IS-Attentäter Anis Amri könnte geheimdienstgesteuert gewesen sein 

Der IS gilt genauso wie die Al Kaida als US Geheimdienstkonstrukt. 

Zahlreiche freigegebene US Geheimdienstdokumente zeigen auf, dass der IS von den USA im Krieg gegenSyrien und Regierungschef Assad seit 2006 systematisch instrumentalisiert  und bewaffnet worden war.

Eine wahre Islamismus-Hysterie hat die Gesellschaften in den USA seitdem ausgelöst und eine Erstarkung und gar Machtergreifungen von Rechtspopulisten in den USA und in Europa bewirkt.

Im Fall des Berliner Breitenbach-Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri waren auch frühzeitig Kontakte des Mannes zum italienischen und zum marokkanischen Geheimdienst bekannt geworden . 

Aber er war nicht nur auf dem Schirm verschiedener westlicher und pro westlicher Geheimdienst - Er war womöglich selber geheimdienstgesteuert.

Jedenfalls wurde er hierzulande vor dem LKW-Attentat von einem VP- Agenten der Polizei also einem Polizeispitzel durchs Land gefahren  z B  von NRW nach Berlin. 

Das erhärtete vor  Monaten die Vermutung, dass auch Anis Amri von Geheimdiensten gesteuert gewesen sein könnte. 

Jetzt kam es zum Prozeß gegen den Helfer Ahmed A. Und auch in diesem Prozeß wird die Rolle des Polizeispitzels untersucht, der jetzt als "Murat" bezeichnet wird und selbst aktiv bei Anschlagsplänen beteiligt  gewesen sein soll. 

Am 21. Dezember 2016, zwei Tage nach dem Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz, meldete sich damals schon in Duisburg ein Mann bei der Polizei.

Er wolle Angaben zu dem Attentäter machen: Es handele sich um  Amri, den er Ende 2015 am Bahnhof in Duisburg kennengelernt habe. Er habe ihn auf Bildern erkannt. Was der Zeuge den Polizisten erzählte, ist erstaunlich detailreich, er wusste viel über Amri, der zu diesem Zeitpunkt noch auf der Flucht war.

Sie hätten gemeinsam in Gebetsräumen in Duisburg und Dortmund gebetet, der Kontakt sei im Februar 2016 abgebrochen. Amri, so der Zeuge, sei dann nach Berlin gezogen - gefahren habe ihn ein Mann namens Murat, in einem Pkw mit Leverkusener Kennzeichen.

Der Zeuge warnte die Beamten des Polizeipräsidiums Duisburg: Gegen diesen Murat müsse dringend ermittelt werden, er sei radikal. Er habe immer wieder gesagt, dass man Anschläge in Deutschland verüben solle, dass man gute Männer brauche, die dazu in der Lage seien. Dem Zeugen sei das komisch vorgekommen, es habe etwas gespielt gewirkt. Ob Murat eventuell gar für die Polizei und dem Geheimdienst arbeitete?

Jedenfalls wissen wir jetzt, dass Murat nicht nur Helfer sondern auch Einpeitscher für Islamisten im Lande war. 

Die Aussage des Zeugen hat eine neue Bedeutung gewonnen.

Der Zeuge ist einer von vielen Hinweisgebern, die sich nach dem Berliner Anschlag bei den Sicherheitsbehörden meldeten, doch seine Aussage hat nun eine neue Bedeutung gewonnen.

Sie liegt SZ, WDR und NDR vor. Der Mann, vor dem der Zeuge warnt, arbeitete tatsächlich für die Polizei. "Murat" ist sein Tarnname. Beim LKA in Nordrhein-Westfalen wird er als VP01 geführt, eine Vertrauensperson, ein vom Staat bezahlter Informant.

Monatelang hat er aus dem wichtigsten deutschen Islamistennetzwerk berichtet und dabei wohl sein Leben riskiert: Er war ganz nah dran am mutmaßlichen Kopf, dem Prediger Ahmad A. alias Abu Walaa, den die Bundesanwaltschaft für die Nummer eins des IS in Deutschland hält.

Am Dienstag wurde vor dem Oberlandesgericht in Celle der Prozess gegen Ahmad A. und vier seiner mutmaßlichen Komplizen eröffnet.

Der Vorwurf: Sie sollen mehrere junge Menschen radikalisiert und aus Deutschland zum IS geschleust haben. Auf der Anklagebank sitzen auch Hasan C. und Boban S., bei denen der Zeuge vom 21. Dezember regelmäßig mit Anis Amri gebetet haben will und die den späteren Attentäter zwischenzeitlich beherbergten. Für die Anklage sind neben den Angaben eines Aussteigers die Berichte von "Murat" die zentralen Beweismittel.

Verteidiger von Ahmad A.: "Murats" Rolle müsse näher beleuchtet werden

Im Gerichtssaal hat der Verteidiger von Ahmad A. bereits versucht, die Glaubwürdigkeit des V-Mannes zu erschüttern. "Murats" Rolle müsse näher beleuchtet werden, erwiderte Rechtsanwalt Peter Krieger am Dienstag auf die Anklageverlesung der Bundesanwaltschaft. Der Spitzel habe nicht nur berichtet, sondern womöglich selbst zu Anschlägen angestiftet. Das LKA wollte sich nicht zu seiner V-Person äußern. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe führt die Ermittlungen gegen Ahmad A., eine Sprecherin kommentierte die Vorwürfe des Anwalts ebenfalls nicht.

Die Zeugenaussage vom 21. Dezember 2016 nährt Zweifel an der Rolle von "Murat". Mit seiner Tätigkeit als V-Mann bewegt er sich ohnehin in einer juristischen Grauzone - sollte er als Agent Provocateur aufgetreten sein, umso mehr: Um Angestiftete zu überführen, darf ein vom Staat bezahlter Informant Straftaten provozieren, aber nur dann, wenn sie bereits zu einer solchen Tat entschlossen waren. Über Amri hatte "Murat" den Behörden zunächst berichtet, dass das Netzwerk um den Prediger Ahmad A. dessen Ausreise zum IS vorbereitete. Später erzählte er der Polizei dann von Anschlagsplänen Amris in Deutschland. Die Verteidigung stellt nun die Frage, ob dieser Sinneswandel womöglich mit dem V-Mann zu tun hat.

"Murat" ist schon lange für die Polizei im islamistischem Spektrum im Einsatz, er wird als glaubwürdig eingestuft. Es ist fraglich, ob er im Prozess in Celle befragt werden kann, er könnte von den Behörden als Zeuge gesperrt werden. Aus Sicherheitsgründen.
 
Auf Nachfrage hatte der Verfasungschutz Amri sogar entlastet und als "sauber" bezeichnet.  Warum diese Lüge? 
 
Seit 2002 arbeitete er für das Landeskriminalamt, erst verdeckt in der organisierten Kriminalität. Dort liess er Waffenhändler, Drogenschmuggler und Banden auffliegen, schreibt «Blick». Weil er nicht trank und keine Drogen nahm, wurde er 2013 als Verbindungsmann mit falschen Papieren in die Islamisten-Szene eingeschleust. Jetzt fürchten er und seine Familie um ihr Leben.

Denn VP-01 hatte sich 2015 über den Kontakt von Hassprediger Abu Walaa Anis Amri angenähert, bis dieser sich ihm gegenüber als Selbstmord-Attentäter anbot. Im Keller des Hasspredigers schmiedet Anis Pläne, will mit Lasterwagen voll Sprengstoff oder Benzin in Menschenmengen rasen und Polizeiwachen mit Handgranaten oder Waffen mit Schalldämpfern angreifen.

Die Behörden glaubten ihm nicht oder wollten es nicht glauben: 

2016 fährt VP-01 Amri nach Berlin. Dort fragt der Tunesier den verdeckten Ermittler nach einer Waffe. Trotz dieser offensichtlichen Bedrohung hat dies keine Konsequenzen für Amri. Noch schlimmer: Das Bundeskriminalamt glaubt VP-01 nicht, behauptet, er sehe Gespenster - obwohl er über jahrelange Erfahrung verfügte. Beim Anschlag kamen schliesslich 12 Menschen ums Leben.

Weil dank VP-01 im August 2016 das Hassprediger-Netzwerk ausgehoben wird, setzen die Islamisten ein Kopfgeld auf ihn aus. Hassprediger Abu Walaa ordnet seine «Brüder» per Audiobotschaft an, dass «ein abtrünniger Spion unter uns war». Dem Netzwerk wird klar, dass der Spion VP-01 war. 200 Euro werden pro Stich auf VP-01 ausgesetzt.

Ermittler lebt  seitdem im Zeugenschutz

Den Terroranschlag in Berlin konnte VP-01 nicht verhindern. Er selbst fürchtet nun um sein Leben, lebt mit seiner Familie in einem Geheim-Versteck des Zeugenschutzes, wird rund um die Uhr bewacht, und hat Angst, entdeckt zu werden.

 

 

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