Trumps Kabinett der  Milliardäre

Das "güldene Kabinett" ("Politico") gleicht mehr und mehr einer Society-Party auf Manhattans Upper East Side - ohne jeden Bezug zu den Wutbürgern, deren Wohl Trump doch eigenen Angaben zufolge am Herzen liegt.

Als Wahlkämpfer wetterte Trump gegen die "globale Machtstruktur". Nun holt er die Protagonisten dieser Machtstruktur in seine Regierung - Banker, Hedgefonds-Manager, Investoren.

Der Handelsminister, der Finanzminister, die Bildungsministerin, der Chefstratege, etliche Vize-Anwärter: Schon jetzt bewegt Trumps Krösus-Kabinett ein Vermögen von mindestens 35 Milliarden Dollar - 700.000-mal so viel, wie ein US-Durchschnittshaushalt im Jahr verdient.

Trump, so sieht es aus, ist das politische Vehikel, das die "One Percent" gefunden haben, um ihre Agenda zu verewigen.

Von den geplanten Steuererleichterungen werden zum Beispiel vor allem die Reichsten profitieren. Diese Woche stieg die Aktie von Goldman Sachs Chart zeigen auf den höchsten Wert in sieben Jahren - das Geldhaus allein entsendet vier ehemalige Manager in die Trump-Regierung.

Betsy DeVos, designierte Bildungsministerin

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Betsy DeVos ist die Schwiegertochter von Rich DeVos: Er ist Mitbegründer von Amway, einem Direktvertrieb-Marketingkonzern mit einem Jahresumsatz von fast zehn Milliarden Dollar. Der Werdegang des alten DeVos beschreibt die typische amerikanische Erfolgsstory: Er begann mit einem Drive-in-Restaurant, später verkaufte er als Hausierer Putzmittel. Sein Sohn Rich Jr. wurde ebenfalls Unternehmer, dessen Gattin Betsy kam ihrerseits aus einer wohlhabenden Familie. Das Magazin "Forbes" schätzt das aktuelle Vermögen des DeVos-Clans auf mehr als sechs Milliarden Dollar.

Wilbur Ross, designierter Handelsminister

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Wilbur Ross, ein alter Nachbar Trumps im Millionärsdomizil Palm Beach, machte sein Geld mit den Pleiten anderer. So lernte der frühere Investmentbanker auch Trump kennen: Er beriet ihn bei seinen Firmen-Insolvenzen. Später wechselte Ross in die lukrativere private Unternehmensbeteiligungsbranche. Die Börsenaufsicht SEC brummte ihm kürzlich wegen schludriger Buchhaltung 2,3 Millionen Dollar Strafe auf. "Forbes" schätzt sein Vermögen auf fast drei Milliarden Dollar. Seine Kunstsammlung enthält 41 Bilder des Surrealisten René Magritte.

Steven Mnuchin, designierter Finanzminister

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Steven Mnuchin entstammt der Goldman-Sachs-Riege. Nach erfolgreichen Jahren an der Wall Street machte er sich mit dem Hedgefonds Dune Capital selbstständig. Er finanzierte und produzierte Hollywood-Megahits wie "Avatar" und kaufte auf dem Höhepunkt der Finanzkrise die insolvente Subprime-Bank IndyMac. Die umbenannte OneWest Bank verkaufte er schließlich ans Finanzkonglomerat CIT. Er und seine Partner sollen dabei mehr als fünf Milliarden Dollar verdient haben. (Ein ausführliches Porträt finden Sie hier.)

Todd Ricketts, designierter Vizehandelsminister

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Todd Ricketts gehört zu einer der reichsten Familien Amerikas. Sein Vater Joe gründete die Online-Brokerfirma TD Ameritrade, Bruder Thomas leitet die Investmentbank Incapital, der andere Bruder Peter ist der Gouverneur von Nebraska. Gemeinsam besitzen die Ricketts das Baseballteam der Chicago Cubs - und ein Gesamtvermögen von rund einer Milliarde Dollar. Im Vorwahlkampf stand die Familie Trump feindlich gegenüber. Nach einem drohenden Tweet des Kandidaten ("Sie sollten vorsichtig sein, sie haben viel zu verbergen!") liefen sie auf Trumps Seite über.

 

Im Dunstkreis und im Wartestand

Peter Thiel, Berater, Silicon-Valley-Pionier: 2,7 Milliarden Dollar. Mitt Romney, Gründer der Beteiligungsgesellschaft Bain Capital: mehr als 250 Millionen Dollar. Jared Kushner, Schwiegersohn, Immobilienunternehmer, Verleger: 200 Millionen Dollar. Anthony Scaramucci, Berater, Investmentbanker: 80 Millionen Dollar. Steve Bannon, Chefstratege, Medienunternehmer: zehn Millionen Dollar.

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