Kampf dem Atomtod: 50 000 demonstrieren gegen europäisches AKW Tihange 2  

Menschen bilden 90 Kilometer-Kette für Abschaltung von AKW

Zeitgleich fassten sich 50.000 Demonstranten in drei Staaten an den Händen: Mit einer knapp 90 Kilometer langen Menschenkette haben Aktivisten die sofortige Abschaltung zweier maroder Atommeiler gefordert.

Wie in den 70 er und 80 er Jahre demonstrierten  wieder einmal zigtausend Protestbürger gegen marode Atomkraftwerke der  Energiekonzerne - diesmal sogar länderübergreifend.

Die Menschenkette reichte nach Angaben der Veranstalter von Aachen über das niederländische Maastricht bis nach Tihange in Belgien: Am Sonntag haben rund 50.000 Menschen für die sofortige Abschaltung zweier belgischer Atommeiler demonstriert.

Die Demonstranten hielten sich an den Händen, manche standen allerdings so weit auseinander, dass sie gelbe Bänder zu Hilfe nehmen mussten. So bildeten sie eine knapp 90 Kilometer lange Menschenkette, allerdings "mit kleinen Lücken", wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet.

Mit der Aktion forderten die Demonstranten, dass die Kraftwerksblöcke Tihange 2 bei Lüttich und Doel 3 bei Antwerpen sofort abgeschaltet werden:

Es sei unverständlich und inakzeptabel, dass die belgische Regierung den Weiterbetrieb der Kraftwerke genehmigt habe.

In den Reaktorbehältern sind Tausende Mikrorisse. Ursprünglich sollten sie schon 2015 stillgelegt werden, die Laufzeiten wurden jedoch von der Atombehörde des Landes um zehn Jahre verlängert. 

In Belgien sind Lobbyisten der Atomwirtscaft eng mit der Regierung des Landes verzahnt. 

Für die endgültige Abschaltung der beiden Atommeiler macht sich seit geraumer Zeit ein breites gesellschaftliches Bündnis aus Bürgern, Kommunen und Politik stark. Belgien plant, bis 2025 ganz aus der Atomenergie auszusteigen.

Vor allem die Menschen in der gemeinsamen Grenzregion Nordrhein-Westfalen - Niederlande - Belgien sorgen sich angesichts der eklatanten Sicherheitsmängel um ihre Gesundheit.

Insbesondere die Endlagerung der Atomabfälle ist in Europa weitgehend ungeklärt. So hat das als Abfallprodukt in manchen Atomanlagen anfallende udn hochgiftige Plutonium eine Halbwertzeit von 24 000 Jahren.  

 

 

 
 
 

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