, in der Hand eine weiße Rose, die sie bei den tristen Verhandlungen erfreuen sollte. Es gebe keinerlei Bewegung bei der CSU, sagte sie. Und dann fügte den schlüssigen Satz an: „Wenn eine Seite sagt, sie verhandle nicht, dann ist das das Ende der Verhandlungen“. So weit kam es nicht – vorerst. Und ihren Humor hat die muntere Bayerin Claudia Roth auch noch nicht ganz verloren - es sei „nicht blöd, dass ich die Zahnbürste mitgebracht habe.“

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