G 20: Liebe BLÖD Redakteure: Darum seid ihr jämmerliche Vollidioten 

Wolf Wetzel reagiert mit enem Beitrag bei "Rubikon" auf Hass- Botschaften der BILD Redaktion zum G 20 Gipfel, die das  Recht auf Demonstrationsfreiheit mit Füßen tritt.

Redaktiionell werden diese Ausführungen noch um weitere Aspekte erweitert.

Solche erzkonservativen Medien haben auch schon einmal in Form der Hugenberg- Konzernpresse einen Adolf Hitler an die Macht geschrieben - deshalb ist diesen erzkonservativen alles zuzutrauen.  Zuletzt haben sie die rechtspopulistische und rassistische AfD salonfähig gemacht und zur Landtagspartei vieler Landtage gepuscht. 

Für die radikale militante Spitze 68 er Bewegung  war das damals  Grund genug das Springer Hochhaus in Brand zu stecken.

Im Allgemeinen werden solche Schimpfworte in „sozialen Medien“ als Auftakt von Hate Speech und Beleidigungen verstanden und mit neuen und alten Strafgesetzgebungen verfolgt. In diesem Fall ist dasselbe etwas ganz Anderes!

Im Allgemeinen werden solche Schimpfworte in „sozialen Medien“ als Auftakt von Hate Speech und Beleidigungen verstanden und mit neuen und alten Strafgesetzgebungen verfolgt. 
In einem solchen Fall sprechen die „Leitmedien“ von einem Missbrauch, von der Vergiftung der Meinungsfreiheit, die sehr schnell in Gewalt umschlagen können.
In diesem Fall ist dasselbe etwas ganz Anderes, insbesondere dann, wenn es im bezahlten Mediensektor abgeht, ganz konkret in der Zeitung „BILD“.

Endlich will auch die BILD-Zeitung einmal so richtig „Dampf ablassen“ und es alle Welt wissen lassen.
Es handelt sich dabei um den BILD-Redakteur Hans-Jörg Vehlewald und bekommt dafür eine ganze Kolumne.
Er kommt mächtig in Fahrt und schlägt mit seinem tastengesteuerter Baseballschläger wild um sich. Da ist von „G20-Randalierern“, von einem lächerlichen „Häufchen gewaltgeiler Polit-Hooligans“ die Rede, die er „so nervtötend, dumm und anmaßend“ findet, um sich an Ende seiner Wutrede selbst ins Finale zu schießen:

„Ob linker oder rechter Mob – tut einmal in eurem Leben was Nützliches und haltet die Klappe.“ (BILD vom 21.6.2017)

Anlass für diese Hassbotschaft in der Haltung eines Gefängnisaufsehers ist nicht der G20-Gipfel in Hamburg am 7. und 8. Juli 2017, sondern die Proteste dagegen.
Natürlich würde man BILD und anderen Demokratiewächtern unrecht tun, wenn sie Protest ganz und überhaupt verbieten lassen würden.
In den 90er Jahren war „BILD“ ganz vorne, in der ersten Reihe der „Straßenkrawalle“, als Flüchtlingsheime belagert, angegriffen und angezündet wurden. Damals rief „BILD“ nicht: Haltet die Klappe! Im Gegenteil: Man machte sich zum Versteher, zum Dolmetscher dieser rassistischen Pogrome: Man verurteilte natürlich schmallippig die Mittel, aber noch mehr verstand man die „berechtigten Sorgen“, die „verständliche Wut“ „verunsicherter“ Bürger über die von BILD selbst generierte „Asylantenflut“. Erinnert sich BILD noch daran?
Es geht hier also nicht um Protest, der auch mal drastisch sein darf. Es geht darum, gegen wen sich dieser Protest richtet!

Vor allem scheinen BLÖD- Redakteure auch politisch völlig ungebildet und ewiggestrig zu sein .

Nicht nur das sie hier in Form einer untertänigen Hofberichterestattung die Herrscher der kapitalistischen Welt zu Füßen liegen - sie haben den letzten G 8 Gipfel in Deutschland im Jahre 2007 auch nur schlampig recherchiert. 

Sonst wüssten diese Diener und Bücklinge der Herrschenden, dass auch beim G 8-Gipfel in Heiligendamm angebliche Gewalt linker Chaoten sich als Gewalt Steine werfender Polizisten in zivil aus Bremen herausgestellt hatte.

Eskalation am Zaun: Als ein Vermummter die Menge aufwiegelt, vermuten die Demonstranten, dass er ein Polizist im Undercover-Einsatz ist. Sie greifen den Mann an, andere übergeben ihn der Polizei. 

WELT-ONLINE-Reporterin Freia Peters berichtet, dass es gegen halb acht bei der Blockade des Haupttors des Zauns auf der Lindenallee fast zu einer Eskalation gekommen wäre. Ein schwarz gekleideter Vermummter stachelt zum Steine werfen auf. Schnell werden die Demonstranten skeptisch, er ist perfekt gekleidet. „Das ist ein Zivilbulle!“ ruft einer. Hunderte rennen auf ihn zu und rufen „verpiss Dich!“, einige sammeln Steine im Kiesbecken der Molli-Bahn und ziehen ihre Vermummungen hoch. Block-G-8-Aktivist Henning Obens rennt mit seinem Megafon herbei und spricht den jungen Mann an, wo er herkomme, wie er heiße, doch er bleibt stumm, die Menge tobt...

Zeitgleich marschiert eine Hundertschaft von Süden auf die Straße in Richtung Zaun, vorbei den Blockierern. Obens schützt den Vermummten mit seinem Körper und zerrt ihn zur Polizei. Dort wird er von den Beamten in Empfang genommen und hinter die Polizeisperre gezogen. Offenbar war der Vermummte ein „Agent Provokateur“. Linke Gruppen werfen der Polizei vor, mit solchen Zivilpolizisten die Stimmung beim Gipfel in Genua angeheizt zu haben. ( Welt) 

Nicht jede vermeintlich linke Gewalt ist auch linke Gewalt .

Ein anderes Video zeigt, dass die Polizei Festnahmen von Mitgliedern des schwarzen Blocks nur für die Kameras inszeniert hat. (7)

 

Nachdem sich einige der Vermummten auffällig provokativ verhielten und zu Angriffen auf die Polizei aufriefen, wurden andere Demonstranten misstrauisch, kreiste fünf der Männern ein und verlangten ihre Herkunft und Identität zu erfahren. Vieren gelang die Flucht auf die andere Seite – zur Polizei, zu der sie offenbar gehörten. Was den fünften betraf, so drohten die beteiligten Demonstranten später, sein Foto zu veröffentlichen, falls die Polizei nicht von selbst bestätigen würde, dass es sich um einen eingeschleusten Beamten handelte. Die Polizei gab dies nach einem ersten Dementi schließlich öffentlich zu. Allerdings habe der Beamte nicht zur Provokation angestachelt. Viele Zeugen bestreiten das. (8) Wahrheitssuche 

Es kann auch Staatsgewalt sein oder sich um den Einsatz von VS- Spitzel oder Polizeispitzel handeln, der Linken nur in die Schuhe geschoben werden soll, um die demonstratuion zu diskreditieren. Aber für unterbelichtete  BILD Redakteure ist das offensichtlich zu hoch. 

Schwere Vorwürfe gegen die Polizei hat das Bündnis "Block G8" erhoben. So sollen fünf Beamte in Zivil bei der gestrigen Blockade von Heiligendamm umstehende Demonstranten dazu aufgefordert haben, Steine zu werfen. "Zumindest einer der Provokateure wurde von Bremer Demo-Teilnehmern als Polizist wiedererkannt", sagt Henning Obens vom Block G8-Bündnis. Obens erklärte, man habe Fotos von den Betroffenen gemacht und die Polizei aufgefordert, Stellung zu den Vorwürfen zu nehmen. Sollte die Polizei darauf nicht reagieren, werde man die Fotos veröffentlichen.

Der Vorfall habe sich gestern am frühen Abend an der Galopprennbahn hinter Bad Doberan ereignet. "Das waren fünf Leute, die wie Vertreter des schwarzen Blocks gekleidet waren und zum Teil vermummt waren. Sie sind uns aufgefallen, weil sie etwas abseits von der Blockade eine Gruppe tschechischer Demonstranten angesprochen hatten", so Obens. Als man sie zur Rede gestellt habe, hätten sich zumindest zwei der Provokateure hinter die Reihen der umstehenden Polizisten zurückgezogen.

 

Christoph Kleine, Sprecher des Block G8-Bündnisses erklärte dazu: "Ich habe immer mal wieder von solchen Aktionen gehört. Dass sie hier in Rostock auch passiert sind, hat mich aber überrascht." Vor diesem Hintergrund müsse man die Diskussion um die Ausschreitungen vom Samstag möglicherweise neu führen. Martin Dolzer vom Republikanischen Anwaltsverein kritisierte den Vorfall als "unverantwortlich". Man müsse sich fragen, ob die Polizei die Sicherheitsdebatte in Deutschland im wahrsten Sinne des Wortes mit Gewalt anheizen wolle.  Quelle Stern 

Aber Intelligenz scheint für die Mitarbeiter dieses rechtspopulistischen Konzernmediums der Oligarchin  und Merkel-Busenfrendin Friede Springer ein Fremdwort zu sein.  

Dabei berichtete "Welt" aus dem Hause Springer selber. Also scheint es BILD nur um Hetze besseren Wissens zu gehen. Es grenzt jedenfalls deshalb an bewußter Volksverhetzung.  

Dieses Mal geht es eben nicht um Flüchtlingsheime, um einer „Überfremdung“ BILD-gerecht Herr zu werden. Jetzt geht um das um den Globus tanzende Kapital und seine politische Boygroup, die sich in Hamburg trifft und auf jeden Fall … nicht gestört, schon gar nicht aufgehalten werden möchte.

Deshalb wurde eine 38 Quadratkilometer große Versammlungsverbotszonen rund um den Tagungsort erlassen. Von BILD bis zum SPD-Innensenator Andy Grote wird man dazu eines und vereint hören: Wir respektieren bis zum Abwinken das Demonstrationsrecht. Aber wo sinn- und gehörlos demonstriert werden darf, bestimmen immer noch jene, denen der Protest gilt. Wir sind Demokratie und wir machen Demokratie – und zwar so, wie sie uns gefällt.
Dass die Einrichtung solcher Demonstrationszone die TeilnehmerInnen zur aktiven Selbstdemütigung, zu Statisten ihres eigenen Anliegen macht, gefällt den Demokratiehütern.
Und ganz egal ist ihnen, wenn die faktische Suspendierung des Demonstrationsrechts bereits mehrmals von Gerichten für rechtswidrig erklärt wurde. Genau das ist passiert, als die in Heiligendamm 2007 und rund um den Tagungsort Schloss Elmau 2015 verhängten Verbotszonen als Rechtsbruch erkannt wurden.
Aber was juckt die Schützer des Rechtstaates das Recht, wenn es sich einmal an ihrem Bein verbeißt? Gar nicht, denn diese Urteile kamen allesamt, als der Rechtsbruch längst seine Dienst geleistet hatte, also alles vorbei war. Man muss also nicht weiter ausholen, um fairerweise festzuhalten:
Der organisierte Rechtsbruch ist weder quantitativ noch qualitativ eine Domäne des Protestes.

Aber zurück zum eigentlichen Anlass, den BILD bis SPD durch „Krawalle“ überschattet sieht. Wie ein Erstklässler, der gefragt wird: Was ist denn ein G20-Gipfel? antwortet der BILD-Reporter, mit einem Spickzettel unter der Bank:

„Am 7. und 8. Juli treffen sich die Staatsführer der wichtigsten und erfolgreichsten Wirtschaftsnationen der Welt zum G20-Gipfel in Hamburg. Sie vertreten zwei Drittel der Weltbevölkerung. 80 Prozent des Welthandels. 90 Prozent der Wirtschaftskraft unseres Planeten. Sie reden über die Bekämpfung von Armut und Klimawandel.“

Brav, Hans-Jörg, du kannst dich setzen.

Aber vielleicht war der Bub auch ganz schlau, als er sein Wissen über den G20-Gipfel in die Tasten haute: Sie reden über die Bekämpfung von Armut und Klimawandel. Und machen etwas ganz anderes: Als Schutzpatrone über 400 Billionen Euro in Form von Derivaten, als getarnte Staatschefs, also „Wasserträger, Gehilfen und Ausführer der Interessen der Konzerne“ (Jean Ziegler), als Produzenten von 50 Millionen Menschen auf der Flucht und 24.000 an Hunger sterbenden Menschen täglich, als Brandleger dauerhafter Kriegs- und Ausnahmezustände, als Beschützer und Garanten von Diktaturen, die ihnen nützlich sind.
Nun, man sollte dem BILD-Reporter nicht unterstellen, dass er das nicht alles weiß. Er hat ja nur gesagt, worüber die G20-Staatsführer reden.
Natürlich erkennt der BILD-Reporter Bandstifter und Brandleger – eben nicht dort, wo 80 Prozent des Welthandels, 90 Prozent der Wirtschaftskraft unseres Planeten als Raubgut zusammenkommen.
Mit ganzem Körpereinsatz verweist er auf „bundesweit ein gutes Dutzend Brandsätze gegen Regionalzüge der Bahn – das umweltfreundlichste Verkehrsmittel des Landes“.
Rührend, wie sich ein BILD-Reporter für die Umwelt einsetzt. Dass das Ziel dieser Sabotageaktionen nicht dem „umweltfreundlichsten Verkehrsmittel“ galt, sondern den dort verlegten Kabelsträngen, weiß der BILD-Reporter, aber nur dann, wenn es ihm passt:

„Eure Anführer faseln von der ‚Unterbrechung der kapitalistischen Logistik’ – und meinen damit nichts weniger als Sabotage, Brandsätze und Pflastersteine.“

War der BILD-Reporter auch noch undercover unterwegs, um uns zu verraten, wer in den politisch sehr verschiedenen Protesten gegen den G20-Gipfel „Anführer“ ist?
Ich bin sehr gespannt, was der unerschrockene BILD-Reporter herausbekommt, wenn er seine Undercover-Kenntnisse über die G20-Führer preisgibt – also nicht das, was allen zu den Ohren herauskommt, sondern das, was sie tatsächlich machen und weiterhin machen werden.
Man kann eines jedoch ganz sicher festhalten: Wenn der Protest so „friedlich“ sein darf wie die, die diese „friedliche“ Weltordnung beherrschen, dann hätte der BILD-Reporter einen echten Grund, „Dampf abzulassen“.

Noch ein letzter Tipp zur Fortbildung von BILD-Redakteuren:
„Ob linker oder rechter Mob – tut einmal in eurem Leben was Nützliches und haltet die Klappe.“ (BILD vom 21.6.2017)
Dieses Gleichnis stammt von Ihnen, Herr Vehlewald.
Ohne Sie geschichtlich zu überfordern: Gehen Sie einfach mal in ihr hauseigenes Archiv, um nachzuschauen, wer Nazi-Verbrechern eine Bleibe, ein Fortkommen und einen politischen Schutzraum gegeben hat.
Dann bekommen Sie eine leise Ahnung, wie dreist es ist, Kapitalismuskritik und Antikapitalismus mit Neonazismus in eine Sammelzelle zu stecken.

Wolf Wetzel war Autor der ehemaligen autonomen L.U.P.U.S.- Gruppe, die sehr stark von der Häuserkampfbewegung der 80er Jahre, der Startbahnbewegung 1980-1991, der Anti-Golfkriegskampagne 1991 und der Bundestagsblockade gegen die Abschaffung des Asylrechts 1993 geprägt war. Er ist Autor mehrerer Bücher, das letzte trägt den Titel: Der Rechtsstaat im Untergrund: Big Brother, der NSU-Komplex und die notwendige Illoyalität, PapyRossa-Verlag 2015. Von 2011 bis 2016 war er Vorstandsmitglied von Business Crime Control/BCC Frankfurt. 

 

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