Berliner Linksregierung erstattet im Fall Amri Strafanzeige gegen das LKA 

Im Fall des Berliner IS Attentäters Anis Amri deuten weitere Fakten auf eine Verstrickung von Polizeibehörden in den Fall Amri hin, der auch von  einem Polizeispitzel quer durchs Land chauffiert worden war.

Amri hatte am 19. Dezember in Berlin 12 Menschenmit einem LKW getötet. Er war mit 14 Ausweisen ausgestattet. Das ist ein Hinweis auf eine mögliche Geheimdiensttätigkeit von Amri, der offensichtlich  problemlos Ausweisdokumente organisieren konnte. 

Ähnlich wie der Bundeswehroffizier Mario A. konnte er sich so mit gefälschten Papieren bei Asylbehörden als Asylbewerber registrieren lassen - im Fall Amri sogar mehrfach.  

Während  Mainstreammedien allenfalls von Behördenversagen wie im Falle der NSU-Nazi-Zelle ausgehen, sollte auch eine direkte Beteiligung der Geheimdienste und von Polizeibehörden an den Aktionen des Attentäters untersucht werden. 

Berlins Innensenator Andreas Geisel (51, SPD) teilte am Mittwoch mit: Er hat Anzeige wegen Strafvereitelung und Urkundenfälschung  gegen das  Landeskriminalamt Berlin erstattet.

Die Anzeige wegen Strafvereitelung richtet sich insbesonsdere  gegen zwei junge Kommissare, die beim Berliner LKA 5 (Staatsschutz) eingesetzt sind. 

Die beiden Kommissare hatten bereits eine Ladung für den Sonderermittler in Berlin, waren aber noch nicht befragt worden.

Hintergrund ist wohl die Tatsache, dass Geheimdienste und auch das LKA Berlin Amri auf dem  Schirm hatte udn wegen Drogendelkten beobachtete.

Bisher war amri als Kleinkrimineller dargestellt worden, der nur Drogen zum Eigengebrauch handelte.

Doch jetzt stellt sich heraus, dass Amri als Großhändler von Drogen in Berlin bekannt war und er trotzdem weder verhaftet noch deswegen verhört und vorgekladen worden war. 

Aber nicht nur das. Um dieses Fehlverhalten des BKA zu vertuschen  wurden entsopprechende Dokumente gefälscht und zurückdatiert. Aus einem großen Drogenhändler wurde so ein kleiner Fisch, der nicht unbedingt hätte verhaftet werden müssen. So stellte das LKA im Ergebnis keinen Haftbefehl bei der Staatsanwaltschaft Berlin 

Offensichtlich wollte das  BKA so sein eigenes Fehlverhalten kaschieren.

Dafür kann es nur zwei Gründe geben . Entweder ist das LKA tatsächlich unfähig und von Stümpern durchsetzt oder aber die Geheimdienste haben das LKA gebeten, Amri eben nicht zu verhaften, damit er seine attentatspläne ungestört weiter fortsetzen konnte und dabei mit den geheimdiensten kooperierte.

Dann stellt sich aber die Frage, ob den geheimdiensten die Aktion aus den Händen geglitten ist oder ob sie bewußt das Durchführen des Breitenbach-Platz-Attentates in Kauf nehmen wollten ?!

Hintergrund: Am Dienstagabend informierte das LKA seinen obersten Dienstherrn Geisel, „dass ein neues Dokument vom 1. November 2016 mit Ergebnissen der Telekommunikationsüberwachung aufgetaucht“ sei. Der Senator: „In diesem Dokument wird Anis Amri vorgeworfen, gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Handel mit Betäubungsmitteln zu betreiben.“

 

 

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