Trump will geheim Soldaten nach Irak und Syrien entsenden und mit der PKK/YPG kooperieren

Wer geglaubt hatte, dass  sich mit US Präsident Trump etwas in der Politik in Syrien und im Irak ändert, wird jetzt  auch hier sein Bild stark relativieren müssen.

Bisher war der IS als Vorwand benutzt worden, um den Kriegseinsatz in Syrien und im Irak medial zu rechtfertigen. Der IS soll zum Schein weiterhin bekämpft werden - aber auch für die Zeit nach dem IS hat man neue Partner wie die kurdische YPG/PKK im Blick. Die Spaltung Syriens scheint weiterhin das Ziel der USA zu sein. U ein freies  Kurdistan geht es den USA ganz sicherlich nicht. 

In den USA und die EU wird die PKK als "terroristisch" eingestuft - während man jetzt der wichtigste Waffenpartner der YPG/PKK in Syrien werden will. Es geht der US Politik nur darum, die Menschen zu instrumentalisieren und für imperiale Interessen gegeneinander auszuspielen  und aufeinander zu hetzen. Um Marxismus in Syrien geht es der US Regierung Trump jedenfalls ganz sicher nicht. 

Etwa 6000 Soldaten und Spezialkräfte der USA befinden sich aktuell im Irak und in Syrien.

Jetzt soll die mit der YPG/PKK kooperierende syrische FDS, die die YPG anführt, von der US Regierung Trump noch stärker  und vor allem geheim unterstützt werden . Momentan gibt es schon vier US Militärstützpunkte in von der YPG/PKK kontrollierten Gebieten in Syrien. 

Das Pentagon will den „Islamischen Staat“ mit unangekündigten Truppenstationierungen „überraschen“. Die Stationierungen in Syrien und Irak werden „vorübergehende“ Missionen genannt. Sie müssen der Öffentlichkeit nicht preisgegeben werden.
 
Der syrische Kurdenpolitiker Jian Omar kritisiert gegenüber russischen Medien die US-Syrien-Politik: „Washington missbraucht das syrische Volk für seine eigenen Interessen. Es will nur seinen Einfluss gegenüber Russland ausbauen, das sich um die Syrer bemüht.“

„Um einen taktischen Überraschungsmoment und Operationssicherheit gewährleisten zu können, wird die Koalition keine routinemäßigen Informationen mehr über die Kräftezahl, Fähigkeiten, Operationsorte oder Bewegungen von Kräften im Irak und Syrien bekanntgeben“, erklärte Pentagon-Pressesprecher Eric Pahon gegenüber den Los Angeles Times diese Woche.

Ned Price, Sprecher des nationalen Sicherheitsrates unter Präsident Barack Obama, kritisierte den neuen Ansatz der Trump-Verwaltung. Dieser halte entscheidende Details über das US-Militär für die amerikanische Gesellschaft zurück.

Ein Vertreter der US-geführten Operation „Inherent Resolve“ bestätigte der Nachrichtenagentur Sputnik, dass Ankündigungen von Truppenstationierungen unter Donald Trump gestoppt wurden. „Der IS soll der Erste sein, der über die zusätzlichen Truppen oder Fähigkeiten der Koalition auf dem Schlachtfeld Bescheid wissen soll“, argumentierte der Militärvertreter.

„Die Position der Obama-Regierung war, dass das US-Volk ein Recht hatte zu wissen, ob Soldaten in Gefahr sind“, sagte Price. „Es ist wirklich schockierend, dass die gegenwärtige Regierung die Truppen ohne öffentliche Debatte verlegen kann.“

Anfang dieses Monats leakten einige US-Sicherheitsbeamte, dass rund 400 US-Soldaten entgegen der Einladung der syrischen Regierung nach Nordsyrien verlegt wurden. Die Truppen verstärken die Reihen der Kurden-Miliz YPG, die die Demokratischen Kräfte Syriens, SDF, anführt. Andere Berichte weisen auf Pentagon-Beamte hin, die über zusätzliche 300 US-Fallschirmspringer-Einheiten für den Kampf gegen den IS in Mossul informieren.

Während keiner dieser Einsätze offiziell vor ihrer Umsetzung angekündigt wurden, räumte der kommandierende General für Operationen im Nahen Osten Joseph Votel nun am Mittwoch ein, dass die USA ihre Truppenpräsenz erhöht haben.

Jian Omar, Pressesprecher der kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien, Teil des größten Oppositionsbündnisses im Rojava-Gebiet, kritisierte gegenüber RT Deutsch die US-amerikanische Kurdenpolitik. Demnach seien die USA nicht nur ein Problem für Syrien, sondern auch ein Problem in Fragen innerkurdischer Angelegenheiten. Er sagte:


„Die sogenannten Demokratischen Kräfte Syriens sind alles andere als demokratisch, wie du USA das behaupten. Dort kooperieren die USA faktisch mit der kurdischen PKK-Organisation aus der Türkei zusammen, die sich im irakischen Kandil-Gebirge verschanzt haben. Wir können diese Kräfte nur als ausländische Söldner ansehen, die mit den USA auf syrischem Boden operieren und die kurdische Gesellschaft zerreißen. Die Waffen, die der syrische Ableger der PKK, auch als YPG bekannt, von den USA erhält, werden auch zur Unterdrückung der Zivilbevölkerung mit Billigung Washingtons missbraucht. Unsere Parteibüros werden immer wieder von der YPG angegriffen.“

Das ist allerdings nur die Einschätzung einer zur  YPG konkurrierenden Kurden-Organisation, die auch kein Monopol auf demokratische Verfasstheit  als Organisation hat. 

Der syrisch-kurdische Politiker befürwortet den Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“. Er warnt allerdings davor, dass die USA mit ihren Demokratischen Kräften neue Fakten schaffen könnten, die nicht nur undemokratisch sind, sondern auch Syrien spalten könnten. Omar erläuterte:

„Wegen den USA und ihren Verbindungen zur SDF werden die Probleme Syriens immer größer. Mit dem Aufbau der YPG-geführten SDF, die wegen ihrer Feindschaft zu allen anderen regionalen und nationalen Akteuren ein treuer Vasall Washingtons ist, verfolgen die USA einzig und allein ihre eigenen nationalen Interessen in Syrien.“

Ich würde die YPG auch nicht als Vasallen der USA betrachten. Ich sehe das Bündnis rein taktisch und als vorübergehend an. Es ist ein Stohhalm und mit den USA soll eine Macht  gewonnen werden, die einen Kurdenstaat auch militärisch durchsetzen könnte - aber genau  das wird die US Regierung ganz sicher nicht tun. 

„Auf diese Weise entwickeln sich die USA zum Problem in Syrien. Sie sind alles andere als hilfreich, den Krieg in Syrien zu beenden. Sie haben bereits drei Militärbasen auf dem von der YPG kontrollierten Gebiet eröffnet. Die USA bauen quasi ihre eigene Armee auf und rüsten sie seit Monaten mit schwerem Kriegsgerät aus. Diese Strategie wird allen Syrern langsam deutlich, die die USA in Nordsyrien beobachten“, bemerkte Omar von der kurdischen Zukunftsbewegung.

Der Politiker glaubt, dass sich Russland, in seiner Art zu handeln, als ehrlicherer Einflussfaktor in Syrien bewiesen hat. Gegenüber RT Deutsch betonte Omar:

„Die USA streben lediglich danach, ihre Macht gegenüber Russland in Syrien auszubauen. Das bringt die Syrer, die sich nicht instrumentalisieren lassen wollen, unweigerlich in die Nähe Russlands. Moskau ist nicht nur um sein eigenes Interesse besorgt, sondern bemüht sich auch um die Interessen der Syrer, die es unter einem Dach vereinen möchte. Washington tut das nicht.“


US-Beamte stellten ferner fest, dass die realen Zahlen weit höher liegen dürften, da sich diese nur auf sogenannte „nicht dauerhafte“ Missionen beschränken. Alleine 1.000 Spezialeinheiten aus den USA sollen derzeit auf syrischem Boden operieren. Diese Zahl könnte weiter ansteigen.Rund 5.262 US-Truppen sind gegenwärtig im Irak präsent, sagte ein US-Militärbeamter gegenüber dem Nachrichtenportal Military Times am Donnerstag. Autorisiert in Syrien sind 502 US-Soldaten laut Washington. Für die Regierung in Damaskus sind die Operationen der USA in Syrien eine illegale Invasion.

„Wir haben erkannt, dass wir, da wir unsere Ziele in Syrien fortsetzen wollen, für die Demokratischen Kräfte Syriens noch mehr Feuerkraft brauchen“, sagte US-General Votel. „Wir helfen unseren Partnern zu kämpfen, aber wir kämpfen nicht für sie.“

 

 

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