USA und deutsche Konzerne am Völkermord im Jemen beteiligt - Über 130 US Bombenangriffe der USA 

Symbolbild - U.S. Navy SEAL Team 18 nach erfolgreicher Übung in Fort Pierce, Florida.
 
Der vom Westen und insbesondere durch USA Bombenrterror unterstützte Krieg Saudi-Arabiens gegen den Jemen hat das Land in eine schwere humanitäre Katastrophe gestürzt. 
 
Millionen Menschen leiden akut Hunger. Die Weltgesundheitsorganisation hat inzwischen fast eine halbe Million Cholera-Fälle registriert. Täglich kommen Tausende hinzu.

Laut einem aktuellen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind im Jemen seit April dieses Jahres knapp 2.000 Menschen an Cholera gestorben, darunter zu einem Viertel Kinder. Insgesamt gibt es bereits über 470.000 registrierte Fälle von Cholera-Erkrankungen. Täglich kommen Tausende neue hinzu. 

Allein in der ersten Augustwoche verzeichnete die WHO 29.786 neue Fälle. Die Seuche macht sich im ganzen Land breit. Inzwischen sind 96 Prozent aller Regierungsbezirke betroffen. Aufgrund des von Saudi-Arabien gegen den Jemen geführten Krieges ist die Infrastruktur des Landes völlig zusammengebrochen. Krankenhäuser werden gezielt zerbombt oder müssen ihre Tore schließen, weil sie die Versorgung ihrer Patienten aufgrund der gegen das Land mit westlicher Unterstützung verhängten Blockade nicht mehr gewährleisten können.

Millionen Menschen leiden Hunger und Durst. Und immer öfter erweist sich das Trinkwasser als tödliche Falle, da es mit Cholera-Erregern infiziert ist. Die Hilfsorganisation Oxfam spricht vom schwersten Cholera-Ausbruch seit über einem halben Jahrhundert: 

Der Krieg hat die Wirtschaft zerstört und Millionen Menschen die Einkommensgrundlage genommen. Drei Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht. Er hat eine Krise herbeigeführt, durch die sieben Millionen Menschen vor dem Hungertod stehen. Durch den Krieg wurde die Hälfte der medizinischen Einrichtungen zerstört, was den schwersten Ausbruch von Cholera seit über 50 Jahren befördert hat."

Völkermord mit westlicher Beihilfe

Die Hilfsorganisation erhebt schwere Vorwürfe gegenüber dem Westen: „Diese Länder liefern die Waffen und leisten militärische Unterstützung, so wie die USA und Großbritannien. Sie befeuern einen Krieg, der eine ganze Nation in eine Katastrophe stürzt.“ Für viele Menschen, die durch den Krieg und Hunger geschwächt sind, erweise sich die Cholera als der finale „K.O.-Schlag“.

Über 60 Prozent der jemenitischen Bevölkerung leidet Hunger und ist auf Hilfsgüter angewiesen. Mindestens zwei Millionen Kinder leiden akut Hunger. Nach der Rückkehr aus dem arabischen Land gaben die Vorsitzenden des UN-Kinderhilfswerks UNICEF, des Welternährungsprogramms WFP sowie der WHO eine gemeinsame Erklärung ab. Darin sprechen sie davon, dass 80 Prozent aller Kinder im Jemen „umgehender humanitärer Unterstützung“ bedürfen.

Nicht umsonst spricht der Grünen-Politiker Jürgen Trittin beim Krieg gegen den Jemen von einem „Völkermord“. In einem Facebook-Eintrag wies er darauf hin, dass auch die deutsche Rüstungsfirma Rheinmetall von dem Massenmord profitieren könnte.

Schwere Vorwürfe an die Adresse der von Saudi-Arabien angeführten Koalition gegen die Huthi-Rebellen im Jemen erhebt Kim Sharif, Direktor von Human Rights for Yemen, im Interview mit RT. Der Terror, so Sharif, gehe von Riad aus. Er sei deren Machtinstrument.

Seit März 2015 führt eine von Saudi-Arabien und den USA sowie Großbritannien unterstützte Militärkoalition im Jemen einen blutigen Krieg gegen die Iran-nahen Huthi-Rebellen. Bislang starben in dem Konflikt 10.000 Menschen, darunter vor allem Zivilisten. Von westlichen Politikern und Medien weitgehend unbeachtet, herrscht im Jemen nun auch eine Hungersnot. RT führte ein Interview mit dem jemenitischen Menschenrechtler Kim Sharif, Direktor von Human Rights for Yemen, über die aktuelle Situation.

RT: Warum feiern die westlichen Medien die US-Luftschläge, versäumen es aber, die zivilen Opfer zu erwähnen? Immerhin protestierten sie lautstark gegen die zivilen Opfer aufgrund des russischen Einsatzes in Syrien. Worin liegt der Unterschied?

Kim Sharif: Es handelt sich um absolute Heuchelei seitens der so genannten Internationalen Gemeinschaft. Es geht dabei um geopolitische Interessen, die auch auf die jemenitischen Gewässer in den südlichen Regionen des Landes abzielen. Hier sei insbesondere die Bab-el-Mandeb-Passage erwähnt, die, wie sie wissen, für die gesamte Welt von enormer Bedeutung ist. Das scheint ein Hauptmotiv für die militärische Kampagne der Saudis im Jemen zu sein. Ein UN-Report hebt hervor, dass es sich bei 60 Prozent der Opfer um Zivilisten handelt.

Die Saudis und ihre Verbündeten bombardieren mit Vorsatz zivile Ziele. So wurden zum Beispiel 800 Mal Schulen angegriffen. Warum sollte jemand Schulen angreifen? Es handelt sich ganz klar um eine Strategie, die darauf abzielt, möglichst viele Zivilsten zu töten. Damit will man das Volk dazu bringen, einen von der saudischen Koalition und deren Herren gewünschten Präsidenten zu akzeptieren. Allein der Drohnen-Einsatz ist bereits ein Eingriff in die Souveränität des Jemen und widerspricht internationalem Recht.

Die Menschen wissen, dass es sich bei diesem Al-Kaida-Geschäft um ein Produkt der USA und ihrer saudischen Marionetten im Nahen Osten handelt. Wir wissen jetzt, dass es sich bei all den Al-Kaida-Leuten, die in die Anschläge am 11. September involviert waren, um Mitglieder der saudischen Königsfamilie handelte. Richtig wäre es, Drohnen nach Riad und nicht in den Süden Jemens, wie nach Shabwah, Abyan und in andere Regionen, zu schicken. Als die Navy SEALs vor einem Monat in Shabwah landeten, schossen sie auf alles, was sich bewegt, augenscheinlich vor allem auf Frauen und Kinder. Auch ein Navy SEAL starb während der Angriffe. Das ist ein Desaster für die internationale Gemeinschaft.

Die Jemeniten fragen sich:

Warum handelt der UN-Sicherheitsrat nicht? Warum stehen sie nicht auf und verweisen auf die Souveränität des Jemen?

Es sollte doch in ihrem eigenen Interesse sein, dies zu tun und dadurch auch ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen zu schützen. Der Golf von Aden sollte zum Nutzen aller sein.

Sollte sich jedoch nichts an der aktuellen Situation ändern, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Handelsroute in die Hände von Terroristen fällt. Bei diesen handelt es sich um nichts anderes als um Stellvertreter der Saudis. Sie alle haben verschiedene Namen. In Afghanistan werden sie Taliban genannt. In Somalia heißen sie Al-Shabaab. In den Staaten des Nahen und Mittleren Ostens haben sie Namen wie Al-Kaida oder IS. Sie alle gehören dem saudischen Regime.

Man sollte sich daher um das saudische Regime kümmern und nicht weiter unschuldige Zivilisten im Jemen töten. Die Bürger Jemens sind sehr aufgebracht, insbesondere auch über die Verlegung der Zentralbank von Sanaa nach Aden. Dies hat zu sehr viel Leid und Hunger geführt. Aktuell herrscht eine Hungersnot, von der Millionen Menschen betroffen sind.

Während Saudi-Arabien die militärischen Fortschritte im Krieg im Jemen betont, zeugt ein neuer UN-Bericht vom Gegenteil. Vermehrte Luftangriffe mithilfe von US-Kampfflugzeugen und Drohnen führten lediglich zu stärkerer Feindseligkeit wegen der hohen Anzahl ziviler Opfer.

Seit nunmehr knapp zweieinhalb Jahren kämpfen Saudi Arabien und seine Verbündeten, ausgestattet mit modernsten US-amerikanischen Flugzeugen und Raketen, offiziell einen der fortschrittlichsten Luftangriffskriege gegen eines der ärmsten Länder der Welt.

Fragmentierung, Extremismus und Verluste trotz militärischer Vormacht

Die militärische Vormacht hat die Saudi-geführte Koalition jedoch nicht ihrem Ziel näher gebracht, sondern die politische Fragmentierung des Jemen vertieft, die humanitäre Krise signifikant verschärft und damit vor allem Feindseligkeit im Land durch die hohe Anzahl ziviler Opfer auf sich gezogen.

Seit Beginn des Jahres haben die Vereinigten Staaten vermehrt Luftangriffe im Jemen geflogen, mit Kampfflieger und Drohnen wurden in der ersten Hälfte des Jahres mehr als 100 Bombenanschläge durchgeführt, im Vorjahr waren es 30. Im UN-Bericht findet auch die Sorge Ausdruck, dass dabei Unschuldige sowie politische Islamisten getroffen werden, welche keinerlei Verbindungen zu Terrornetzwerken unterhalten und fälschlicherweise für Dschihadisten gehalten werden.

Haft ohne Urteil und andere Verbrechen

Als Illustration der eingeschränkten Loyalität gegenüber dem seitens der Koalition unterstützen Präsidenten Hadi führt der Bericht den misslungenen Versuch der Übernahme des Flughafens von Aden im April diesen Jahres an. Bigadegeneral Miran al Qubati hatte versucht, den Flughafen mit der Brigade einzunehmen, um eine sichere Rückkehr Hadis zu gewährleisten, wurde dabei jedoch vom Sicherheitschef des Flughafens blockiert, der von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt.

Weitere Gruppen mit Unterstützung aus der Angriffskoalition haben sich abgespalten und eigene bewaffnete Milizen gegründet. Die Emirate haben lokale Sicherheitstruppen ausgebildet und finanziert, welche ursprünglich Al-Qaida bekämpfen sollten. Die Uno-Experten verweisen darauf, dass diese Milizen die Etablierung einer zentralen Regierung oder andere Kontrollen erschweren und Kriegsverbrechen Tür und Tor öffnen. 

Weniger Waffen nach Saudi-Arabien? Deutsche Werften profitieren von Milliardengeschäft mit Riad

 

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